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Phishing ist Big Business


Crime-as-a-Business: Phishing hat sich professionalisiert und ist Unternehmensalltag: 41 Prozent werden täglich Opfer
Dark-Web-Angebote: Kostenlose Phishing-Bausätze und Phishing-as-a-Service


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Sophos hat den Aufstieg von Phishing-Angriffen im letzten Jahr untersucht. Das Ergebnis: Ausgefuchste Taktiken in Tateinheit mit penetrantem Auftreten machen die neue Qualität von Phishing-Emails aus. Die Angreifer haben die Vorteile von Malware-as-a-Service (MaaS) entdeckt – ein Cousin von Ransomware-as-a-Service (RaaS), beide wohnhaft im Dark Web – um die Effizienz und das Volumen von Attacken zu steigern. Lieblings-Ziel: die Mitarbeiter. In der Simulations- und Trainings-Umgebung "Sophos Phish Threat" werden Nutzer darin geschult, wie sie Phishing-Emails erkennen können.

Die gesammelten Erkenntnisse liegen nun in einem White Paper vor. Daraus geht hervor, dass die beste Verteidigung gegen Phishing-Attacken eine duale Strategie ist:
>> Einsatz moderner Sicherheits-Technologien
>> Sensibilisierung der Mitarbeiter für Angriffswege und Verhalten

Tägliche Angriffe bei 41 Prozent der Unternehmen
Traditionell lässt sich Phishing im Online Banking verorten. Aber die Angriffstechnik ist weit mehr als eine gefälschte Seite zum Abgreifen sensibler Bankdaten. Cyberkriminelle erlangen mit Phishing auch andere wertvolle User-Informationen oder gar Systemzugriff. Angesichts des exorbitant gestiegenen Volumens, angefeuert durch Dark-Web-Angebote wie kostenlose Phishing-Bausätze und PaaS (Phishing-as-a-Service), lässt sich feststellen: Phishing ist Big Business und täglicher Bestandteil des Geschäftslebens. 41 Prozent der IT-Fachleute geben an, dass ihre Organisation zumindest täglich Phishing-Angriffe erwartet. Mehr als Dreiviertel (77 Prozent) rechnet zumindest monatlich mit einer Attacke.

89 Prozent der Phishing-Angriffe sind krimineller Natur, das Phishing hat sich professionalisiert. Dafür sorgen effizientere Verteilungsmethoden inklusive On-demand-Phishing-Service, Bausätze von der Stange und neue Wellen von Angriffsarten wie Business Email Compromise (BEC), das eine noch weitere Verbreitung via Social-Engineering anstrebt. Das Phishing-Ökosystem nährt dank seiner Dienstleistungsmentalität auch Kriminelle ohne jegliches IT-Verständnis. Ganze Kampagnen und dazu gehörige Kontrollpanels lassen sich im Dark Web mittlerweile erwerben. So bleibt noch Zeit fürs perfide Feintuning und die Businessauswertung: die Klickrate von Phishing-Emails liegt bei 14 Prozent – sechsmal höher als bei gängigen Marketing-Emails (2,4 Prozent). Die Bausätze und Services sparen viel Zeit und lassen den Angreifern wiederum Raum für weitere Ideen wie beispielsweise Business Email Compromise (BEC).

Zielgruppe: Buchhalter und Finanzabteilungen
Geld ist der Hauptmotivator für Phishing-Angriffe (59 Prozent laut "The Verizon 2018 Data Breach Investigations Report"). Das beinhaltet das Sammeln von Zugangsdaten für den Wiederverkauf im Dark Web, die Infektion von Systemen mit Ransomware oder die Imitation als beispielsweise Senior Manager, um Mitarbeiter zu überreden, Spenden oder interne Daten zu transferieren. 41 Prozent der Phishing-Attacken streben unautorisierten Systemzugang an, um Daten zu stehlen oder die Kontrolle zu übernehmen.

Angesichts dieser Motivation ist es nicht verwunderlich, dass die Angreifer es mit ihrer Phishing-Taktik auf Mitarbeiter abgesehen haben. So sind Buchhaltungs- und Finanzabteilungen am stärksten von Phishing-Angriffen betroffen (58 Prozent), Verwaltung und Management kommen mit 40 Prozent danach. An dritter Position stehen IT-Mitarbeiter mit einer Angriffsrate von 23 Prozent.

Mitarbeiterschulung besonders wichtig
Im Sophos Trainingscenter lernen die Schulungsteilnehmer, worauf die Opfer von Phishing-Emails am häufigsten hereinfallen - die Top 3 der höchsten Phishing-Klickraten sind:

>> einfache, Aufgaben-basierte Betreffzeilen, wie "[JIRA] Eine Aufgabe wurden Ihnen zugewiesen" (Klickrate 38,5 Prozent)
>> alltägliche Themen, wie "Meeting nächste Woche" (29,1 Prozent)
>> Andeutung von Fehlverhalten, wie "Belästigungs-Achtsamkeits-Training" (26,0 Prozent)

"Diese Beobachtungen markieren einen kritischen Punkt für alle Organisationen", gibt Michael Veit, Security Experte bei Sophos zu Bedenken. "Während wir viele Zu-schön-um-wahr–zu- sein-Angebote und Skurriles sofort durchschauen, scheinen unsere Abwehrmechanismen bei Emails, die die tägliche Arbeit betreffen, zu pausieren. Hier heißt es – und das macht es umso schwieriger – immer auf der Hut sein. Denn die Nutzer selbst sind die erste Defensive gegen eine Phishing-Attacke. Während Fortbildungen ein wichtiger Bestandteil für ein sicheres Unternehmen sind, sind es ebenso die Fähigkeiten der Mitarbeiter, verdächtige Phishing-Versuche anzuzeigen. Deswegen sollten Unternehmen Reportmöglichkeiten für ihre Belegschaft auf einfache Art und ohne Schuldzuweisungen implementieren – auch dann, wenn sie bereits Opfer einer Attacke wurden. Denn neben den technischen Anti-Phishing-Technologien wie Vorab-Check auf dem Email-Gateway und Real-Check via Next-gen Endpoint Schutz ist die Mitarbeiterschulung essentieller Bestandteil, um Unternehmen schnell und effektiv gegen Phishing-Angriffe zu schützen." (Sophos: ra)

eingetragen: 14.07.18
Newsletterlauf: 17.07.18

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Meldungen: Hintergrund

  • Neu entdeckten Klickbetrug-Apps

    Profitsteigerung ist eine der Maximen jedes Cyberkriminellen. Da wundert es nicht, dass die SophosLabs nun eine neue Machenschaft aufgedeckt haben, die auf der Tatsache beruht, dass Werbetreibende mehr Geld pro Klick zahlen, wenn dieser von vermeintlich wohlhabenderen iPhone- oder iPad-Besitzern kommt. Da der sogenannte Klickbetrug, bei dem kommerzielle Werbeflächen geklickt oder Klicks zur Manipulation der Abrechnungssysteme simuliert werden, eine wachsende Einnahmequelle für nicht ganz so gesetztestreue App-Entwickler darstellt, scheint es sich auszuzahlen darüber zu lügen, welches Mobilgerät in betrügerischer Absicht die Werbung anklickt.

  • "Outlook-Harvesting" von Emotet

    Gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten - Schadsoftware (Malware), die ganze Unternehmensnetzwerke lahmlegt: Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den vergangenen Tagen eine auffällige Häufung an Meldungen zu schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit Emotet stehen. In Einzelfällen ist es bei den Betroffenen durch Ausfälle der kompletten IT-Infrastruktur zu Einschränkungen kritischer Geschäftsprozesse gekommen, die Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen. Daneben sind dem BSI weitere Fälle mit weniger schwerem Verlauf gemeldet worden, bei denen Malware-Analysten des BSI Emotet-Infektionen nachweisen konnten.

  • Antivirtuelle Maschinen- & Anti-Sandboxing-Technik

    Ein neuer Bericht von CenturyLink zeigt auf, dass das Mylobot-Botnetz nach dem Infizieren eines Computers noch andere Arten von Schadsoftware herunterladen und so größeren Schaden beim Diebstahl von Informationen verursachen kann. Mylobot enthält hochentwickelte antivirtuelle Maschinen- und Anti-Sandboxing-Techniken, um seine Erkennung und Analyse zu erschweren. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, bis zu 14 Tage zu ruhen, bevor der Command and Control Server (C2) kontaktiert wird. Seit der Identifizierung im Juni 2018 haben die CenturyLink Threat Research Labs beobachtet, wie Mylobot Khalesi als zweiten Angriff auf infizierte Hosts herunterlädt. Bei Khalesi handelt es sich um eine weitverbreitete Malware-Familie, die vor allem auf Diebstahl von Informationen abzielt.

  • Phishing-Versuch mit Verbindungen zu APT29

    FireEye hat einen Report vorgestellt, der Daten zu einem gezielten Phishing-Versuch mit Verbindungen zu APT29 beinhaltet. Der Bericht bezieht sich auf Daten, die FireEye erstmals am 14. November 2018 entdeckt hat. Die wichtigsten Erkenntnisse des Reports umfassen: FireEye hat Bestrebungen aufgedeckt, bei denen Angreifer versuchten, in verschiedene Branchen einzudringen, darunter Think-Tank, Strafverfolgung, Medien, US-Militär, Transport, Pharmazie, nationale Regierung und Verteidigungsaufträge.

  • Malware will gar keine Adminrechte

    Die Autoren der GandCrab-Ransomware versuchen, ihre Malware mit dem geringst möglichen Entwicklungsaufwand zu installieren. Dazu konfrontieren sie Nutzer unter anderem mit 100 Dialogen zum Wegklicken und verzichten auf eine dauerhafte Installation im System, wie eine G Data-Analyse zeigt. Auch Malware-Autoren versuchen, ihren eigenen Schadcode möglichst effizient zu gestalten. So verzichten sie auf unnötige Funktionen und minimieren den Aufwand, um die notwendigen Berechtigungen zu bekommen, wie eine detaillierte Analyse des G Data Analysten Robert Michel zeigt. Er hat sich die Ransomware GandCrab in Version 4.3 genauer angeschaut und seine detaillierten Erkenntnisse auf dem Blog der Tochterfirma G Data Advanced Analytics veröffentlicht. Bereits im September hatte G Data über eine professionelle Kampagne gegen Personalabteilungen berichtet, die die entsprechende GandCrab-Version nutzt.