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Umgehend Facebook-Zugangsdaten ändern


Android-Apps aus "Google Play Store" spähen Facebook-Logins aus
Hunderttausende Android-Nutzer wurden bereits Opfer der kostenlosen Spiele-Apps

(11.08.15) - Eset weist in einem Forschungsbericht darauf hin, dass die Facebook-Logins von hunderttausenden Android-Nutzern von gleichsam populären wie gefährlichen Spiele-Apps im Google Play Store ausgespäht wurden. Google reagierte bereits: Die beiden betroffenen Spiele, "Cowboy Adventure" und "Jump Chess" des Entwicklers "Tinker Studio", wurden aus dem Google Play Store gelöscht, außerdem erreicht alle Android-Nutzer eine Warnung vor der Installation.

Funktionsfähige Spiele mit Phishing-Element
Das Besondere an den vorliegenden Fällen ist, dass es sich bei der schadhaften Software um vollwertige Spiele handelt, die um ein getarntes Phishing-Element, den Trojaner Android/Spy.Feabme.A, ergänzt wurden. Damit unterscheidet sich der Betrugs-Ansatz deutlich von den Fake-Minecraft-Apps, die Eset vor kurzem analysierte.

Im aktuellen Fall wurden Nutzer nach der Installation der kostenlosen Spiele dazu aufgefordert, sich bei Facebook einzuloggen – eine Täuschung, handelt es sich dabei doch um ein Fake-Login. Die sensiblen Informationen griff der integrierte Trojaner im Anschluss ab und schickte sie an den Server der Angreifer.

Eine gute Nachricht trotz der inzwischen 500.000 bis zu 1.000.000 Installationen ist, dass die Google-Community die schadhaften Funktionen frühzeitig erkannte und gepaart mit negativen Bewertungen über die Kommentarfunktion mit anderen Nutzern teilte. Dadurch dürfte so manche Installation abgewendet worden sein.

"Wir raten dazu, stets Apps aus dem offiziellen Google Play Store zu laden und unbekannte Quellen zu meiden. Wie das aktuelle Beispiel zeigt, besteht allerdings auch im Play Store kein 100-prozentiger Malware-Schutz", so Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset.

Die Analyse von Eset zeigt, dass die Datei "TinkerAccountLibrary.dll" in beiden Spielen den trojanischen Schadcode enthält. Die in der Programmiersprache C# geschriebenen Apps kommunizieren über HTTPS mit dem Command & Control Server – dieser stellt die Ziel-Adresse für die geklauten Facebook-Logins dynamisch zur Verfügung.

Betroffene Nutzer sollten Facebook-Login ändern
Eset rät allen Android-Nutzern, die eines der betroffenen Spiele in der Vergangenheit installierten, umgehend ihre Facebook-Zugangsdaten zu ändern. Sollten die Login-Daten auch bei anderen Diensten – beispielsweise E-Mail, Twitter, Instagram oder Shopping-Portalen wie Amazon – verwendet werden, ist auch hier eine Anpassung zwingend erforderlich. Auch rät Eset dazu, überall dort eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren, wo diese zur Verfügung steht. (Eset: ra)

Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Wann wird ein Exploit wirklich zur Gefahr

    Eine weitere Anfälligkeit im Formeleditor in Microsoft Office ist nichts Neues. Interessant ist dieses Mal allerdings die Aktivität des angebotenen Patches. Unabhängig von der Lösung des Problems rücken wieder einmal raubkopierte und alte MS-Office-Versionen ins Blickfeld der Cyberkriminellen. Der Formeleditor (Equation Editor) war sein ganzes Dasein über einer langen Reihe unterschiedlicher Exploits ausgesetzt. Er ist eine Komponente von Microsoft Office, und anstatt ihn noch ein weiteres Mal zu fixen, hat sich der Hersteller dazu entschlossen, einen Patch herauszugeben, der im Wesentlichen den Editor vom System vollständig deinstalliert. Es gibt einen bestimmten Reifepunkt im Lebenszyklus eines Office-Exploits, der dann erreicht ist, wenn den Cyberkriminellen Tools zur Nutzung der Schwachstelle in breitem Umfang zur Verfügung stehen. Zuvor trifft der Exploit nur wenige ausgewählte Opfer mit gezielten Angriffen. Ab dem Zeitpunkt jedoch, an dem er weit verbreitet ist, entsteht für eine breite Nutzergruppe eine Bedrohung. Die aktuelle Schwachstelle des Equation Editor erreichte diesen entscheidenden Reifegrad Ende Juni 2019 - genannt CVE-2018-0798.

  • Werkzeug für gezielte Überwachungsangriffe

    Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab haben neue Versionen von ,FinSpy', einem komplexen, bösartigen Überwachungs-Tool mobiler Geräte, entdeckt. Die neuen Implantate funktionieren sowohl auf iOS- als auch auf Android-Devices, können die Aktivitäten auf fast allen gängigen - auch verschlüsselten - Messaging-Diensten überwachen und ihre Spuren dabei noch besser als bisher verschleiern. Die Angreifer sind dadurch in der Lage, alle Aktivitäten eines Geräts auszuspionieren und sensible Daten wie GPS-Standort, Nachrichten, Bilder, Anrufe und vieles mehr auszulesen. Bei FinSpy handelt es sich um ein äußerst effektives Software-Werkzeug für gezielte Überwachungsangriffe. Weltweit wurden bereits dementsprechende Informationsdiebstähle bei NGOs, Regierungen und Strafverfolgungsbehörden beobachtet. Die verantwortlichen Cyberkriminellen sind dabei in der Lage, das Verhalten jeder bösartigen FinSpy-Variante an eine bestimmte Zielperson oder eine Zielgruppe anzupassen.

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    In der Welt der Malware spielen Loader, also Programme, die andere Software wie Trojaner oder Ransomware nachladen, eine immer wichtigere Rolle. Unternehmen brauchen in vielen Fällen sehr lange, bis eine derartige Schadsoftware entdeckt wird - häufig geschieht dies erst, wenn die Malware weitere Module nachlädt. Proofpoint hat nun seine neuesten Erkenntnisse zu den Aktivitäten eines der umtriebigsten Akteure in diesem Feld in einem Blog-Post veröffentlicht. Die Rede ist von der Hackergruppe TA505 (Threat Actor 505), die einen neuen Loader verbreitet, mit dem vor allem die Bankenbranche in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Südkorea, Singapur und den USA ins Visier genommen wird.

  • Sodin nutzt Windows-Schwachstelle aus

    Kaspersky-Forscher haben eine neue Verschlüsselungs-Ransomware namens ‚Sodin' entdeckt, die eine kürzlich entdeckte Zero-Day-Windows-Sicherheitslücke ausnutzt, um erhöhte Berechtigungen in einem infizierten System zu erlangen. Des Weiteren nutzt sie die Architektur der Central Processing Unit (CPU), um eine Erkennung zu vermeiden, und benötigt keine Nutzerinteraktion zur Infizierung. Ransomware, die Geräte oder Daten verschlüsselt oder sperrt und Lösegeld verlangt, ist eine ständige Cyberbedrohung für Privatanwender und Unternehmen. Die meisten Sicherheitslösungen erkennen bekannte Versionen und etablierte Angriffsmethoden. Die Sodin-Ransomware ist allerdings anspruchsvoller und nutzt eine kürzlich entdeckte Zero-Day-Sicherheitslücke in Windows (CVE-2018-8453) aus, um seine Rechte auf dem betroffenen System auszuweiten.

  • Blaupause eines Cyberangriffs

    Experten der Bitdefender-Labs ist es gelungen, den zeitlichen Verlauf eines Angriffs der Carbanak-Gruppe vollständig zu rekonstruieren. Opfer war eine osteuropäische Bank. Die Rekonstruktion aller Aktivitäten der Attacke liefert wertvolle Erkenntnisse für die Sicherung kritischer Infrastrukturen und zeigt die Bedeutung von Endpoint-Security-Maßnahmen auf. Während die Infiltrierung des Netzwerks bereits nach 90 Minuten abgeschlossen war, bewegten sich die Angreifer mit Hilfe der Cobalt Strike Malware weitere 63 Tage durch die gesamte Infrastruktur, um das System auszuspähen und weitere Informationen für den finalen Raubüberfall zu sammeln. Wäre die Attacke erfolgreich gewesen, hätten die Kriminellen unbemerkt über das Geldautomatennetzwerk verfügen können.