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Wie eine Petya-Infektion abläuft


Petya: Nach einer Infektion kann das Opfer das System nicht mehr nutzen
Während der Nutzer auf den Neustart wartet, durchsucht Petya das Netzwerk nach potentiell zu infizierenden Systemen

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Die besonders bösartige Ransomware-Familie Petya hat einige Ähnlichkeit mit der WannaCry-Ransomware Anfang Mai, doch wurde die Kampagne deutlich professioneller durchgeführt. Die Auswirkungen für Firmen waren deutlich schlimmer. Die Malware aus der Petya-Familie handelt. verhält sich laut Angaben von F-Secure wie ein Netzwerk-Wurm, der sich über die gleiche SMB-Schwachstelle wie WannaCry verbreitet. Dabei setzt die Ransomware auf das ExternalBlue Exploit, das von der NSA entwickelt und im Internet veröffentlicht wurde.

Jarkko aus den F-Secure Labs beschreibt Petya in einem Blogpost von 2016 als eine Ransomware mit einem bösartigen Twist. Sie verschlüsselt nicht nur einzelne Dateien, sondern die komplette Festplatte. Bis die Infektion entfernt wurde, ist das System kaum nutzbar.

Die meisten Crypo-Ransomware-Familien zielen auf einzelne Dateien und verschlüsseln diese auf der Festplatte. Dadurch haben Opfer zwar keinen Zugriff auf die Informationen, können aber das System noch nutzen. Petya treibt es weiter, nach einer Infektion kann das Opfer das System nicht mehr nutzen.

Auf der technischen Seite geschieht folgendes:
>> Eine bösartige Datei wird ausgeführt;
>> Eine neue Aufgabe wird angelegt, die die infizierte Maschine in einer Stunde neu startet;
>> Während der Nutzer auf den Neustart wartet, durchsucht Petya das Netzwerk nach potentiell zu infizierenden Systemen;
>> Nachdem passende IP-Adressen gesammelt wurden, nutzt Petya die SMB-Schwachstelle und kopiert sich selbst auf die Zielmaschine;
>> Nach dem Neustart beginnt die Verschlüsslung während des Boot-Vorgangs, danach wird die Erpressungsnachricht gezeigt.

Der Ausbruch traf Firmen und Organisationen überall auf der Welt. Zu den betroffenen Ländern gehören Deutschland, Frankreich, Indien, Spanien, Großbritannien und andere. Und ähnlich wie bei WannaCry sind auch Systeme betroffen, die man nicht erwarte – etwa ein Geldautomat in der Ukrain
Und obwohl bei der WannaCry-Attacke ein cleverer Sicherheitsexperte einen Fehler fand und den Angriff stoppen konnte, sieht F-Secure Security Advisor Sean Sullivan keine solche Lösung für die aktuelle Petya-Attacke.

"Die WannaCry-Angreifer scheiterten, weil sie auf ihren Erfolg nicht vorbereitet waren. Allerdings fühlt sich diese Petya-Kampagne anders an. Sie ist erst in der ersten Runde, wirkt deutlich professioneller und die Hintermänner sind bereit, abzukassieren", so Sean. "Mit dieser Attacke ist die Zeit für Anfänger definitiv vorbei."

Da der Angriff ähnlich abläuft wie bei WannaCry, sind auch die Gegenmaßnahmen ähnlich:
Aktualisieren Sie Windows. Blocken Sie in ihrer Firewall den Port 445 für eingehende Verbindungen und nutzen Sie Schutzprogramme auf den jeweiligen Systemen.
(F-Secure: ra)

eingetragen: 10.07.17
Home & Newsletterlauf: 31.07.17


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