- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Backdoor Mosquito übermittelt geheime Infos


Cyberspionage: Turla-Gruppe nimmt Diplomaten und Botschaften ins Visier
Eset deckt gezielte Angriffe auf staatliche Organisationen mit manipuliertem Adobe Flash Installer auf

- Anzeigen -





Die Spionage-Gruppe "Turla" übt derzeit gezielte Angriffe auf hochrangige Diplomaten und politische Organisationen in Osteuropa aus. Der in der Vergangenheit erfolgreiche Modus Operandi mit infizierten Flash Player Installern besitzt einen gefährlichen neuen Zusatz: Die Installationsdateien gaukeln Vertrauenswürdigkeit vor, indem sie scheinbar von der offiziellen Webseite des Softwareabieters Adobe heruntergeladen werden. So führen sie auch sicherheitsbewusste Landesvertreter hinters Licht.

Wie Eset in ihr Analyse zeigt, missbraucht Turla die bekannte Marke Adobe zur Verteilung ihrer infizierten Schadsoftware. Dank einer ausgefeilten Man-in-the-middle-Methode ist es für den Diplomaten zunächst nicht erkennbar, dass er gerade kein legitimes Programm von der Adobe-Webseite herunterlädt. Denn sogar URL und IP-Adresse stimmen mit der offiziellen Infrastruktur des Unternehmens überein.

"Zwar werden von Nutzern Webseiten und IP-Adressen aufgerufen, die zu Akamai, dem Infrastrukturdienstleister von Adobe, führen. Die aufgerufene URL wird jedoch vom Server nicht erkannt", erklärt Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset. "Der zurückgeschickte 404-Hinweis wird dann von der Malware abgefangen und auf den Server der Cyberkriminellen umgeleitet. Die Anwender bekommen davon nichts mit."

Für ein solches Täuschungsmanöver stehen Hackern mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Im Rahmen der FinFisher-Überwachungskampagnen hat Eset bereits beobachtet, dass das Abfangen von Traffic auf der Ebene der Internet Service Provider möglich ist.

Die gefälschten Flash Player installieren auf dem Rechner der Nutzer eine Backdoor, die "Mosquito" genannt wird. Turla nutzt diese Backdoor, um die Opfer auszuspionieren und beispielsweise an sensible Daten oder Dokumente zu gelangen. Derzeit richten sich die Angriffe mit dieser Methode gezielt gegen Diplomaten und politische Organisationen in Osteuropa. Es ist aber nicht auszuschließen, dass Turla mit dieser Masche auch in anderen Regionen angreift.

In der Vergangenheit hatten die Cyberkriminellen bereits mit mehreren Malware-Attacken Botschaften und Außenministerien auf der ganzen Welt ausspioniert – auch darunter waren zahlreiche osteuropäische Institutionen.

Experte empfiehlt: Downloads nur über sichere HTTPS-Verbindungen
"In unserer Analyse wurden alle Downloads des gefälschten Flash Players über HTTP durchgeführt", sagt Jean-Ian Boutin, Senior Malware Researcher bei Eset. "Deshalb raten wir Unternehmen dazu, keine Downloads von ausführbaren Dateien über eine unverschlüsselte Verbindung zu erlauben. Eine Verschlüsselung würde es Turla deutlich erschweren, Datenverkehr von der Webseite auf dem Weg zwischen Remote-Server und Rechner abzufangen und zu verändern."

Experten empfehlen sowohl betroffenen Diplomaten als auch allen anderen Nutzern, vor der Installation eines heruntergeladenen Programms die Signatur der Installationsdatei zu überprüfen. Wenn diese offiziell von Adobe stammen, enthalten sie zudem ein entsprechendes Zertifikat. Diese fehlt jedoch in Schadprogrammen. (Eset: ra)

eingetragen: 13.01.18
Newsletterlauf: 19.02.18


Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Hacker gehen auf Butterfahrt

    GuardiCore hat eine Hacking-Kampagne aufgedeckt, bei der ein Remote-Access-Trojaner (RAT) mit DDoS-Funktion samt Krypto-Miner installiert werden. Die "Butter" genannte Schadsoftware agiert im Hintergrund und wird zur Verwischung ihrer Spuren als Linux-Kernel-Rootkit getarnt. GuardiCore entwickelt IT-Sicherheitstechnologien und erstellt mit einem weltweiten Forscherteam sicherheitsbezogene IT-Analysen, Rechercheberichte und Gegenmaßnahmen für aktuelle Bedrohungen.

  • Angriffe gegen kritische Infrastrukturen

    Das Cylance Threat Intelligence Team hat in seiner Reihe "Threat Intelligence Bulletin" einen neuen Beitrag von Jon Gross veröffentlicht. Er befasst sich mit der bereits drei Jahre andauernden Kampagne, die unter dem Namen "Poking the Bear" bekannt geworden ist, und sich gegen kritische Infrastrukturen in Russland richtet. Die Sicherheitsanalysten von Cylance haben Beweise für anhaltende Angriffe, die sich gegen kritische Infrastrukturen/Unternehmen richten, die sich in russischem Staatsbesitz befinden. Dazu gehört auch der größte und börsennotierte Ölkonzern Rosneft. Bei der Attacke handelt es sich vermutlich um einen kriminellen Angriff aus finanziellen Motiven.

  • Neu entdeckten Klickbetrug-Apps

    Profitsteigerung ist eine der Maximen jedes Cyberkriminellen. Da wundert es nicht, dass die SophosLabs nun eine neue Machenschaft aufgedeckt haben, die auf der Tatsache beruht, dass Werbetreibende mehr Geld pro Klick zahlen, wenn dieser von vermeintlich wohlhabenderen iPhone- oder iPad-Besitzern kommt. Da der sogenannte Klickbetrug, bei dem kommerzielle Werbeflächen geklickt oder Klicks zur Manipulation der Abrechnungssysteme simuliert werden, eine wachsende Einnahmequelle für nicht ganz so gesetztestreue App-Entwickler darstellt, scheint es sich auszuzahlen darüber zu lügen, welches Mobilgerät in betrügerischer Absicht die Werbung anklickt.

  • "Outlook-Harvesting" von Emotet

    Gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten - Schadsoftware (Malware), die ganze Unternehmensnetzwerke lahmlegt: Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den vergangenen Tagen eine auffällige Häufung an Meldungen zu schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit Emotet stehen. In Einzelfällen ist es bei den Betroffenen durch Ausfälle der kompletten IT-Infrastruktur zu Einschränkungen kritischer Geschäftsprozesse gekommen, die Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen. Daneben sind dem BSI weitere Fälle mit weniger schwerem Verlauf gemeldet worden, bei denen Malware-Analysten des BSI Emotet-Infektionen nachweisen konnten.

  • Antivirtuelle Maschinen- & Anti-Sandboxing-Technik

    Ein neuer Bericht von CenturyLink zeigt auf, dass das Mylobot-Botnetz nach dem Infizieren eines Computers noch andere Arten von Schadsoftware herunterladen und so größeren Schaden beim Diebstahl von Informationen verursachen kann. Mylobot enthält hochentwickelte antivirtuelle Maschinen- und Anti-Sandboxing-Techniken, um seine Erkennung und Analyse zu erschweren. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, bis zu 14 Tage zu ruhen, bevor der Command and Control Server (C2) kontaktiert wird. Seit der Identifizierung im Juni 2018 haben die CenturyLink Threat Research Labs beobachtet, wie Mylobot Khalesi als zweiten Angriff auf infizierte Hosts herunterlädt. Bei Khalesi handelt es sich um eine weitverbreitete Malware-Familie, die vor allem auf Diebstahl von Informationen abzielt.