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Malware macht Geld


Krypto-Mining: Neue Malware nutzt Sicherheitslücke in Microsoft aus
Eset empfiehlt Nutzern von Windows Server 2003 dringend Sicherheitsupdates

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Eset hat eine neue Bedrohung entdeckt, die Windows Web-Server infiziert und die Kryptowährung Monero "abgräbt". Monero ist eine neuere Alternative zum digitalen Zahlungsmittel Bitcoin. Die Cyberkriminellen modifizieren die Open-Source-Mining-Software von Monero für ihre Zwecke, um eine bekannte Sicherheitslücke in Microsoft IIS 6.0 auszunutzen.

Im Laufe von drei Monaten haben sie durch die Kampagne ein Botnet von mehreren hundert infizierten Servern aufgebaut und Monero im Wert von über 63.000 US-Dollar anhäufen lassen. Microsoft hat inzwischen ein Update veröffentlicht, das die Sicherheitslücke schließt – aber noch immer sind viele Server ungepatcht.

Die Malware-Experten von Eset gehen davon aus, dass die Cyberkriminellen bereits seit Mai 2017 agieren: "Auch wenn die Kryptowährung noch nicht so verbreitet ist wie Bitcoin, gibt es mehrere gute Gründe, warum sich Angreifer auf Monero spezialisieren", erklärt Peter Kálnai, Malware Researcher bei Eset. "Funktionen wie nicht zurückverfolgbare Transaktionen und der Proof-of-Work-Algorithmus CryptoNight, der die zentrale Recheneinheit eines Computers oder Servers bevorzugt, machen Monero zu einer attraktiven Alternative für Cyberkriminelle. Im Vergleich dazu wird für Bitcoin-Mining spezielle Mining-Hardware benötigt."

Sicherheitslücken ausnutzen
Die Angreifer fügten lediglich eine fest kodierte Befehlszeile mit ihrer Crypto-Wallet-Adresse und ihrer Mining-Pool-URL zum ursprünglichen Code der Software hinzu. Dafür benötigten sie möglicherweise nicht länger als ein paar Minuten. Das verdeutlicht, dass nur minimale Fähigkeiten und geringer Aufwand nötig sind, um mit Krypto-Mining großen finanziellen Schaden anzurichten. In diesem Fall wurde eine legitime Open-Source-Mining-Software genutzt. Zudem wurden gezielt alte Systeme angegriffen, die wahrscheinlich nicht gepatcht wurden.

Microsoft hat den regulären Update-Support für Windows Server 2003 im Juli 2015 eingestellt und den Patch für diese spezifische Sicherheitslücke erst im Juni 2017 veröffentlicht, nachdem mehrere schwerwiegende Lücken für ältere Systeme von Malware-Entwicklern entdeckt wurden. Trotz des End-of-Life-Status des Systems hat Microsoft diese kritische Sicherheitslücke nun geschlossen, um großflächige Angriffe – wie etwa bei der WannaCry-Attacke im Mai 2017 – zu vermeiden.

Dennoch ist nicht garantiert, dass automatische Updates immer einwandfrei funktionieren. "Eine erhebliche Zahl von Systemen sind immer noch verwundbar. Deshalb sollten Nutzer von Windows Server 2003 unbedingt das Sicherheitsupdate KB3197835 sowie weitere kritische Patches so schnell wie möglich installieren – nur Not manuell", so Kálnai. (Eset: ra)

eingetragen: 06.11.17
Home & Newsletterlauf: 08.12.17


Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

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    Check Point Software Technologies hat nach dem Bekanntwerden von Cyberattacken gegen israelische Soldaten eine der eingesetzten Schädlinge untersucht. GlanceLove ist eine Android-Malware die Schadcode auf Mobilgeräte schleust. Der Name GlanceLove leitet sich von der Chat-App "Glance Love" ab, einer scheinbar legitimen Dating-App, die jedoch hauptsächlich dazu diente, Schadcode auf die Endgeräte zu schleusen. Die meisten Angriffe wurden allerdings mit einer App namens "Golden Cup" gefahren. Hierbei handelte es sich um eine Fußball-App zur WM, die ebenfalls funktionsfähig im Google Play Store verfügbar war und die Sicherheitsprüfungsmechanismen von Google umgehen konnte. Außerdem sind Angriffe über das Chatprogramm "Wink Chat" bekannt.

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    Sophos hat den Aufstieg von Phishing-Angriffen im letzten Jahr untersucht. Das Ergebnis: Ausgefuchste Taktiken in Tateinheit mit penetrantem Auftreten machen die neue Qualität von Phishing-Emails aus. Die Angreifer haben die Vorteile von Malware-as-a-Service (MaaS) entdeckt - ein Cousin von Ransomware-as-a-Service (RaaS), beide wohnhaft im Dark Web - um die Effizienz und das Volumen von Attacken zu steigern. Lieblings-Ziel: die Mitarbeiter. In der Simulations- und Trainings-Umgebung "Sophos Phish Threat" werden Nutzer darin geschult, wie sie Phishing-Emails erkennen können. Die gesammelten Erkenntnisse liegen nun in einem White Paper vor. Daraus geht hervor, dass die beste Verteidigung gegen Phishing-Attacken eine duale Strategie ist.

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