- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

TeleBots sind zurück


So konnte sich die Petya-ähnliche Malware Diskcoder.C verbreiten
Cyberkriminelle bauten eine ausgefeilte Backdoor in das Buchhaltungsprogramm M.E.Doc ein

- Anzeigen -





Ende Juni traf eine neue Cyberattacke zahlreiche Computersysteme weltweit. Im Kern des Angriffs stand eine Malware, die der Ransomware Petya ähnelt. Inzwischen wurde die vor allem in der Ukraine verbreitete Buchhaltungssoftware M.E.Doc als Ursprung der Attacke identifiziert. Eset hat die Backdoor, die die Cyberkriminellen in die Software einschleusten, analysiert. Dabei konnte Eset neue Erkenntnisse über die Verbreitung der Malware gewinnen, die Eset als Win32/Diskcoder.C erkennt.

Hacker zeigen tiefes Verständnis des verwendeten Programms
Die Eset Analyse der Backdoor in M.E.Doc zeigt, dass die Hacker ihren Angriff sorgfältig planten und ausführten. Um die Sicherheitslücke in das Programm einzuschleusen, müssen sie sich Zugriff zum Quellcode des Programms verschafft und sich ausführlich mit ihm befasst haben. Außerdem erlangten sie Zugriff auf den Server, über den die Software bereitgestellt wurde. Ohne aktives Zutun der Opfer wurden so immer wieder infizierte Updates auf den Rechnern der Nutzer von M.E.Doc installiert. Über das interne Nachrichtensystem des Programms versendeten die Hacker darüber hinaus Phishing-Nachrichten an weitere Opfer. Zudem verbreitete sich die Malware über VPN-Verbindungen in den Unternehmen, die M.E.Doc nutzen, intern sowie bei ihren Kunden und Geschäftspartnern.

"Ihr Verständnis von der Software und ihren Nutzern zeigt, dass die Angreifer große Ressourcen zur Verfügung hatten, um Diskcoder.C. zu verbreiten", erklärt Anton Cherepanov, Malware Researcher bei Eset. Derzeit ist noch nicht bekannt, ob die Hacker neben der bekannten Backdoor noch weitere Sicherheitslücken in die Software einschleusen konnten.

Bei der Analyse der Malware erkannten die Eset Forscher zahlreiche Parallelen zu früheren Angriffen. Eine Längsschnittanalyse legt nahe, dass der Cyberangriff der Hackergruppe TeleBots zuzuschreiben ist. Diese ist unter anderem für die Linux-Version der KillDisk-Malware verantwortlich und verübte Angriffe auf zahlreiche ukrainische Unternehmen, darunter Finanzinstitute und kritische Infrastruktureinrichtungen. Zudem konnte der Gruppe eine Verbindung zu den berüchtigten BlackEnergy-Hackern nachgewiesen werden, die für die Stromausfälle im Dezember 2015 in der Ukraine verantwortlich waren.
(Eset: ra)

eingetragen: 07.07.17
Home & Newsletterlauf: 18.07.17


Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Heartbleed lebt & wird von Kriminellen ausgenutzt

    Heartbleed ist ein schwerwiegender Bug in OpenSSL, der bereits im Jahr 2014 entdeckt wurde und es Unbefugten und Kriminellen erlaubt, scheinbar sichere und verschlüsselte TLS-Verbindungen auszuspionieren und private Daten von Clients und Servern zu lesen. Der Global Threat Index für August 2018 von Check Point zeigt, dass der Fehler noch vier Jahre nach seiner Entdeckung zu einer der Schwachstellen zählt, die am häufigsten ausgenutzt werden. Kevin Bocek, VP Security Strategy and Threat Intelligence bei Venafi, erklärt dazu: "Heartbleed lebt und wird von Kriminellen ausgenutzt. Check Point erkennt, dass die zweithäufigste ausgenutzte Schwachstelle im August 2018 Heartbleed war (CVE-2014-0160; CVE-2014-0346). Dies ist ein Weckruf, dass der oft scheiternde Korrekturschritt, die Ersetzung aller Maschinenidentitäten wie TLS-Schlüssel und Zertifikate, noch ausgeführt werden muss."

  • Stehlen von Konto- und Kreditkartendaten

    Bei "Panda Banker" handelt es sich um einen Bankentrojaner, der sich den Source Code des bekannten Zeus-Trojaners zunutze macht. Der tauchte erstmals bereits 2016 auf, ist aber nach wie vor aktiv. Gerade in jüngster Zeit wurden zahllose Updates veröffentlicht. Panda Banker injiziert auf der Webseite des Opfers bösartigen Skript-Code und nutzt dabei "Man-in-the Browser"-Techniken. Der "Man-in-the-Browser"-Angriff ist eine Sonderform der "Man-in-the Middle"-Attacke". Bei einem MiTB-Angriff infiziert ein Trojaner den Browser des Nutzers.

  • Kamera des Smartphones kann übernommen werden

    Smartphone-Nutzer des Android-Betriebssystem sollten die Tage vorsichtig sein: Eine neue Malware für mobile Telefone ist im Umlauf und liest die Nachrichten und Kontakte der betroffenen Nutzer aus. Die Schadsoftware "Android.Trojan-Spy.Buhsam.A" für Android-Smartphones kann die Whatsapp-Historie der Nutzer ausspionieren, Kontakte auslesen und die Kamera des Smartphones übernehmen. Erstmals entdeckt wurde die Malware von dem Sicherheitsforscher Lukas Stefanko. G Data Analysten haben die Schadsoftware genauer analysiert. G Data Mobile Internet Security erkennt die Bedrohung unter dem Namen Android.Trojan-Spy.Buhsam.A. Nach Ansicht der G Data-Sicherheitsforscher ist die Malware derzeit entweder noch in der Entwicklungsphase oder schlecht programmiert. Denn nachdem die entsprechenden Dienste gestartet werden, erhalten Nutzer eine Benachrichtigung mit dem Inhalt "Service Started". Kriminelle versuchen normalerweise, so versteckt wie möglich zu agieren, um Ihre Spuren zu verwischen. Immer wieder gelangt noch in Entwicklung befindliche Malware versehentlich in den Umlauf, etwa weil die Autoren auf Seiten wie Virustotal überprüfen, ob ihre Schadsoftware von Virenscannern erkannt wird. Trotzdem hat die Malware einige besondere Funktionen.

  • Hide and Seek Botnet hat viele Geräten infiziert

    Hide and Seek, ein neues IoT-Botnet, das Anfang Januar vom Bitdefender Honeypot-System entdeckt wurde, hat schnell Bekanntheit erlangt. Innerhalb weniger Tage hat es über 90.000 Geräte in einem großen Botnet gesammelt. Während die erste Variante Brute-Force-Angriffe über den Telnet-Dienst durchführte, um sich in Geräte zu booten, wurden später durch weitere Updates neue Command Injection Exploits in der Webschnittstelle eines Geräts ausgelöst, die die Möglichkeiten des Botnets auf IPTV-Kameras erweiterten. Nun wurden neue Tricks bei Hide and Seek entdeckt: Indem die Android-Debug-Bridge-(ADB)-over-Wi-Fi-Schnittstelle in Android-Geräten genutzt wird, die Entwickler normalerweise zur Fehlerbehebung verwenden, erhält das Botnet neue Zugriffsmöglichkeiten. Obwohl diese Funktion eigentlich standardmäßig deaktiviert ist, werden einige Android-Geräte mit aktiviertem Gerät ausgeliefert. So werden Benutzer praktisch über die ADB-Schnittstelle, die über den TCP-Port 5555 zugänglich ist, einer Remote-Verbindung ausgesetzt. Jede Remote-Verbindung zum Gerät wird nicht authentifiziert und ermöglicht den Shell-Zugriff, so dass Angreifer praktisch jede Aufgabe im Administratormodus ausführen können.

  • UEFI-Rootkits extrem gefährliche Werkzeuge

    Eset-Forscher haben einen Cyberangriff entdeckt, bei dem erstmals ein sogenanntes UEFI-Rootkit erfolgreich eingesetzt wurde. Die von Eset Lojax getaufte Malware nutzt eine Schwachstelle in der UEFI des Mainboards aus und nistete sich in dessen Speicher ein. Dies ist extrem gefährlich, denn Lojax übernimmt von dort die Kontrolle des gesamten Rechners und kann nicht ohne weiteres gelöscht werden. Klassische Gegenmittel wie Virenprogramme oder gar der Festplattentausch sind wirkungslos. Als Drahtzieher der Kampagne wird die Sednit-Gruppe (auch APT28 oder FancyBear genannt) vermutet, die durch ihre Angriffe auf hochrangige Regierungsziele auf sich aufmerksam gemacht hat. Eset besitzt eine Schutzfunktion in ihren Antivirenlösungen vor dieser neuartigen Malware-Form.