- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Sicherheit der elektronischen Wahlmaschinen


Philippinen: Massiver Hackerangriff gefährdet Präsidentschaftswahlen
Persönliche Daten von 55 Millionen registrierten philippinischen Wählern im Internet zugänglich

- Anzeigen -





eGovernment ist eine feine Sache: Wahlregistrierung im Internet, Stimmabgabe an elektronischen Wahlmaschinen, online in Echtzeit einsehbare Stimmenauszählung – was in vielen Ländern noch nach Zukunftsmusik klingt, ist auf den Philippinen Realität. Dort wird jedoch aus diesem Traum gerade ein Albtraum: Die gesamte Datenbank der philippinischen Wahlkommission "COMELEC" wurde gehackt und im Internet veröffentlicht. Recherchen des japanischen IT-Sicherheitsanbieters Trend Micro zufolge sind die persönlichen Daten der 55 Millionen registrierten Wähler im In- und Ausland einsehbar. Das lässt starke Zweifel an der Sicherheit der elektronischen Wahlmaschinen aufkommen. Unter Umständen sind die am 9. Mai anstehenden Präsidentschaftswahlen jetzt manipulierbar.

Nachdem eine erste Hackergruppe Ende März die Website der Wahlkommission (Commission on Election) erfolgreich angegriffen hat, kam es jetzt noch schlimmer: Eine zweite Hackergruppe hat die gesamte Datenbank der Wahlkommission entwendet und veröffentlicht. Dem waren scharfe Warnungen der ersten Hackergruppe vorausgegangen, die elektronischen Wahlmaschinen besser zu sichern. Diese Warnungen wurden jedoch von den Zuständigen nicht ernst genommen. Somit ist der Präsidentschaftswahlkampf auf den Philippinen um einen Skandal reicher. In der Tat handelt es sich um das bislang größte Datenleck im Zusammenhang mit Regierungsbehörden weltweit.

Bislang spielt die Wahlkommission den Skandal herunter und behauptete unter anderem, es seien keine sensiblen Daten gestohlen worden. Zu den jetzt frei zugänglichen persönlichen Informationen von 55 Millionen registrierten Wählerinnen und Wählern gehören unter anderem 1,3 Millionen Datensätze von im Ausland lebenden Philippern, deren Passnummern, aber auch über 15 Millionen elektronisch gespeicherte Fingerabdrücke. Zudem sind die Dateien der Präsidentschaftskandidaten abrufbar, in die nach der Auszählung die jeweils erhaltenen Stimmen eingetragen werden sollen.

Über die gehackte Website ist auch die Echtzeit-Stimmenauszählung abrufbar, die auf die Daten der elektronischen Wahlmaschinen in den Wahllokalen und die Stimmabgabe per Internet zugreift. Somit stellt sich die Frage, ob die Angreifer im schlimmsten Fall auch die Wahlergebnisse manipulieren können. Auch wenn über die Antwort auf diese Frage im Augenblick nur spekuliert werden kann, steht für die Trend Micro-Forscher fest, dass diese Angriffe nicht möglich gewesen wären, wenn die Wahlkommission bei der Sicherheit ihrer Systeme nicht geschludert hätte.

"Datendiebstahl ist kein Phänomen, das auf Regierungen und Behörden beschränkt ist. In der Tat steht der öffentliche Sektor nach unseren Untersuchungen der von Datenverlusten betroffenen Bereiche weltweit erst an dritter Stelle", sagt Martin Rösler, Leiter des Bedrohungsforscher-Teams bei Trend Micro. "Mindestens ebenso große Sorgen sollten uns die Unternehmen bereiten, die über enorme Datenschätze über uns alle verfügen – ein aus der Sicht der Cyberkriminellen und -spione lohnendes Ziel. Datenschutz ist noch lange nicht in allen Organisationen integraler Bestandteil des allgemeinen Risikomanagements mit definierten Sicherheitsmechanismen, Verantwortlichkeiten und Rollen – wie der des Datenschutzbeauftragten – sowie geeigneten Prozessen. Hier ist also noch viel zu tun." (Trend Micro: ra)

eingetragen: 08.04.16
Home & Newsletterlauf: 27.04.16


Trend Micro: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Hacker gehen auf Butterfahrt

    GuardiCore hat eine Hacking-Kampagne aufgedeckt, bei der ein Remote-Access-Trojaner (RAT) mit DDoS-Funktion samt Krypto-Miner installiert werden. Die "Butter" genannte Schadsoftware agiert im Hintergrund und wird zur Verwischung ihrer Spuren als Linux-Kernel-Rootkit getarnt. GuardiCore entwickelt IT-Sicherheitstechnologien und erstellt mit einem weltweiten Forscherteam sicherheitsbezogene IT-Analysen, Rechercheberichte und Gegenmaßnahmen für aktuelle Bedrohungen.

  • Angriffe gegen kritische Infrastrukturen

    Das Cylance Threat Intelligence Team hat in seiner Reihe "Threat Intelligence Bulletin" einen neuen Beitrag von Jon Gross veröffentlicht. Er befasst sich mit der bereits drei Jahre andauernden Kampagne, die unter dem Namen "Poking the Bear" bekannt geworden ist, und sich gegen kritische Infrastrukturen in Russland richtet. Die Sicherheitsanalysten von Cylance haben Beweise für anhaltende Angriffe, die sich gegen kritische Infrastrukturen/Unternehmen richten, die sich in russischem Staatsbesitz befinden. Dazu gehört auch der größte und börsennotierte Ölkonzern Rosneft. Bei der Attacke handelt es sich vermutlich um einen kriminellen Angriff aus finanziellen Motiven.

  • Neu entdeckten Klickbetrug-Apps

    Profitsteigerung ist eine der Maximen jedes Cyberkriminellen. Da wundert es nicht, dass die SophosLabs nun eine neue Machenschaft aufgedeckt haben, die auf der Tatsache beruht, dass Werbetreibende mehr Geld pro Klick zahlen, wenn dieser von vermeintlich wohlhabenderen iPhone- oder iPad-Besitzern kommt. Da der sogenannte Klickbetrug, bei dem kommerzielle Werbeflächen geklickt oder Klicks zur Manipulation der Abrechnungssysteme simuliert werden, eine wachsende Einnahmequelle für nicht ganz so gesetztestreue App-Entwickler darstellt, scheint es sich auszuzahlen darüber zu lügen, welches Mobilgerät in betrügerischer Absicht die Werbung anklickt.

  • "Outlook-Harvesting" von Emotet

    Gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten - Schadsoftware (Malware), die ganze Unternehmensnetzwerke lahmlegt: Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den vergangenen Tagen eine auffällige Häufung an Meldungen zu schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit Emotet stehen. In Einzelfällen ist es bei den Betroffenen durch Ausfälle der kompletten IT-Infrastruktur zu Einschränkungen kritischer Geschäftsprozesse gekommen, die Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen. Daneben sind dem BSI weitere Fälle mit weniger schwerem Verlauf gemeldet worden, bei denen Malware-Analysten des BSI Emotet-Infektionen nachweisen konnten.

  • Antivirtuelle Maschinen- & Anti-Sandboxing-Technik

    Ein neuer Bericht von CenturyLink zeigt auf, dass das Mylobot-Botnetz nach dem Infizieren eines Computers noch andere Arten von Schadsoftware herunterladen und so größeren Schaden beim Diebstahl von Informationen verursachen kann. Mylobot enthält hochentwickelte antivirtuelle Maschinen- und Anti-Sandboxing-Techniken, um seine Erkennung und Analyse zu erschweren. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, bis zu 14 Tage zu ruhen, bevor der Command and Control Server (C2) kontaktiert wird. Seit der Identifizierung im Juni 2018 haben die CenturyLink Threat Research Labs beobachtet, wie Mylobot Khalesi als zweiten Angriff auf infizierte Hosts herunterlädt. Bei Khalesi handelt es sich um eine weitverbreitete Malware-Familie, die vor allem auf Diebstahl von Informationen abzielt.