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Infektiöse Fake-Video-Flut


Anstieg von verseuchten Facebook-Beiträgen – Chrome-Browser als Infektionsvektor
Verteilung über Facebook Messenger und persönlich formulierte Beiträge in der Facebook Timeline

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Eset registriert eine massive Zunahme von infektiösen Fake-Videos auf Facebook. Gekaperte Facebook-Accounts spülen die Beiträge als "Das erste private Video" oder "Mein Video" in die Timelines und Messenger-Posteingänge der Facebook-Freunde. Verantwortlich ist ein schadhaftes Plugin für den Chrome-Browser, das noch sehr viel weitreichendere Funktionen mitbringt, die aktuell noch inaktiv sind. Die Masche der Betrüger ist nicht neu: So analysierte Eset erst vergangene Woche in seinem Security-Blog WeLiveSecurity die aktuell massenhaft geteilten und gefährlichen RayBan-Lockangebote, die sich im Rahmen der Betrachtung als Kreditkartenbetrug herausstellen.

Große Gefahr durch persönliche Note
Die sehr persönliche Tarnung der Fake-Videos provoziert schnelle und unüberlegte Klicks der Facebook-Freunde. Im Anschluss an den Klick startet jedoch kein privates Video, sondern es erscheint eine gefälschte YouTube-Website. Diese verlangt unmittelbar nach der Installation eines Browser-Plugins:

Sorry, if you don't install Video Play plugin, you will not be able to watch the video!
Click 'Add Extension' to watch the Video

Das Plugin, das sich als legitimiertes und geprüftes "Make A GIF"-Plugin ausgibt, ist allerdings mit einer Schadsoftware (Malware) gespickt, die den Browser als Einfallstor nutzt und private Facebook-Accounts infiltriert. So setzt sich die Infektionskette schrittweise immer weiter fort und massenhaft neue Fake-Videos betteln in der Facebook-Gemeinde über den Messenger und Beiträge um Klicks.

Eset erkennt die Bedrohung als JS/Kilim.SO und JS/Kilim.RG. Aktuell sind nur Nutzer des Google Chrome-Browsers gefährdet, allerdings besteht keine Garantie, dass sich die Angriffe nicht auch auf andere Browser ausweiten.

Wie eine Analyse des IT-Forschungslabors von Eset ergab, ist der Schadcode des Fake-Plugins neben dem Verbreiten von Nachrichten und Beiträgen auch dazu in der Lage, neue Freunde bei Facebook hinzuzufügen, Freunde zu löschen sowie Postings zu bearbeiten oder zu editieren. Aktuell sind diese Funktionalitäten zwar nicht aktiv, dies kann jedoch jederzeit passieren.

Betroffen? So bereinigen Sie in zwei Schritten ihr Facebook-Konto
Entfernen Sie die "Make A GIF"-Extension von Ihrem Chrome-Browser (Weitere Tools -> Erweiterungen)
Führen Sie auf Ihrem Rechner eine Virenprüfung mit einer aktuellen Security Software durch. Hier helfen auch kostenfreie Tools wie der Eset Online Scanner, die keine Installation erfordern

Eset rät zu großer Aufmerksamkeit beim Anklicken von verdächtig wirkenden Videos auf Facebook. Ebenso sollten Plugins auf Videoplattformen wie YouTube nur mit Vorsicht installiert werden, da die meisten Videoinhalte nativ im Browser wiedergegeben werden können. (Eset: ra)

eingetragen: 20.04.16
Home & Newsletterlauf: 09.05.16


Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Cyberangriffe mit politischem Hintergrund

    Die Gaza-Cybergang, die nach heutiger Erkenntnis aus mehreren Gruppierungen mit unterschiedlichem Niveau besteht, hat im vergangenen Jahr eine Cyberspionageoperation durchgeführt, die sich gegen Einzelpersonen und Organisationen mit einem politischen Interesse an der Nahostregion richtete. Dieses Ergebnis geht aus einer detaillierten Analyse von Kaspersky Lab hervor. Für die Kampagne ,SneakyPastes' nutzten die Angreifer Einweg-E-Mail-Adressen, um die Infektion durch Spear-Phishing zu verbreiten, bevor Malware mehrstufig über kostenlose Webseiten nachgeladen wurde. Dieser kostengünstige, aber effektive Ansatz ermöglichte es der Gang, rund 240 hochkarätige Opfer in 39 Ländern weltweit zu treffen - darunter unter anderem Ziele aus dem politischen und diplomatischen Bereich sowie Medien und Aktivisten. Kaspersky Lab hat die Forschungsergebnisse umgehend an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben, die so einen bedeutenden Teil der Angriffsinfrastruktur zerstören konnten.

  • Ein ausgereiftes APT-Framework

    Die Experten von Kaspersky Lab haben ein technisch ausgereiftes Cyberspionage-Framework entdeckt, das seit mindestens 2013 aktiv ist und mit keinem bekannten Bedrohungsakteur in Verbindung zu stehen scheint. Die Spionageplattform ,TajMahal' umfasst rund 80 schädliche Module und enthält Funktionen, die bisher noch nie bei einer Advanced Persistend Threat (APT) gesehen wurden. So können unter anderem Informationen aus der Drucker-Warteschlange gestohlen und zuvor gesehene Dateien auf einem USB-Gerät bei der nächsten Verwendung desselben abgerufen werden. Kaspersky Lab hat bisher nur ein Opfer gesehen, eine zentralasiatische Botschaft mit Sitz im Ausland. Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Opfer existieren, ist allerdings hoch.

  • Scranos wird zum Global Player

    Ausgeklügelte Bedrohungen gehören nach wie vor zu den großen Herausforderungen für Unternehmen. Mit zunehmender Komplexität der Umgebungen finden Malware-Akteure kreative Wege, um gut versteckte und ungepatchte Einstiegspunkte ins Netzwerk zu finden, sich hinter den Kulissen zu verstecken und Schaden anzurichten. Die Bitdefender Cyberthreat Intelligence Labs deckten mit Scranos jüngst eine neue Spyware auf. Scranos ist eine Rootkit-fähige Spyware, die mit einem möglicherweise gestohlenen Zertifikat signiert wurde. Diese Rootkit-Malware ist eng mit dem Betriebssystem verbunden, sehr diskret und schwer zu erkennen. Scranos wird sich voraussichtlich mindestens so weit verbreiten wie die Anzeigenbetrugssoftware von Zacinlo. Zacinlo ist ein extrem ausgeklügeltes Spyware-Programm, das seit Anfang 2012 heimlich läuft, Einnahmen für seine Betreiber generiert und die Privatsphäre seiner Opfer unterwandert. Scranos infiziert aktuell Anwender weltweit, weil es plattformübergreifend bestehen kann und es eine immer größere Zahl an Unternehmensendpunkten hinzugewinnt, insbesondere durch Android-Geräte.

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    "Cisco Talos" hat eine neuartige Angriffsmethode entdeckt. Darüber spionierten Cyberkriminelle u.a. Registrierungsstellen für Domain-Namen aus. Mit den gestohlenen Anmeldeinformationen waren sie in der Lage, weitere Attacken gegen staatliche Organisationen und andere hochrangige Ziele erfolgreich auszuführen, deren Website-Besucher wurden auf gespiegelte Seiten umgelenkt, um an sensible Daten zu gelangen. Die Opfer konnten den Betrug nur schwer erkennen. "Dieser ausgeklügelte Angriff missbrauchte das Domain Name System (DNS), um Datenverkehr umzuleiten und Zugangsdaten und sensible Informationen zu sammeln", erklärt Holger Unterbrink, Security Researcher - Technical Leader, Cisco Talos/Deutschland.

  • APT40 zielt auf Nachrichtendienstziele

    FireEye gibt neue Informationen zur Hacker-Gruppe APT40 bekannt, die bereits seit mindestens 2013 tätig ist. Ziel der Gruppe ist vermutlich, die Aktivitäten der chinesischen Marine zu unterstützen. APT40 konzentriert sich speziell auf die Bereiche Maschinenbau, Transport und Verteidigungsindustrie, insbesondere dort, wo sich diese Sektoren mit den maritimen Technologien überschneiden. Die Gruppe ist auch bekannt als TEMP.Periscope beziehungsweise TEMP.Jumper.