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Diverse Zahlungsumlenkungs-Scams


Report: Einblicke in Aktivitäten einer nigerianischen Scammer-Gruppierung
Scammer erbeuten mehrere hunderttausend US-Dollar durch die Umlenkung von Zahlungen

(11.09.15) - FireEye hat einen neuen Report des FireEye Labs-Teams veröffentlicht, der sich detailliert mit den Aktivitäten einer in Nigeria ansässigen Cyberkriminellen-Gruppierung beschäftigt. Die im Report "An Inside Look: Into the World of Nigerian Scammers" beschriebene Gruppierung war in diverse Zahlungsumlenkungs-Scams verwickelt. Diese Art von Betrug zielt auf rechtmäßige Geschäftstransaktionen ab, die es den Scammern erlauben, Gelder auf ein von ihnen kontrolliertes Bankkonto umzulenken, ohne dass das Opfer dies bemerkt. Die Technologie, die dabei zum Einsatz kommt, ist eher rudimentär – und trotzdem hat sich die Methode als sehr effektiv erwiesen. Nach Einschätzung von FireEye haben Scammer bereits 2.328 Opfer in 54 Ländern ins Visier genommen. Im Fokus stehen kleine und mittelständische Unternehmen in Asien.

Der Report bietet einen Einblick in tägliche Aktivitäten der Gruppierung und untersucht, wie Scammer Exploits oder Malware illegal erwerben und wie sie E-Commerce-Portale wie Alibaba nutzen, um ihre Opfer ausfindig zu machen. Des Weiteren verfolgt FireEye die Schritte der Scammer beim Infizieren und Beobachten ihrer Opfer, bevor sie letztlich deren geschäftliche Transaktionen umlenken.

Die in Nigeria ansässigen Cyberkriminellen verwenden Malware als Bestandteil ihrer betrügerischen Scams. Die verschiedenen Malware-Varianten sind nur lose verbunden, teilen sich aber den gleichen Command-and-Control (CnC)- Server. Die Gruppierung setzt das Microsoft Word Intruder (MWI) Exploit-Kit als eine ihrer primären Methoden ein. Sie nutzt MWI, um Opfer mit HawkEye zu infizieren – einem kommerziellen Keylogger, der durch seinen hohen Erfolgsgrad bei der Infizierung von Opfern innerhalb vieler Branchen sehr bekannt wurde – sowie den Keylogger KeyBase.

"Zahlungs-Scams haben sich seit Mitte der 80er-Jahre mithilfe neuer Technologien weiterentwickelt. Heute verwenden die Scammer Malware, um Anmeldedaten zu stehlen und nutzen diese, um ihre Opfer zu ködern und zu manipulieren", sagt Frank Kölmel, VP Central and Eastern Europe bei FireEye. "Während sogenannte 419-Scams - die auf dem klassischen Trick des Vorschussbetrugs basieren - einfach zu entdecken sind, ist der Betrug durch die Umlenkung von Zahlungen wesentlich schwieriger aufzudecken." (FireEye: ra)

FireEye: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Wann wird ein Exploit wirklich zur Gefahr

    Eine weitere Anfälligkeit im Formeleditor in Microsoft Office ist nichts Neues. Interessant ist dieses Mal allerdings die Aktivität des angebotenen Patches. Unabhängig von der Lösung des Problems rücken wieder einmal raubkopierte und alte MS-Office-Versionen ins Blickfeld der Cyberkriminellen. Der Formeleditor (Equation Editor) war sein ganzes Dasein über einer langen Reihe unterschiedlicher Exploits ausgesetzt. Er ist eine Komponente von Microsoft Office, und anstatt ihn noch ein weiteres Mal zu fixen, hat sich der Hersteller dazu entschlossen, einen Patch herauszugeben, der im Wesentlichen den Editor vom System vollständig deinstalliert. Es gibt einen bestimmten Reifepunkt im Lebenszyklus eines Office-Exploits, der dann erreicht ist, wenn den Cyberkriminellen Tools zur Nutzung der Schwachstelle in breitem Umfang zur Verfügung stehen. Zuvor trifft der Exploit nur wenige ausgewählte Opfer mit gezielten Angriffen. Ab dem Zeitpunkt jedoch, an dem er weit verbreitet ist, entsteht für eine breite Nutzergruppe eine Bedrohung. Die aktuelle Schwachstelle des Equation Editor erreichte diesen entscheidenden Reifegrad Ende Juni 2019 - genannt CVE-2018-0798.

  • Werkzeug für gezielte Überwachungsangriffe

    Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab haben neue Versionen von ,FinSpy', einem komplexen, bösartigen Überwachungs-Tool mobiler Geräte, entdeckt. Die neuen Implantate funktionieren sowohl auf iOS- als auch auf Android-Devices, können die Aktivitäten auf fast allen gängigen - auch verschlüsselten - Messaging-Diensten überwachen und ihre Spuren dabei noch besser als bisher verschleiern. Die Angreifer sind dadurch in der Lage, alle Aktivitäten eines Geräts auszuspionieren und sensible Daten wie GPS-Standort, Nachrichten, Bilder, Anrufe und vieles mehr auszulesen. Bei FinSpy handelt es sich um ein äußerst effektives Software-Werkzeug für gezielte Überwachungsangriffe. Weltweit wurden bereits dementsprechende Informationsdiebstähle bei NGOs, Regierungen und Strafverfolgungsbehörden beobachtet. Die verantwortlichen Cyberkriminellen sind dabei in der Lage, das Verhalten jeder bösartigen FinSpy-Variante an eine bestimmte Zielperson oder eine Zielgruppe anzupassen.

  • Loader für Trojaner und Ransomware

    In der Welt der Malware spielen Loader, also Programme, die andere Software wie Trojaner oder Ransomware nachladen, eine immer wichtigere Rolle. Unternehmen brauchen in vielen Fällen sehr lange, bis eine derartige Schadsoftware entdeckt wird - häufig geschieht dies erst, wenn die Malware weitere Module nachlädt. Proofpoint hat nun seine neuesten Erkenntnisse zu den Aktivitäten eines der umtriebigsten Akteure in diesem Feld in einem Blog-Post veröffentlicht. Die Rede ist von der Hackergruppe TA505 (Threat Actor 505), die einen neuen Loader verbreitet, mit dem vor allem die Bankenbranche in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Südkorea, Singapur und den USA ins Visier genommen wird.

  • Sodin nutzt Windows-Schwachstelle aus

    Kaspersky-Forscher haben eine neue Verschlüsselungs-Ransomware namens ‚Sodin' entdeckt, die eine kürzlich entdeckte Zero-Day-Windows-Sicherheitslücke ausnutzt, um erhöhte Berechtigungen in einem infizierten System zu erlangen. Des Weiteren nutzt sie die Architektur der Central Processing Unit (CPU), um eine Erkennung zu vermeiden, und benötigt keine Nutzerinteraktion zur Infizierung. Ransomware, die Geräte oder Daten verschlüsselt oder sperrt und Lösegeld verlangt, ist eine ständige Cyberbedrohung für Privatanwender und Unternehmen. Die meisten Sicherheitslösungen erkennen bekannte Versionen und etablierte Angriffsmethoden. Die Sodin-Ransomware ist allerdings anspruchsvoller und nutzt eine kürzlich entdeckte Zero-Day-Sicherheitslücke in Windows (CVE-2018-8453) aus, um seine Rechte auf dem betroffenen System auszuweiten.

  • Blaupause eines Cyberangriffs

    Experten der Bitdefender-Labs ist es gelungen, den zeitlichen Verlauf eines Angriffs der Carbanak-Gruppe vollständig zu rekonstruieren. Opfer war eine osteuropäische Bank. Die Rekonstruktion aller Aktivitäten der Attacke liefert wertvolle Erkenntnisse für die Sicherung kritischer Infrastrukturen und zeigt die Bedeutung von Endpoint-Security-Maßnahmen auf. Während die Infiltrierung des Netzwerks bereits nach 90 Minuten abgeschlossen war, bewegten sich die Angreifer mit Hilfe der Cobalt Strike Malware weitere 63 Tage durch die gesamte Infrastruktur, um das System auszuspähen und weitere Informationen für den finalen Raubüberfall zu sammeln. Wäre die Attacke erfolgreich gewesen, hätten die Kriminellen unbemerkt über das Geldautomatennetzwerk verfügen können.