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Aktive Vermarktung schadhafter Makros


Anstieg schadhafter Makros auf wirtschaftliche Interessen krimineller Internetkreise zurückzuführen
Branchenführer im Bereich Advanced-Threat-Protection sieht wirtschaftlichen Nutzen für Cyber-Kriminelle als Ursache für den kürzlichen Anstieg schadhafter Makros

(24.07.15) – Proofpoint kündigt die Veröffentlichung eines Berichts an, in dem die wirtschaftlichen und technischen Hintergründe hinter dem aktuellen Anstieg schadhafter Makros aufgedeckt werden, die unter anderem den Banking-Trojaner Dridex verbreiten. Der Proofpoint-Bericht "The Cybercrime Economics of Malicious Macros" (Das Cybercrime-Geschäft mit schadhaften Makros) stellt deutlich heraus, wie Internet-Kriminelle in den letzten neun Monaten zunehmend auf kosteneffiziente Makros zurückgegriffen haben, um mehr Ziele zu erreichen und höhere Erträge für ihre finanziellen Investitionen zu erzielen.

"Die Internetkriminalität ist ein großes Geschäft und die Akteure konzentrieren sich zunehmend auf die Ausnutzung von Einzelpersonen, um automatisierte Sicherheitssysteme zu umgehen", erklärt Kevin Epstein, VP, Advanced Security & Governance bei Proofpoint. "Hackergruppen betreiben eine aktive Vermarktung schadhafter Makros und verfolgen ihre Erfolgsquote nach – eindeutig heiße Ware. Die Logik dahinter ist simpel: Schadhafte Makros sind effektiv, billig und bringen den Angreifern eine bessere Rendite. Leider bedeutet das auch, dass sie nicht so schnell wieder verschwinden werden."

Der Proofpoint-Bericht The Cybercrime Economics of Malicious Macros analysiert die technischen Hintergründe einiger Malware-Beispiele von führenden Makro-Entwicklern und präsentiert Nachforschungen aus Hackerforen. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die hohe Erfolgsquote und Kosteneffizienz von schadhaften Makros die Landschaft der E-Mail-gebundenen Bedrohungen in sehr kurzer Zeit nachhaltig verändert hat. Vor der zweiten Jahreshälfte 2014 hatten sich Internet-Kriminelle in überwältigender Mehrheit auf schadhafte URLs gestützt, mit denen sie Malware in groß angelegten Phishing-Kampagnen über unerwünschte E-Mails verbreitet haben.

Die Taktik hat sich im September 2014 grundlegend geändert, als in organisierten Online-Phishing-Kampagnen, in denen hauptsächlich der Banking-Trojaner Dridex verbreitet wurde, nun plötzlich schadhafte Microsoft-Word-Dokumentanhänge das Mittel der Wahl waren. Dieser Trend verfestigt sich nun schon seit neun Monaten immer stärker. Allein im April und Mai dieses Jahres haben Proofpoint-Experten 56 verschiedene Dridex-Kampagnen erfasst, bei denen in manchen Fällen pro Tag mehrere Millionen E-Mails mit Dridex-Anhängen versandt wurden.

Sechs wichtige Erkenntnisse, die aus dem Bericht The Cybercrime Economics of Malicious Macros hervorgehen, sind:

>> Kampagnen stützen sich stark auf den "menschlichen Faktor". Täuschend einfache und flexible schadhafte Makros haben URL-basierte Bedrohungen durch Anhang-basierte Kampagnen als Hauptbedrohung abgelöst. Dies ist auf deren Fähigkeit zurückzuführen, Phishing-Methoden zur Ausnutzung der menschlichen Neugier anzuwenden und den Benutzer zu täuschen, woraufhin dieser auf den Anhang klickt. Auf diese Weise werden viele automatisierte Sandbox-Prüfungen vermieden.

>> Makro-Kampagnen werden zunehmend komplexer und weichen vielen modernen Erkennungsmethoden aus, wie etwa Sandboxes. Aktuelle Makro-Kampagnen sind sehr erfolgreich bei der Umgehung konventioneller signatur- und reputationsbasierter Sicherheitssysteme sowie neuerer verhaltensbasierter Sandboxes.

>> Effizienz ist ein wichtiger Faktor. Die hohen Erfolgsquoten und die Kosteneffizienz der immer komplexer werdenden schadhaften Makros haben zu diesem Wandel der Malware-basierten E-Mail-Angriffe geführt.

>> Kampagnen mit schadhaften Makro-Anhängen haben in Anzahl und Häufigkeit zugenommen. Proofpoint schätzt, dass Kampagnen mit schadhaften Makros noch so lange zunehmen werden, bis entweder die Kosten steigen oder die Effizienz so weit sinkt, dass sie sich nicht mehr rentieren.

>> Kampagnen werden von klugen Akteuren geführt. Obwohl schadhafte Makros ein geringes Zugangshindernis bieten, treiben die meisten Kampagnen Malware weiterhin voran, darunter auch Dyre und Dridex. Nur die Angreifer mit hohem technischen Verständnis haben die Expertise, diese Kampagnen erfolgreich zu nutzen.

Niedrige Kosten und hohe Zugänglichkeit fördern den Erfolg der Hacker. Das Budget für eine Schaddokument-Kampagne (auch "Maldoc-Kampagne" genannt) kann von null bis 1.000 Euro reichen. Zudem könnten anhangbasierte Kampagnen mit unerwünschten E-Mails die Beliebtheit der Exploit-Kits (EKs) bald überbieten. Auch wenn zahlreiche Spam-Dienste verfügbar sind, werden die meisten EK-Dienste in privaten Kreisen verkauft und sind für Neueinsteiger oder fortgeschrittene Hacker nicht ohne weiteres zugänglich.

Die Wirtschaftlichkeit der E-Mail-basierten Schadmakros unterstreicht die Tatsache, dass Unternehmen den Faktor Mensch nie unterschätzen dürfen – Mitarbeiter klicken fast immer. Um aktuelle Angriffe erfolgreich abzuwehren, müssen Unternehmen eine fortschrittliche Strategie zum Schutz vor Malware einsetzen, mit umfassender Threat Intelligence und Targeted Attack Protection, die die Chancen minimieren, dass Benutzer überhaupt mit Phishing-E-Mails in Berührung kommen. (Proofpoint: ra)

Proofpoint: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

  • Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung

    Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen - wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

  • Phishing ist ein langfristiges Problem

    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

  • Ziel des Angriffs kann sogar geblacklisted werden

    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

  • Sicherheitsprognosen für 2020

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes geben ihre Sicherheitsprognosen für das Jahr 2020 bekannt. Dabei prognostizieren die Experten zunehmende Gefahren für Unternehmen durch Ransomware-Angriffe, erwarten vermehrt Exploit-Kit-Aktivitäten und VPN-Skandale. Im Folgenden werden sechs Sicherheitsprognosen vorgestellt und in die Entwicklungen der jüngsten Zeit eingeordnet. Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und Regierungen werden dank neu gefundener Schwachstellen zunehmen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren konnte im Business-Umfeld ein Anstieg von Schwachstellen festgestellt werden und gerade in diesem Jahr wurde immer mehr Malware entwickelt, die sich auf Unternehmen konzentriert anstatt auf Verbraucher.