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Briefe in der Finanzwelt


Ransom-Attacken gegen Finanzinstitute unter dem Namen von Fancy Bear
RDoS-Kampagne läuft gegen Finanzinstitute auf der ganzen Welt

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Derzeit verbreitet eine Gruppe, die sich als Fancy Bear ausgibt, Ransom Denial of Service (RDoS) Briefe in der Finanzwelt und verfolgt ihre Drohungen. Dies berichtet das Emergency Response Team des Sicherheitsexperten Radware in einer aktuellen Warnung. Die DDoS-Angriffe betrafen bereits südafrikanische ISPs und führten dazu, dass die Teilnehmer in Kapstadt und Johannesburg mit zeitweiligen Verbindungsproblemen konfrontiert wurden.

Das Radware Emergency Response Team erhielt Mitteilungen von Kunden über RDoS-Briefe dieser Gruppe, die 2 Bitcoins (derzeit ca. 20.000 USD) fordert. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt wurden, reagierte die Gruppe mit tatsächlichen Multi-Vektor-Flood-Attacken, die verschiedene Verstärkungs- und Reflexionsprotokolle wie SSDP, NTP, DNS, CLDAP und die kürzlich bekannt gewordenen ARMS- und WSD-Angriffe nutzen.

Bereits zur etwa gleichen Zeit im Jahr 2017 hatte eine Gruppe, die sich als Fancy Bear ausgab, in einer RDoS-Kampagne sehr ähnliche Erpresserschreiben verschickt und zwischen 1-2 Bitcoin Lösegeld gefordert, wobei das Lösegeld jeden Tag um ein Bitcoin stieg, wenn die Zahlungsfrist nicht eingehalten wurde. Radware geht davon aus, dass die aktuellen Attacken nicht von der als Fancy Bear bekannten russischen Cyberspionage-Gruppe stammen, sondern nur deren Name benutzt wird.

Zudem erhielt Radware Beweise für neue Briefe aus Taiwan, diesmal aus einer Gruppe, die sich als Cozy Bear bezeichnet. Cozy Bear (auch als APT29 bezeichnet) ist nach Ansicht von Radware nicht dieselbe Gruppe wie Fancy Bear (APT28), aber ihr Erpresserbrief ist nahezu wörtlich identisch mit dem von Fancy Bear, außer dass 'Fancy' durch 'Cozy' ersetzt wird. Der Lösegeldbetrag liegt ebenfalls bei 2 Bitcoin.

Die RDoS-Kampagne läuft noch und richtet sich gegen Finanzinstitute auf der ganzen Welt. Radware liegen entsprechende Erpresserbriefe aus Singapur, Südafrika, Skandinavien, Brasilien und Taiwan vor. Die Lösegeldbriefe werden als E-Mail-Nachricht an mehrere Kontakte innerhalb des Zielunternehmens gesendet und stammen von verschiedenen E-Mail-Aliasen mit unterschiedlichen E-Mail-Anbietern und Domainnamen. Die Nachrichten scheinen nicht zufällig zu sein, und die Angreifer haben ihre Hausaufgaben gemacht, um diejenigen Server zu identifizieren, deren Ausfall sich tatsächlich auf das Tagesgeschäft auswirken könnte. Es handelt sich nicht um Hoaxes, und den meisten Schreiben folgten bereits tatsächliche DDoS-Angriffe. Allerdings rechnen die Forscher angesichts des nahenden Weihnachtsgeschäfts durchaus auch mit Hoaxes anderer Gruppen.

Unabhängig von der Herkunft oder Gruppe der RDoS-Briefe rät Radware Unternehmen, nicht zu zahlen und sofort professionelle Unterstützung bei der Eindämmung möglicher Folgeangriffe zu suchen. Die Bezahlung der Erpresser macht sie stärker und verschafft ihnen mehr Geld, und nicht zuletzt gibt man sich als Unternehmen zu erkennen, das bei der ersten Lösegeldforderung zahlt – mit der Folge, dass man bei der nächsten Kampagne sicher wieder auf dem Verteiler steht. (Radware: ra)

eingetragen: 08.11.19
Newsletterlauf: 13.12.19

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Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

  • Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung

    Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen - wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

  • Phishing ist ein langfristiges Problem

    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

  • Ziel des Angriffs kann sogar geblacklisted werden

    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

  • Sicherheitsprognosen für 2020

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes geben ihre Sicherheitsprognosen für das Jahr 2020 bekannt. Dabei prognostizieren die Experten zunehmende Gefahren für Unternehmen durch Ransomware-Angriffe, erwarten vermehrt Exploit-Kit-Aktivitäten und VPN-Skandale. Im Folgenden werden sechs Sicherheitsprognosen vorgestellt und in die Entwicklungen der jüngsten Zeit eingeordnet. Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und Regierungen werden dank neu gefundener Schwachstellen zunehmen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren konnte im Business-Umfeld ein Anstieg von Schwachstellen festgestellt werden und gerade in diesem Jahr wurde immer mehr Malware entwickelt, die sich auf Unternehmen konzentriert anstatt auf Verbraucher.