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Angriffe auf Banken und Kunden nehmen zu


Virtuelle Bankräuber und ihre Türöffner: So machen Banking-Trojaner den Weg frei für Kontoplünderungen
Täter nutzen oft Kombination mehrerer Instrumente - Mithilfe von Webinjects manipulieren Cyberkriminelle Webseiten so geschickt, dass dies der Nutzer beim Ansurfen der Seite nicht bemerkt

(18.11.15) - Ein Schurke kommt selten allein – das gilt auch für Banking-Trojaner. Einmal auf den Rechner des Opfers gelangt, können sie erhebliche Schäden anrichten und Online Banking zu einem Hochrisiko-Unternehmen machen. Nach Angaben von Eset greifen Banking-Trojaner auf verschiedene Helfershelfer wie entsprechende Downloader oder Webinject-Dateien zurück, um ins jeweilige System vordringen zu können.

Cybercrime-as-a-Service
Mithilfe von Webinjects manipulieren Cyberkriminelle Webseiten so geschickt, dass dies der Nutzer beim Ansurfen der Seite nicht bemerkt. Webinjects sind inzwischen zu regelrechten Standardprodukten auf dem Cybercrime-Markt geworden, die für immer kleineres Geld zu haben sind. Diese Entwicklung macht den Weg frei für anpassungsfähigere Versionen mit immer neuen Varianten – ein weiterer Schritt in Richtung "Cybercrime-as-a-Service".

Waski: Gefahr tarnt sich als PDF-Datei
Ein augenblicklich sehr aktiver Schädling ist Waski. Hierbei handelt es sich um ein Schadprogramm, das den Download eines Banking-Trojaners auf dem System des Opfers erst ermöglicht. Waski wurde Ende 2013 erstmals entdeckt und von Eset als Win32/TrojanDownloader.Waski erkannt. Er ist seither auch in Deutschland aufgetaucht.

Die Spezialität von Waski ist das Herunterladen von Trojanern wie Dyre (oder Win32/Battil). Hierfür schleust er sich über Social Engineering oder Phishing ins System ein, wobei er sich als PDF-Datei einschließlich des Adobe-Symbols tarnt – jedoch mit der verräterischen exe-Endung. Beim Öffnen bestätigt Waski die IP-Adresse des betroffenen Rechners und erstellt eine einmalige ID-Nummer, die an den Command&Control Server (CRC) der Hintermänner gesendet wird. Die heruntergeladene Schadfunktion, auch Payload genannt, erscheint in Gestalt einer weiteren PDF-Datei, die den Banking-Trojaner enthält. Dyre kann dann Zugangsdaten von Online Banking-Webseiten anzapfen, die über die gängigen Browser aufgerufen werden.

Attacken weltweit
Im südamerikanischen Raum, vor allem in Brasilien, verbreiten sich derartige Programme derzeit rapide – aus gutem Grund, denn dort ist Online Banking noch gebräuchlicher als in Europa. Insbesondere CPL-Malware richtet dabei große Schäden an, indem sie die Nutzer zum Herunterladen von Trojanern verleitet. Diese Schadsoftware kann dabei als Zwischending aus Social Engineering und Phishing-E-Mail definiert werden.

Operation Buhtrap verunsichert Anwender
In Russland wiederum sorgt spezielle Malware im Rahmen der so genannten Operation Buhtrap für Verunsicherung bei den Anwendern. Mithilfe der Malware konnten vertrauliche Daten – etwa von Smartcards – ausspioniert und entwendet werden. Möglich wurde diese Aktion durch eine Sicherheitslücke in Word sowie den Einsatz gefälschter Mobilfunk-Rechnungen.

"Alle genannten Beispiele – von Trojanern über Webinjects und Downloader – zeigen, wie aktiv die Szene gerade in diesem Bereich ist und mit welcher Dynamik gerechnet werden muss. Angesichts der Vielzahl von Angreifern ist daher ein wirksamer und aktueller Malwareschutz unumgänglich", erklärt Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset. (Eset: ra)

Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Cyberangriffe mit politischem Hintergrund

    Die Gaza-Cybergang, die nach heutiger Erkenntnis aus mehreren Gruppierungen mit unterschiedlichem Niveau besteht, hat im vergangenen Jahr eine Cyberspionageoperation durchgeführt, die sich gegen Einzelpersonen und Organisationen mit einem politischen Interesse an der Nahostregion richtete. Dieses Ergebnis geht aus einer detaillierten Analyse von Kaspersky Lab hervor. Für die Kampagne ,SneakyPastes' nutzten die Angreifer Einweg-E-Mail-Adressen, um die Infektion durch Spear-Phishing zu verbreiten, bevor Malware mehrstufig über kostenlose Webseiten nachgeladen wurde. Dieser kostengünstige, aber effektive Ansatz ermöglichte es der Gang, rund 240 hochkarätige Opfer in 39 Ländern weltweit zu treffen - darunter unter anderem Ziele aus dem politischen und diplomatischen Bereich sowie Medien und Aktivisten. Kaspersky Lab hat die Forschungsergebnisse umgehend an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben, die so einen bedeutenden Teil der Angriffsinfrastruktur zerstören konnten.

  • Ein ausgereiftes APT-Framework

    Die Experten von Kaspersky Lab haben ein technisch ausgereiftes Cyberspionage-Framework entdeckt, das seit mindestens 2013 aktiv ist und mit keinem bekannten Bedrohungsakteur in Verbindung zu stehen scheint. Die Spionageplattform ,TajMahal' umfasst rund 80 schädliche Module und enthält Funktionen, die bisher noch nie bei einer Advanced Persistend Threat (APT) gesehen wurden. So können unter anderem Informationen aus der Drucker-Warteschlange gestohlen und zuvor gesehene Dateien auf einem USB-Gerät bei der nächsten Verwendung desselben abgerufen werden. Kaspersky Lab hat bisher nur ein Opfer gesehen, eine zentralasiatische Botschaft mit Sitz im Ausland. Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Opfer existieren, ist allerdings hoch.

  • Scranos wird zum Global Player

    Ausgeklügelte Bedrohungen gehören nach wie vor zu den großen Herausforderungen für Unternehmen. Mit zunehmender Komplexität der Umgebungen finden Malware-Akteure kreative Wege, um gut versteckte und ungepatchte Einstiegspunkte ins Netzwerk zu finden, sich hinter den Kulissen zu verstecken und Schaden anzurichten. Die Bitdefender Cyberthreat Intelligence Labs deckten mit Scranos jüngst eine neue Spyware auf. Scranos ist eine Rootkit-fähige Spyware, die mit einem möglicherweise gestohlenen Zertifikat signiert wurde. Diese Rootkit-Malware ist eng mit dem Betriebssystem verbunden, sehr diskret und schwer zu erkennen. Scranos wird sich voraussichtlich mindestens so weit verbreiten wie die Anzeigenbetrugssoftware von Zacinlo. Zacinlo ist ein extrem ausgeklügeltes Spyware-Programm, das seit Anfang 2012 heimlich läuft, Einnahmen für seine Betreiber generiert und die Privatsphäre seiner Opfer unterwandert. Scranos infiziert aktuell Anwender weltweit, weil es plattformübergreifend bestehen kann und es eine immer größere Zahl an Unternehmensendpunkten hinzugewinnt, insbesondere durch Android-Geräte.

  • Cisco entdeckt neuartige Angriffsmethode

    "Cisco Talos" hat eine neuartige Angriffsmethode entdeckt. Darüber spionierten Cyberkriminelle u.a. Registrierungsstellen für Domain-Namen aus. Mit den gestohlenen Anmeldeinformationen waren sie in der Lage, weitere Attacken gegen staatliche Organisationen und andere hochrangige Ziele erfolgreich auszuführen, deren Website-Besucher wurden auf gespiegelte Seiten umgelenkt, um an sensible Daten zu gelangen. Die Opfer konnten den Betrug nur schwer erkennen. "Dieser ausgeklügelte Angriff missbrauchte das Domain Name System (DNS), um Datenverkehr umzuleiten und Zugangsdaten und sensible Informationen zu sammeln", erklärt Holger Unterbrink, Security Researcher - Technical Leader, Cisco Talos/Deutschland.

  • APT40 zielt auf Nachrichtendienstziele

    FireEye gibt neue Informationen zur Hacker-Gruppe APT40 bekannt, die bereits seit mindestens 2013 tätig ist. Ziel der Gruppe ist vermutlich, die Aktivitäten der chinesischen Marine zu unterstützen. APT40 konzentriert sich speziell auf die Bereiche Maschinenbau, Transport und Verteidigungsindustrie, insbesondere dort, wo sich diese Sektoren mit den maritimen Technologien überschneiden. Die Gruppe ist auch bekannt als TEMP.Periscope beziehungsweise TEMP.Jumper.