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Neue Backdoor-Variante


Hacker-Gruppen kooperierten bei Angriff auf Energieversorger
Eset-Forschungsergebnisse decken Arbeitsteilung bei KRITIS-Attacken auf

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Der aktuelle BSI Lagebericht verdeutlicht, dass Cyber-Angriffe an der Tagesordnung sind. Immer stärker in den Fokus rücken dabei Infrastrukturanbieter. Bereits im vergangenen Jahr war es Angreifern gelungen, in der Ukraine mit dem Schadprogramm Industroyer und Blackenergy Energieversoger und Kraftwerke anzugreifen. Das Resultat: In Teilen der Ukraine brach die Stromversorgung für mehrere Stunden komplett zusammen.

Neueste Eset Analysen zeigen, dass diese Cybercrime-Gruppierung jetzt mit den Online-Kriminellen zusammenarbeitet, die für die Entwicklung von Wannacry und NotPetya verantwortlich waren. Das daraus resultierende Cyber-Attacker Know-how hebt das Gefahrenpotential für KRITIS-Betreiber auf ein vollkommen neues Niveau. Deutschland und andere europäische Staaten könnten nach Einschätzung von Eset zukünftig stärker als bisher in den Fokus von Cyber-Terroristen geraten.

Kriminelle erneut aktiv
Im April 2018 entdeckte Eset die erneuten Aktivitäten der TeleBots-Gruppe: Sie versuchte, eine neue Backdoor-Variante einzusetzen, die Eset-Software unter der Bezeichnung Exaramel erkennt. Bei ihrer Analyse identifizierten die Eset Spezialisten Bekanntes: Es zeigte sich, dass die neue Backdoor-Variante eine verbesserte Version bei Industroyer eingesetzten Backdoor-Variante ist. Damit gibt es nun einen Beweis dafür, dass TeleBots auch für die Angriffe mit Industroyer verantwortlich ist. "Spekulationen über den Zusammenhang zwischen Industroyer und TeleBots gab es bereits, sagt Eset Forscher Anton Cherepanov, der die Untersuchungen bei Industroyer und NotPetya geleitet hat. "Bislang wurden jedoch keine Beweise öffentlich anerkannt - bis jetzt."

Gefährliches Spiel
Die zunehmende Vernetzung von IT-Systemen und Industrieanlagen führt dazu, dass sich die Abhängigkeit von funktionierenden IT-Systemen täglich vergrößert. Die Kombination aus neuer Angriffsqualität und zunehmender Digitalisierung hebt die Gefährdungslage auf ein neues Niveau. Darauf weist auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem "Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2018" hin.

Längst gehören Kritische Infrastrukturen (KRITIS) und damit neben Industrieanlagen auch Stromnetze und Krankenhäuser zu den Angriffszielen Auch hier verbessern die Angreifer ihre Strategien stetig, wie das aktuelle Beispiel belegt. "Die Entdeckung von Exaramel zeigt, dass die TeleBots-Gruppe auch 2018 noch aktiv ist und ihre Tools und Taktiken weiter verbessert hat", sagt Sicherheitsexperte Cherepanov. Er verspricht: "Wir werden die Aktivitäten dieser Gruppe weiterhin überwachen." (Eset: ra)

eingetragen: 24.10.18
Newsletterlauf: 13.11.18

Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

  • Hacker gehen auf Butterfahrt

    GuardiCore hat eine Hacking-Kampagne aufgedeckt, bei der ein Remote-Access-Trojaner (RAT) mit DDoS-Funktion samt Krypto-Miner installiert werden. Die "Butter" genannte Schadsoftware agiert im Hintergrund und wird zur Verwischung ihrer Spuren als Linux-Kernel-Rootkit getarnt. GuardiCore entwickelt IT-Sicherheitstechnologien und erstellt mit einem weltweiten Forscherteam sicherheitsbezogene IT-Analysen, Rechercheberichte und Gegenmaßnahmen für aktuelle Bedrohungen.

  • Angriffe gegen kritische Infrastrukturen

    Das Cylance Threat Intelligence Team hat in seiner Reihe "Threat Intelligence Bulletin" einen neuen Beitrag von Jon Gross veröffentlicht. Er befasst sich mit der bereits drei Jahre andauernden Kampagne, die unter dem Namen "Poking the Bear" bekannt geworden ist, und sich gegen kritische Infrastrukturen in Russland richtet. Die Sicherheitsanalysten von Cylance haben Beweise für anhaltende Angriffe, die sich gegen kritische Infrastrukturen/Unternehmen richten, die sich in russischem Staatsbesitz befinden. Dazu gehört auch der größte und börsennotierte Ölkonzern Rosneft. Bei der Attacke handelt es sich vermutlich um einen kriminellen Angriff aus finanziellen Motiven.

  • Neu entdeckten Klickbetrug-Apps

    Profitsteigerung ist eine der Maximen jedes Cyberkriminellen. Da wundert es nicht, dass die SophosLabs nun eine neue Machenschaft aufgedeckt haben, die auf der Tatsache beruht, dass Werbetreibende mehr Geld pro Klick zahlen, wenn dieser von vermeintlich wohlhabenderen iPhone- oder iPad-Besitzern kommt. Da der sogenannte Klickbetrug, bei dem kommerzielle Werbeflächen geklickt oder Klicks zur Manipulation der Abrechnungssysteme simuliert werden, eine wachsende Einnahmequelle für nicht ganz so gesetztestreue App-Entwickler darstellt, scheint es sich auszuzahlen darüber zu lügen, welches Mobilgerät in betrügerischer Absicht die Werbung anklickt.

  • "Outlook-Harvesting" von Emotet

    Gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten - Schadsoftware (Malware), die ganze Unternehmensnetzwerke lahmlegt: Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den vergangenen Tagen eine auffällige Häufung an Meldungen zu schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit Emotet stehen. In Einzelfällen ist es bei den Betroffenen durch Ausfälle der kompletten IT-Infrastruktur zu Einschränkungen kritischer Geschäftsprozesse gekommen, die Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen. Daneben sind dem BSI weitere Fälle mit weniger schwerem Verlauf gemeldet worden, bei denen Malware-Analysten des BSI Emotet-Infektionen nachweisen konnten.

  • Antivirtuelle Maschinen- & Anti-Sandboxing-Technik

    Ein neuer Bericht von CenturyLink zeigt auf, dass das Mylobot-Botnetz nach dem Infizieren eines Computers noch andere Arten von Schadsoftware herunterladen und so größeren Schaden beim Diebstahl von Informationen verursachen kann. Mylobot enthält hochentwickelte antivirtuelle Maschinen- und Anti-Sandboxing-Techniken, um seine Erkennung und Analyse zu erschweren. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, bis zu 14 Tage zu ruhen, bevor der Command and Control Server (C2) kontaktiert wird. Seit der Identifizierung im Juni 2018 haben die CenturyLink Threat Research Labs beobachtet, wie Mylobot Khalesi als zweiten Angriff auf infizierte Hosts herunterlädt. Bei Khalesi handelt es sich um eine weitverbreitete Malware-Familie, die vor allem auf Diebstahl von Informationen abzielt.