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Russischsprachiges Ransomware-Ökosystem


Ransomware 2016: Dreiviertel kam aus russischem Cyberuntergrund
Die enorme Ransomware-Welle derzeit hängt auch damit zusammen, dass im Untergrund ein sehr flexibles und nutzerfreundliches System existiert, über das Cyberkriminelle ohne tiefere Computerkenntnisse und Finanzressourcen Ransomware-Attacken durchführen können

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75 Prozent der im vergangenen Jahr neu aufgetauchten Ransomware-Familien entstammt dem russischsprachigen Cyberuntergrund. So wurden mindestens 47 von insgesamt 62 neu entdeckten Krypto-Ransomware-Familien der Verschlüsselungsprogramme von russischsprachigen Cyberkriminellen entwickelt. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Kaspersky Lab über das russischsprachige Ransomware-Ökosystem hervor.

Die Analyse zeigt zudem, dass sich vormals kleinere Gruppen mit eingeschränkten Fähigkeiten zu großen kriminellen Organisationen entwickelt haben, die über Ressourcen und Wissen verfügen, um private und geschäftliche Ziele auf der ganzen Welt anzugreifen.

Die enorme Ransomware-Welle derzeit hängt laut der Kaspersky-Analyse auch damit zusammen, dass im Untergrund ein sehr flexibles und nutzerfreundliches System existiert, über das Cyberkriminelle ohne tiefere Computerkenntnisse und Finanzressourcen Ransomware-Attacken durchführen können.

"Es ist schwierig zu sagen, warum so viele Ransomware-Familien einen russischsprachigen Ursprung haben", so Anton Ivanov, Sicherheitsforscher bei Kaspersky Lab. "Aber wir beobachten, dass sich kleine Gruppen zu großen kriminellen Organisationen entwickeln, die mehr Ressourcen und nicht nur russische Ziele im Visier haben. Ransomware-Gangs werden zu gefährlichen Feinden. Es ist wichtig, dass wir so viel wie möglich von ihnen wissen."

Das Geschäft mit Ransomware
Laut den Experten von Kaspersky Lab wird das cyberkriminelle Geschäft mit Ransomware vor allem über Partnerprogramme professionell organisiert, dazu gehören:

• >> Entwickler von Ransomware: Code-Entwickler sind die Basis für Ransomware-Angriffe und somit Kernelement des Ökosystems.

• >> Betreiber von Affiliate-Programmen: Ransomware-Schädlinge werden über Affiliate-Programme – inklusive Support – mithilfe unterschiedlicher Tools wie Exploit-Kits und schadhaftem Spam verbreitet. Laut Einschätzung von Kaspersky Lab beträgt der tägliche Umsatz eines Affiliate-Programms mehrere zehn- bis hunderttausende US-Dollar, wovon rund 60 Prozent bei den Kriminellen als Nettogewinn verbleiben.

• >> Partner der Affiliate-Programme: Betreiber von Affiliate-Programmen wiederum kooperieren ihrerseits mit Partnern, die bei der Ransomware-Verbreitung helfen und im Gegenzug einen Teil des Lösegelds erhalten. Ein wenig kriminelle Energie und ein paar Bitcoins sind bereits ausreichend, um über ein Affiliate-Programm in dieses Geschäftsmodell einzusteigen.
(Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 13.03.17
Home & Newsletterlauf: 05.04.17


Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

  • Russischsprachiges Ransomware-Ökosystem

    75 Prozent der im vergangenen Jahr neu aufgetauchten Ransomware-Familien entstammt dem russischsprachigen Cyberuntergrund. So wurden mindestens 47 von insgesamt 62 neu entdeckten Krypto-Ransomware-Familien der Verschlüsselungsprogramme von russischsprachigen Cyberkriminellen entwickelt. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Kaspersky Lab über das russischsprachige Ransomware-Ökosystem hervor. Die Analyse zeigt zudem, dass sich vormals kleinere Gruppen mit eingeschränkten Fähigkeiten zu großen kriminellen Organisationen entwickelt haben, die über Ressourcen und Wissen verfügen, um private und geschäftliche Ziele auf der ganzen Welt anzugreifen.

  • RAMNIT 2.0: Gefährlicher denn je

    Das Internet vergisst nichts. Diese Erfahrung müssen leider auch Sicherheitsanbieter und Ermittlungsbehörden immer wieder machen. Zwar werden die Schlagzeilen von den neuesten Bedrohungen und Abwehrtechniken beherrscht, doch sollte man nicht den Fehler machen, "alte" Bedrohungen und Taktiken von Cyberkriminellen zu unterschätzen. Der totgeglaubte Bankentrojaner RAMNIT, der 2016 ein wahres Comeback gefeiert hat, ist ein perfektes Beispiel dafür. RAMNIT ist ein Banken-Trojaner, der seit 2010 sein Unwesen treibt und vertrauliche Informationen wie Kontodaten stiehlt. Europol wollte dem Treiben Einhalt gebieten und nahm im Februar 2015 einige Befehls- und Kontrollserver vom Netz, von denen aus der Trojaner auf den infizierten Rechnern der Anwender gesteuert wurde. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Behörden von 3,2 Millionen erfolgreichen Infektionen aus.

  • Unklar, wer hinter den Angriffen steckt

    Die Experten von Kaspersky Lab haben eine Reihe zielgerichteter und nahezu unsichtbarer Attacken entdeckt, die ausschließlich mittels legitimer Software durchgeführt wurden. Die Angreifer nutzen weitverbreitete Tools für Penetrationstests und Administratoren sowie das PowerShell-Framework zur Aufgabenautomatisierung unter Windows. Es werden keine Malware-Dateien auf der Festplatte hinterlassen, sondern lediglich kurzeitig im Speicher versteckt. Der Ansatz verhindert eine Entdeckung durch Whitelisting-Technologien und hinterlässt Forensikern kaum analysierbare Spuren oder Malware-Muster. Die Angreifer verbleiben nur im System, solange sie Informationen sammeln. Mit dem nächsten Systemneustart sind alle Spuren beseitigt. Die Angreifer sind noch aktiv.

  • Gefährlicher Code frei verfügbar

    Erneut wurde der Google Play Store zum Einfallstor für Cyberkriminelle: Nachdem der europäische Security-Software-Hersteller Eset bereits im Sommer 2016 mehrere gefälschte Pokémon-Apps entdeckt hat, enttarnte das Unternehmen jetzt zwei als Wetter-Apps getarnte Android-Trojaner. Die Trojaner verbreiteten ein Botnet, das nach einem Tipp von Eset ausgeschaltet werden konnte. Die beiden scheinbar harmlosen Wetter-Apps "Good Weather" und "World Weather" waren mehrere Tage lang im Google Play Store verfügbar, bevor sie von Eset entdeckt und vom Google Sicherheitsteam gelöscht wurden. Sie bildeten ein Botnet, das es auf die Anmeldeinformationen von Banken abgesehen hat. Außerdem konnte es Android-Smartphones ferngesteuert sperren und SMS-Nachrichten mitlesen.

  • Gut dokumentierte Infektionskette

    Forscher von Proofpoint haben eine neue Angriffsmethode entdeckt, die versucht, Google Chrome-Nutzer zum Herunterladen von Malware zu veranlassen. Erreicht werden soll dies durch selektive Injektionen in Websites, die das Auftreten von Problemen zusammen mit dem Angebot von gefälschten Lösungen vortäuschen. Benutzer in vielen verschiedenen Regionen sind betroffen. Die Infektionsmethode kombiniert kompromittierte Websites, Browser-Targeting und Social-Engineering, um Nutzer zu täuschen. Dieser neue Infektionsweg ist die letzte Entwicklung in der ElTest-Kette, einer gut dokumentierten Infektionskette, die kompromittierte Webseiten nutzt, um die betroffenen User auf EK-Landing-Seiten zu verweisen.