- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Vorrangig gegen Spieledienste


DDoS-Attacken legen Spiele-Server lahm: "Game Over" für Online-Gamer
Vom Jäger zum Gejagten: Eset zeigt die Angriffswege von Cyber-Kriminellen auf Gamer

(19.08.15) - Gamer sind heutzutage mehr denn je im Visier von Cyberkriminellen. So steigen die Fälle von Diebstahl digitaler Währungen und In-Game-Items kontinuierlich an. Eset skizziert im folgenden Beitrag die Angriffswege der Betrüger, damit sich Spieler durch Vorsichtsmaßnahmen bestmöglich vor diesen Gefahren schützen können. Denial-Of-Service- (DoS) oder Distributed Denial of Service (DDoS)-Angriffe werden oft zum Lahmlegen einer Webseite oder eines Webservices eingesetzt. Ziel ist es, den Webserver mit einer Flut an Anfragen und dadurch mit so viel Traffic zu überschwemmen, bis er "kollabiert" und offline gehen muss. Damit endet auch der Spiele-Spaß für Online-Zocker. Ohne erreichbaren Gaming-Server funktionieren viele beliebte Spiele nicht.

Eine Reihe an so genannten Hacktivismus-Gruppen wie Lizard Squad hat in der Vergangenheit häufig zum Angriff geblasen – vorrangig gegen Spieledienste. Der wahrscheinlich prominenteste Vorfall in diesem Zusammenhang ist die Attacke auf die Online-Dienste "Sony PlayStation Network" und "Microsoft Xbox Live" an Weihnachten 2014. Die wurden damit vollständig aus dem Verkehr gezogen. Tausende Gamer konnten auf beide Services nicht mehr zugreifen.

Bereits bei dem großen Datendiebstahl von "PlayStation Network" im Jahr 2011 spielte ein DDoS-Angriff eine große Rolle. Der Security-Anbieter Incapsula berichtete außerdem, dass ein namenloser Spiele-Hersteller letztes Jahr mit einer 38 Tage anhaltenden DDoS-Attacke zu kämpfen hatte.

Glücklicherweise lassen sich DDoS-Angriffe schnell eindämmen und führen eher zu Unstimmigkeiten als zu finanziellen Schäden oder Datenverlusten.

Datenklau durch gefälschte Webseiten
Malware wird Nutzern auf allen möglichen Webseiten untergejubelt. Nicht nur auf eigens erstellten Fake-Seiten, sondern auch auf seriösen Webseiten renommierter Unternehmen, mit dem Ziel, die Daten von ahnungslosen Usern abzuzocken.

Laut Forbes wurde Amazons Live-Streaming Portal Twitch im März 2015 mit Schadsoftware verseucht. Viel häufiger versuchen Angreifer aber, auf direktem Wege Nutzer ohne ihr Wissen über manipulierte Seiten mit Malware zu infizieren, um ihre Login-Daten zu stehlen und ihre Schadsoftware auf andere Rechner zu verbreiten. Anfang des Jahres zum Beispiel wurde über eine gefälschte Steam-Seite schädlicher Code an den Mann gebracht. Vor kurzem erst war auch in seriös scheinenden Games wie Cowboy Adventure und Jump Chess Malware entdeckt worden.

An den Geldkragen über Ransomware & Scareware
Im März dieses Jahres hatten Cyberkriminelle Spielerechner mit Ransomware infiziert. Die User mussten tatenlos zuschauen, wie ihre abgespeicherten Games unbrauchbar wurden. Einmal befallen, suchte die Schadsoftware gezielt nach Spielen auf dem PC und verschlüsselte die Dateien. Das Opfer musste im Tausch gegen diese Daten mindestens 500 US-Dollar in Bitcoins zahlen. Laut verschiedenen Berichten waren etwa 40 Games betroffen, darunter sehr beliebte Spiele wie "Call of Duty", "World of Warcraft", "Minecraft" oder "World of Tanks".

Angreifer versuchen auch, sich über Scareware-Apps zu bereichern. Eset entdeckte erst vor Kurzem 33 mit Scareware infizierte Minecraft-Anwendungen im Google Play Store. In diesem Fall täuschen die Apps vor, Cheats für das Game zu sein und behaupten fälschlicherweise, dass der Rechner des Users mit Malware befallen sei. Das Problem ließe sich beseitigen – mit Aktivierung einer SMS. Ein teures Unterfangen, denn der im wahrsten Sinne des Wortes angebotene "Premiumdienst" kostet den Nutzer 4,80 Euro wöchentlich.

Passwörter um jeden Preis
Internetkriminelle sind besonders an Passwörtern und Anmeldedaten interessiert und dies ist im Wesentlichen unabhängig von der Branche. Einfaches Passwortraten ist dafür ein gängiger Weg. Allerdings setzen Cyberkriminelle auch auf so genannte Brute-Force-Attacken und versuchen, die Codes durch die Nutzung einer Passwort-Bibliothek zu knacken. Auch Keystroke-Logging, bei dem Tasturanschläge aufgezeichnet werden, ist eine beliebte Masche.

Mit Social Engineering geht alles
Angreifer spielen gern Social Engineering-Techniken wie Phishing aus, um ihre Opfer auszuspionieren und dann zu attackieren. Zuerst spähen sie Twitter- oder Facebook-Profile aus, im Anschluss senden sie eine gezielte Phishing-E-Mail, die den Nutzer auf gefälschte Webseiten lenkt. Oder versenden in der E-Mail selbst einen Malware-verseuchten Anhang.

Steam-User haben dies im letzten November schmerzlich herausfinden müssen, als sie in einer Phishing-E-Mail den kostenlosen Bildschirmschoner im Anhang öffneten und sich dadurch einen Trojaner auf ihren Rechner spielten.

Um die genannten Einfallstore bestmöglich zu schließen, ist zunächst jeder Nutzer dazu aufgerufen, mit äußerster Vorsicht im Internet zu agieren. Für zusätzliche Sicherheit sorgen Security-Lösungen wie die Eset Smart Security oder Eset NOD32 Antivirus. Diese sind zu 100 Prozent kompatibel mit dem neuen Windows 10 und eröffnen Spielern folglich die Möglichkeit von sicherem Gaming mit DirectX 12. (Eset: ra)

Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Cyberangriffe mit politischem Hintergrund

    Die Gaza-Cybergang, die nach heutiger Erkenntnis aus mehreren Gruppierungen mit unterschiedlichem Niveau besteht, hat im vergangenen Jahr eine Cyberspionageoperation durchgeführt, die sich gegen Einzelpersonen und Organisationen mit einem politischen Interesse an der Nahostregion richtete. Dieses Ergebnis geht aus einer detaillierten Analyse von Kaspersky Lab hervor. Für die Kampagne ,SneakyPastes' nutzten die Angreifer Einweg-E-Mail-Adressen, um die Infektion durch Spear-Phishing zu verbreiten, bevor Malware mehrstufig über kostenlose Webseiten nachgeladen wurde. Dieser kostengünstige, aber effektive Ansatz ermöglichte es der Gang, rund 240 hochkarätige Opfer in 39 Ländern weltweit zu treffen - darunter unter anderem Ziele aus dem politischen und diplomatischen Bereich sowie Medien und Aktivisten. Kaspersky Lab hat die Forschungsergebnisse umgehend an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben, die so einen bedeutenden Teil der Angriffsinfrastruktur zerstören konnten.

  • Ein ausgereiftes APT-Framework

    Die Experten von Kaspersky Lab haben ein technisch ausgereiftes Cyberspionage-Framework entdeckt, das seit mindestens 2013 aktiv ist und mit keinem bekannten Bedrohungsakteur in Verbindung zu stehen scheint. Die Spionageplattform ,TajMahal' umfasst rund 80 schädliche Module und enthält Funktionen, die bisher noch nie bei einer Advanced Persistend Threat (APT) gesehen wurden. So können unter anderem Informationen aus der Drucker-Warteschlange gestohlen und zuvor gesehene Dateien auf einem USB-Gerät bei der nächsten Verwendung desselben abgerufen werden. Kaspersky Lab hat bisher nur ein Opfer gesehen, eine zentralasiatische Botschaft mit Sitz im Ausland. Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Opfer existieren, ist allerdings hoch.

  • Scranos wird zum Global Player

    Ausgeklügelte Bedrohungen gehören nach wie vor zu den großen Herausforderungen für Unternehmen. Mit zunehmender Komplexität der Umgebungen finden Malware-Akteure kreative Wege, um gut versteckte und ungepatchte Einstiegspunkte ins Netzwerk zu finden, sich hinter den Kulissen zu verstecken und Schaden anzurichten. Die Bitdefender Cyberthreat Intelligence Labs deckten mit Scranos jüngst eine neue Spyware auf. Scranos ist eine Rootkit-fähige Spyware, die mit einem möglicherweise gestohlenen Zertifikat signiert wurde. Diese Rootkit-Malware ist eng mit dem Betriebssystem verbunden, sehr diskret und schwer zu erkennen. Scranos wird sich voraussichtlich mindestens so weit verbreiten wie die Anzeigenbetrugssoftware von Zacinlo. Zacinlo ist ein extrem ausgeklügeltes Spyware-Programm, das seit Anfang 2012 heimlich läuft, Einnahmen für seine Betreiber generiert und die Privatsphäre seiner Opfer unterwandert. Scranos infiziert aktuell Anwender weltweit, weil es plattformübergreifend bestehen kann und es eine immer größere Zahl an Unternehmensendpunkten hinzugewinnt, insbesondere durch Android-Geräte.

  • Cisco entdeckt neuartige Angriffsmethode

    "Cisco Talos" hat eine neuartige Angriffsmethode entdeckt. Darüber spionierten Cyberkriminelle u.a. Registrierungsstellen für Domain-Namen aus. Mit den gestohlenen Anmeldeinformationen waren sie in der Lage, weitere Attacken gegen staatliche Organisationen und andere hochrangige Ziele erfolgreich auszuführen, deren Website-Besucher wurden auf gespiegelte Seiten umgelenkt, um an sensible Daten zu gelangen. Die Opfer konnten den Betrug nur schwer erkennen. "Dieser ausgeklügelte Angriff missbrauchte das Domain Name System (DNS), um Datenverkehr umzuleiten und Zugangsdaten und sensible Informationen zu sammeln", erklärt Holger Unterbrink, Security Researcher - Technical Leader, Cisco Talos/Deutschland.

  • APT40 zielt auf Nachrichtendienstziele

    FireEye gibt neue Informationen zur Hacker-Gruppe APT40 bekannt, die bereits seit mindestens 2013 tätig ist. Ziel der Gruppe ist vermutlich, die Aktivitäten der chinesischen Marine zu unterstützen. APT40 konzentriert sich speziell auf die Bereiche Maschinenbau, Transport und Verteidigungsindustrie, insbesondere dort, wo sich diese Sektoren mit den maritimen Technologien überschneiden. Die Gruppe ist auch bekannt als TEMP.Periscope beziehungsweise TEMP.Jumper.