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Carbanak-Bande plant neue Anschläge


Forscherteam deckt Vorbereitungen zu Angriffen auf Banken und Finanzinstitutionen auf
Kriminelle setzen Spear-Phishing-Mails ein, die URLs, Dokumente mit Makros oder Exploits enthielten



Ein Forscherteam von Proofpoint hat entdeckt, dass die berüchtigte Carbanak-Bande wieder aktiv ist und es auf Banken in Europa, dem Mittleren Osten und den USA abgesehen hat. Proofpoint beobachtete Vorbereitungen zu diversen Angriffen und warnt nun davor, dass die Bande wieder Schäden in Milliardenhöhe anrichten wird, wenn ihr nicht schnell Einhalt geboten wird. Proofpoint veröffentlichte einen Blog-Beitrag und einen Forschungsbericht zu dieser Entdeckung auf der Website.

Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse aus beiden Berichten:

Die Carbanak-Bande
Die Carbanak-Bande ist bekannt dafür, dass sie Finanzunternehmen infiltriert und Millionen Dollar erbeutet, indem sie die Netzwerke interner Zahlungsprozesse, ATM-Netzwerke und Transaktionen ausspioniert und missbraucht. Im aktuellen Fall wurden Kampagnen im Mittleren Osten, USA und Europa aufgedeckt, die auf die obere Management-Ebene in Finanzunternehmen oder auf finanzielle Entscheider abzielten. Dabei setzten die Kriminellen Spear-Phishing-Mails ein, die URLs, Dokumente mit Makros oder Exploits enthielten. Sie unterstützten die Aktionen mit der Carbanak-spezifischen Malware Spy.Sekur und gewöhnlichen Remote-Acess-Trojanern (RATs) wie jRAT, Netwire und Cybergate.

Neue Anschläge in Vorbereitung
Am 1. März entdeckte Proofpoints Forschungsteam eine E-Mail, die an handverlesene Bankangestellte und Mitarbeiter von Finanzorganisationen, professionellen Dienstleistern sowie Software-Händlern gerichtet war. Die Zielpersonen waren aus der oberen Führungs- und Entscheidungsebene: Direktoren, Führungskräfte, regionale und überregionale Manager und Betriebsleiter. Die meisten Zielpersonen arbeiten im Mittleren Osten in Ländern wie Libanon, Kuweit, Vereinigte Arabische Emirate und Jemen.

Am 4. März entdeckte Proofpoint noch mehr zielgerichtete E-Mails, die an Einzelpersonen und Abteilungen wie Support und Verwaltung aus den Branchen Finanzwesen, Massenmedien und andere, scheinbar zufällige Zielpersonen in Brandschutz, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik adressiert waren. Diese Personen arbeiteten in Finanz- und Helpdesk-Positionen als Account Manager, Kreditprüfer und IT-Support. Anders als in der oben beschriebenen Kampagne arbeiten die meisten Zielpersonen in Unternehmen, die ihren Sitz in USA und Europa haben.

Hersteller und Lieferanten als Hintertür
Die Carbanak-Bande steckt seit 2013 hinter einer Reihe von Anschlägen, die meist auf Kampagnen im APT-Modus basieren und unterschiedliche Zielgruppen mit vielfältiger Malware bombardieren. In den beschriebenen Fällen nutzte die Bande neue Exploits, Dokumente mit Makros und Remote-Access-Trojaner, um neue Ziele außerhalb ihrer gewöhnlichen russischen Domains zu attackieren. Sie setzten Kampagnen mit Dateianhängen, URLs,die zu Exploit-Dokumenten verlinken, und raffinierte Malware ein, um Unternehmen in den USA und dem Mittleren Osten zu attackieren. Außerdem dehnte sie ihre Zielgruppe von Finanz-Institutionen zu scheinbar zufälligen Branchen wie Brandschutz, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik aus.

Auf jeden Fall zeigte sich durch die Datenschutzverletzungen, dass Hersteller und Lieferanten den Angreifern als Hintertür zu ihrem wirklichen Ziel dienen können. (Proofpoint: ra)

eingetragen: 08.04.16
Home & Newsletterlauf: 29.04.16


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Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

  • Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung

    Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen - wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

  • Phishing ist ein langfristiges Problem

    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

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    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

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