- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Von der Google Docs-Attacke sogar zum Wurm


Google Docs-Attacke – weit mehr als ein Phishing-Angriff
Relativ harmlose Google-Attacke kannweit mehr: Sie hat das Zeug, zum Virus zu werden

- Anzeigen -





Auf den ersten Blick erscheint die Google Docs-Attacke ein weiteres Phishing-Beispiel zu sein. Tatsächlich aber handelt es sich laut Michael Veit, Technology Evangelist bei Sophos, um etwas ganz anderes:

"Zu allererst muss man diese Attacke als Missbrauch von Googles APIs verstehen, also der Schnittstelle, die die Google-Funktionalität sicherstellt – auch wenn der Angriff zunächst als Phishing erscheint: man erhält eine E-Mail mit einer G-Mail-Endung, die einen auf eine Authentifizierungsseite von Google locken will. Durch die Autorisierung nutzt die schadhafte App den Email Account und die Kontakte für seine eigenen Zwecke.

Damit kann diese zunächst relativ harmlose Google-Attacke weit mehr: sie hat das Zeug, zum Virus zu werden, wie der Love Bug Virus aus dem Jahr 2000 oder die schädliche FriendGreeting Adware (Software, die zusätzlich Werbung anzeigt). Technisch gesehen macht das die Google Docs-Attacke sogar zum Wurm – also einer speziellen Art von Virus, der sich selbst verbreitet, ohne auf Host-Dateien als Wirt angewiesen zu sein. Ein Relikt vergangener Zeit sozusagen.

Seit Langem wissen wir um die Verletzbarkeit von Systemen, auf die sich jeder als Entwickler, der OAuth nutzt, einloggen kann. Und die Überprüfung der App-Entwickler liegt hier eindeutig bei den Plattformen selbst. Kürzlich wurde ein Missbrauch beim Google Play Store aufgedeckt – auch hier wieder durch Malware-Autoren.

Wie funktioniert die Attacke:

1. Der Anwender bekommt eine E-Mail – sehr wahrscheinlich von einer bekannten Person, die selbst gar nicht weiß, dass diese Email von ihrem Account kommt. Tückisch, denn man geht davon aus, dass derjenige wirklich auf Google Docs Dateien mit einem teilen möchte.

2. Klickt man auf den "Open in Docs"-Link, landet man auf einer Webseite, die einen auffordert, eine Gmail App herunterzuladen und den Zugang zu Email und Kontakten zu gewähren. Hier schon sollte man misstrauisch sein, denn man benötigt keine App, um Google Docs-Dateien zu öffnen. Besonders heimtückisch: die App zum Herunterladen nennt sich natürlich nicht G-Mail App sondern "Google Docs". Man fühlt sich also auf der sicheren Seite.

3. Ein Versuch, herauszufinden, ob es wirklich eine Mail von Google ist, geht so: auf "Google Docs" klicken und den aktuellen Account sehen, der die Anfrage stellt. Aber auch da könnten glaubhafte Angaben stehen, es gibt keine spezifischen Hinweise, nach denen man Ausschau halten könnte.

Wie kann man sich schützen?

1. Der einzig verlässliche Weg: niemals Apps akzeptieren, die mit dem Account verbunden sind, und Zugang zu Email und Kontakten anfordern bzw. sonstigen Zugang erfragen, es sei denn man will gerade einen neuen Service dazu schalten. Aber auch hier hilft der gesunde Menschenverstand. Hat man kein gutes Gefühl, lieber lassen.

2. Generell misstrauisch gegenüber Legitimationsabfragen durch Services von Google, Twitter, Facebook und anderen Online-Seiten sein, die OAuth mit einem nicht-geprüften Application-Entwicklerprogramm verwenden. Alle Provider von OAuth tragen die Verantwortung, die Nutzung ihrer Plattform zu kontrollieren, damit User nicht durch offizielle Anfragen durch die Plattformbetreiber wie Google, Twitter, etc. in eine Falle gelockt werden.

3. Überprüfen aller Apps in den Social-Media-Kanälen, die Zugangsrechte zu den Accounts haben.

4. Apps löschen, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie auf OAuth-basierten Plattformen laufen. Bei Google findet man diese Einstellungen unter seinem Account-→ Sign-in & Security → Connected Apps & Sites. Bei Twitter und Facebook in die Settings & Pricavy → Apps schauen.

Und ganz wichtig: Hat man bereits auf den Link geklickt, werden wahrscheinlich sämtliche Kontakte diese Aufforderung erhalten. Deshalb: schnell Freunde und Kollegen informieren, dass der eigene Account gehackt wurde und welches Ausmaß hinter der vermeintlichen Phishing-Attacke steckt: ein waschechter Virus!" (Sophos: ra)

eingetragen: 21.06.17
Home & Newsletterlauf: 10.07.17


Sophos: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Gefälschte Office-365-Mails im Umlauf

    Die Sicherheitsexperten von Retarus warnen vor einer besonders perfiden Phishing-Angriffswelle: Derzeit befinden sich personalisierte Phishing-Mails in einem täuschend echten Microsoft-Layout im Umlauf, die den Empfänger unter anderem zu einer zweifachen Passwort-Eingabe auffordern. Retarus empfiehlt daher die sorgfältige Überprüfung enthaltener Links. Zusätzlichen Schutz bieten spezielle E-Mail-Security-Lösungen mit umfangreicher Phishing-Filterung und modernen Funktionen für die Advanced Threat Protection.

  • In Asien verheerende Schäden angerichtet

    Die Cyberspionage-Infrastruktur "PZChao" hat seit spätestens Juli 2017 Behörden, Bildungseinrichten und Technologie- und Telekommunikationsunternehmen angegriffen. Jetzt legt Bitdefender erstmals eine detaillierte Analyse zu PZChao vor: Der Malware-Werkzeugkasten, der vor allem auf Ziele in Asien und den USA ausgerichtet ist, verfügt über eine umfassende Infrastruktur zur Auslieferung von Komponenten und eine Fernzugriffskomponente, die eine feindliche Übernahme des kompromittierten Endgeräts erlaubt - bis hin zur Live-Verwendung von Mikrofon und Kamera. Überraschenderweise ebenfalls enthalten: ein Cryptominer, um Bitcoins zu schürfen - dies wurde in derart gezielten Attacken bisher nicht beobachtet.

  • Bösartige Aktivität von AdultSwine

    Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies haben einen neuen bösartigen Code im Google Play Store entdeckt, der sich in fast 60 Kinderspiel-Apps versteckt. Nach Angaben von Google Play wurden die Apps bisher zwischen 3 und 7 Millionen Mal heruntergeladen.Die Malware, AdultSwine genannt, richtet in dreierlei Hinsicht verheerenden Schaden an.

  • Mehrstufige Spyware ermöglicht Fernsteuerung

    Experten von Kaspersky Lab haben mit der Spyware ‚Skygofree' ein sehr fortschrittliches mobiles Implantat entdeckt. Die Android-Spionage-Malware ist seit dem Jahr 2014 aktiv und wurde für zielgerichtete Cyberüberwachung entwickelt, möglicherweise auch für offensive Cyberoperationen. Zu den fortschrittlichen Funktionen von Skygofree zählt beispielsweise die Möglichkeit, standortbasierte Audioaufnahmen über infizierte Geräte zu machen. Die Spyware wird über Internetseiten, die Seiten führender Mobilfunknetzbetreiber imitieren sollen, verbreitet.

  • Point-of-Sale-Malware "LockPOS"

    Die "LockPOS" genannte Point-of-Sale-Malware wurde erstmals 2017 beobachtet. Es handelt sich um einen Infostealer, der Daten von Zahlungskarten wie Kreditkarten aus dem Speicher der betroffenen Point-of-Sale-Systeme abzieht. Sicherheitsanalyst Henok Asfaw, Senior Threat Researcher beim Spezialisten für KI-basierende Malware-Abwehr bei Cylance, hat sich die jüngste Variante von LockPOS in seinem aktuellen Blog genauer angesehen. LockPOS hat - wie dokumentiert - die Injection-Technik so verändert, dass sie die Malware nun direkt im Kernel, also dem Betriebssystemkern, platziert. Das macht es bedeutend schwieriger die Schadsoftware aufzudecken und dient in erster Linie dazu traditionell arbeitende Antivirenlösungen zu umgehen.