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Gefälschte "Super Mario"-App


Noch vor Veröffentlichung: Cyber-Betrüger missbrauchen Beliebtheit von "Super Mario Run"
Trend Micro warnt: Über 6.000 bösartige Apps mit Bezug zu "Super Mario" seit 2012 im Umlauf

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Nintendo hat sich lange gewehrt, um am Ende doch noch dem unaufhaltsamen Trend in Richtung Online-Spiele nachzugeben: Seit Mitte Dezember gibt es "Super Mario Run" als App für das mobile Apple-Betriebssystem iOS, eine entsprechende Version für Google Android ist für 2017 vorgesehen. Die Cyber-Betrüger haben diese Entscheidung jedoch bereits antizipiert und seit 2012 über 6.000 bösartige Apps in unabhängigen App-Stores veröffentlicht. Zwar zeigen die meisten davon "nur" unerwünschte Werbung an, jedoch finden sich nach Erkenntnissen des japanischen IT-Sicherheitsanbieters Trend Micro einige darunter, die weitere Apps herunterladen und installieren sowie die Nutzer auf bösartige Webseiten weiterleiten. Besonders die Besitzer von Android-Geräten und Super-Mario-Fans seien also gewarnt. Sie müssen sich noch etwas gedulden und sollten unabhängige App-Stores unbedingt meiden.

Cyberkriminelle und -betrüger folgen stets dem Anwender und seinen Präferenzen. Ist eine App beliebt, treten sie rasch auf den Plan, um daraus Kapital zu schlagen. Auch im Fall von Super Mario haben sie das in der richtigen Annahme getan, viele Anwender gingen davon aus, dass es die entsprechende App bereits gebe. Seit der offiziellen Ankündigung von Nintendo im September 2016 haben wohl noch mehr Android-Nutzer als bisher diesen leider immer noch falschen Eindruck. Da sie in "Google Play" nicht fündig werden, dürften nicht wenige der Versuchung erliegen, es auf App-Stores Dritter zu versuchen. Doch dieses Verhalten ist nicht nur ein Fehlschluss, sondern unter Umständen auch noch gefährlich.

"Wenn die Nutzer den Autor einer App und dessen Vertrauenswürdigkeit nicht eindeutig kennen – und das dürfte auf die allermeisten Fälle zutreffen –, sollten die Besitzer von Android-Geräten generell darauf verzichten, unabhängige Android-App-Stores zu frequentieren", erklärt Richard Werner, Pressesprecher beim japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro. "Cyberkriminelle und -betrüger analysieren die Nachfrage nach Apps genau und reagieren umgehend darauf, auch wenn es noch gar kein offizielles Angebot von Herstellerseite gibt. Super Mario und Nintendo sind ein perfektes Beispiel für die fast professionell zu nennende und auf jeden Fall effektive Marktforschung des Cyber-Untergrunds."

Bei ihren Beobachtungen bösartiger Apps haben Trend-Micro-Forscher unter anderem in einem unabhängigen Store eine App entdeckt, die sich Super Mario nennt und das Aussehen des Originalspiels simuliert. Die gefälschte App verlangt umfangreiche Berechtigungen wie das Auslesen der Geräteidentität, das Empfangen von Textnachrichten und die Möglichkeit, Inhalte auf der Speicherkarte zu lesen, zu verändern oder zu löschen, die Bildschirmsperre aufzuheben und Gerätekonten abzufragen. Das Verhalten dieser gefälschten App ist eindeutig bösartig. Sie erstellt ungefragt Icons und zeigt Pop-up- sowie Bannerwerbung an. Wer darauf hereinfällt und klickt, gelangt zu Seiten mit Apps für Online-Sex oder bösartigen Apps, die Administratorrechte einfordern.

Neben einem Verzicht auf den Besuch von unabhängigen App-Stores sollten Android-Nutzer allgemein darauf achten, dass die Version ihres mobilen Betriebssystems stets auf dem aktuellen Stand ist. Zudem sollten sie unbedingt eine mobile Sicherheitslösung installieren wie Trend Micro Mobile Security Personal Edition oder Mobile Security (für Unternehmen). Diese sorgen für zusätzlichen Schutz, indem sie bösartige oder unerwünschte Apps aufspüren und blockieren. (Trend Micro: ra)

eingetragen: 22.12.16
Home & Newsletterlauf: 24.01.17


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Meldungen: Hintergrund

  • Wann wird ein Exploit wirklich zur Gefahr

    Eine weitere Anfälligkeit im Formeleditor in Microsoft Office ist nichts Neues. Interessant ist dieses Mal allerdings die Aktivität des angebotenen Patches. Unabhängig von der Lösung des Problems rücken wieder einmal raubkopierte und alte MS-Office-Versionen ins Blickfeld der Cyberkriminellen. Der Formeleditor (Equation Editor) war sein ganzes Dasein über einer langen Reihe unterschiedlicher Exploits ausgesetzt. Er ist eine Komponente von Microsoft Office, und anstatt ihn noch ein weiteres Mal zu fixen, hat sich der Hersteller dazu entschlossen, einen Patch herauszugeben, der im Wesentlichen den Editor vom System vollständig deinstalliert. Es gibt einen bestimmten Reifepunkt im Lebenszyklus eines Office-Exploits, der dann erreicht ist, wenn den Cyberkriminellen Tools zur Nutzung der Schwachstelle in breitem Umfang zur Verfügung stehen. Zuvor trifft der Exploit nur wenige ausgewählte Opfer mit gezielten Angriffen. Ab dem Zeitpunkt jedoch, an dem er weit verbreitet ist, entsteht für eine breite Nutzergruppe eine Bedrohung. Die aktuelle Schwachstelle des Equation Editor erreichte diesen entscheidenden Reifegrad Ende Juni 2019 - genannt CVE-2018-0798.

  • Werkzeug für gezielte Überwachungsangriffe

    Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab haben neue Versionen von ,FinSpy', einem komplexen, bösartigen Überwachungs-Tool mobiler Geräte, entdeckt. Die neuen Implantate funktionieren sowohl auf iOS- als auch auf Android-Devices, können die Aktivitäten auf fast allen gängigen - auch verschlüsselten - Messaging-Diensten überwachen und ihre Spuren dabei noch besser als bisher verschleiern. Die Angreifer sind dadurch in der Lage, alle Aktivitäten eines Geräts auszuspionieren und sensible Daten wie GPS-Standort, Nachrichten, Bilder, Anrufe und vieles mehr auszulesen. Bei FinSpy handelt es sich um ein äußerst effektives Software-Werkzeug für gezielte Überwachungsangriffe. Weltweit wurden bereits dementsprechende Informationsdiebstähle bei NGOs, Regierungen und Strafverfolgungsbehörden beobachtet. Die verantwortlichen Cyberkriminellen sind dabei in der Lage, das Verhalten jeder bösartigen FinSpy-Variante an eine bestimmte Zielperson oder eine Zielgruppe anzupassen.

  • Loader für Trojaner und Ransomware

    In der Welt der Malware spielen Loader, also Programme, die andere Software wie Trojaner oder Ransomware nachladen, eine immer wichtigere Rolle. Unternehmen brauchen in vielen Fällen sehr lange, bis eine derartige Schadsoftware entdeckt wird - häufig geschieht dies erst, wenn die Malware weitere Module nachlädt. Proofpoint hat nun seine neuesten Erkenntnisse zu den Aktivitäten eines der umtriebigsten Akteure in diesem Feld in einem Blog-Post veröffentlicht. Die Rede ist von der Hackergruppe TA505 (Threat Actor 505), die einen neuen Loader verbreitet, mit dem vor allem die Bankenbranche in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Südkorea, Singapur und den USA ins Visier genommen wird.

  • Sodin nutzt Windows-Schwachstelle aus

    Kaspersky-Forscher haben eine neue Verschlüsselungs-Ransomware namens ‚Sodin' entdeckt, die eine kürzlich entdeckte Zero-Day-Windows-Sicherheitslücke ausnutzt, um erhöhte Berechtigungen in einem infizierten System zu erlangen. Des Weiteren nutzt sie die Architektur der Central Processing Unit (CPU), um eine Erkennung zu vermeiden, und benötigt keine Nutzerinteraktion zur Infizierung. Ransomware, die Geräte oder Daten verschlüsselt oder sperrt und Lösegeld verlangt, ist eine ständige Cyberbedrohung für Privatanwender und Unternehmen. Die meisten Sicherheitslösungen erkennen bekannte Versionen und etablierte Angriffsmethoden. Die Sodin-Ransomware ist allerdings anspruchsvoller und nutzt eine kürzlich entdeckte Zero-Day-Sicherheitslücke in Windows (CVE-2018-8453) aus, um seine Rechte auf dem betroffenen System auszuweiten.

  • Blaupause eines Cyberangriffs

    Experten der Bitdefender-Labs ist es gelungen, den zeitlichen Verlauf eines Angriffs der Carbanak-Gruppe vollständig zu rekonstruieren. Opfer war eine osteuropäische Bank. Die Rekonstruktion aller Aktivitäten der Attacke liefert wertvolle Erkenntnisse für die Sicherung kritischer Infrastrukturen und zeigt die Bedeutung von Endpoint-Security-Maßnahmen auf. Während die Infiltrierung des Netzwerks bereits nach 90 Minuten abgeschlossen war, bewegten sich die Angreifer mit Hilfe der Cobalt Strike Malware weitere 63 Tage durch die gesamte Infrastruktur, um das System auszuspähen und weitere Informationen für den finalen Raubüberfall zu sammeln. Wäre die Attacke erfolgreich gewesen, hätten die Kriminellen unbemerkt über das Geldautomatennetzwerk verfügen können.