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RAMNIT 2.0: Gefährlicher denn je


Totgesagte leben länger: Der Banken-Trojaner RAMNIT ist zurück – auch in Deutschland
RAMNIT ist ein Banken-Trojaner, der seit 2010 sein Unwesen treibt und vertrauliche Informationen wie Kontodaten stiehlt

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Von Udo Schneider, Pressesprecher beim japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro

Das Internet vergisst nichts. Diese Erfahrung müssen leider auch Sicherheitsanbieter und Ermittlungsbehörden immer wieder machen. Zwar werden die Schlagzeilen von den neuesten Bedrohungen und Abwehrtechniken beherrscht, doch sollte man nicht den Fehler machen, "alte" Bedrohungen und Taktiken von Cyberkriminellen zu unterschätzen. Der totgeglaubte Bankentrojaner RAMNIT, der 2016 ein wahres Comeback gefeiert hat, ist ein perfektes Beispiel dafür.

RAMNIT ist ein Banken-Trojaner, der seit 2010 sein Unwesen treibt und vertrauliche Informationen wie Kontodaten stiehlt. Europol wollte dem Treiben Einhalt gebieten und nahm im Februar 2015 einige Befehls- und Kontrollserver vom Netz, von denen aus der Trojaner auf den infizierten Rechnern der Anwender gesteuert wurde. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Behörden von 3,2 Millionen erfolgreichen Infektionen aus.

Doch nur wenige Monate später tauchte der Schädling wieder auf, nämlich im Dezember 2015, nur gefährlicher denn je. So nisten sich die neuen Varianten in alle laufenden Prozesse ein, um permanent im Speicher ausgeführt zu werden, und löschen Registrierungseinträge von Sicherheitslösungen, um nicht entdeckt zu werden. In der Tat war RAMNIT, weltweit gesehen, in jedem Quartal des vergangenen Jahres die Top-Banking-Malware. Und selbst in Deutschland, wo das Online-Banking im Vergleich zu anderen Ländern sehr sicher ist, taucht RAMNIT auf den vorderen Plätzen der Liste mit Internetbedrohungen auf.

Der Infektionsweg ist immer derselbe: Spam-Nachrichten mit Links auf infizierte Webseiten, von denen aus der Schädling auf die Rechner der Anwender heruntergeladen wird. Bekannte Schadsoftware, bekannter Infektionsweg – es gibt viele solcher Beispiele, die belegen, dass der Kampf gegen Bedrohungen im Netz dem gegen das Schlangenungeheuer Hydra gleicht. Haut man ihr den Kopf ab, wachsen zwei neue nach. Der Bankentrojaner DRIDEX ist übrigens neben RAMNIT ein weiterer Fall "wundersamer" Wiederauferstehung, nachdem er 2015 vom FBI ins Visier genommen wurde.

Auch wenn heute in der aktuellen Sicherheitsdiskussion viel über IoT-Geräte, Sicherheitslücken und das Aufspüren unbekannter Bedrohungen mittels neuer Technologien wie maschinelles Lernen die Rede ist, darf das Alte nicht in Vergessenheit geraten. Das beste Mittel gegen Risiken wie RAMNIT-Infektionen ist der gute alte Spam-Filter – neben der Wachsamkeit und einem gesunden Misstrauen der Anwender. Schließlich sollte man niemals auf unbekannte und unaufgefordert zugeschickte Links in E-Mail-Nachrichten klicken.

Generationenübergreifende Sicherheit
Die Cyberkriminellen rüsten ständig auf. So gleicht der RAMNIT 2016 in vielen Aspekten nicht mehr dem Original von 2010. Gleichzeitig setzen sie jedoch auf Bewährtes und entwickeln nicht nur ständig neuartige Bedrohungen, sondern auch bestehende weiter. Dementsprechend können IT-Sicherheitsanbieter nicht auf eine einzige Abwehrmethode setzen, so innovativ und effektiv sie auch sein mag. Für das beste Schutzniveau sorgen immer noch mehrschichtige Lösungen, die alte und neue Bedrohungen erkennen und abwehren können und sozusagen generationenübergreifend Sicherheitstechnologien in sich vereinen. (Trend Micro: ra)

eingetragen: 13.03.17
Home & Newsletterlauf: 29.03.17


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Meldungen: Hintergrund

  • Russischsprachiges Ransomware-Ökosystem

    75 Prozent der im vergangenen Jahr neu aufgetauchten Ransomware-Familien entstammt dem russischsprachigen Cyberuntergrund. So wurden mindestens 47 von insgesamt 62 neu entdeckten Krypto-Ransomware-Familien der Verschlüsselungsprogramme von russischsprachigen Cyberkriminellen entwickelt. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Kaspersky Lab über das russischsprachige Ransomware-Ökosystem hervor. Die Analyse zeigt zudem, dass sich vormals kleinere Gruppen mit eingeschränkten Fähigkeiten zu großen kriminellen Organisationen entwickelt haben, die über Ressourcen und Wissen verfügen, um private und geschäftliche Ziele auf der ganzen Welt anzugreifen.

  • RAMNIT 2.0: Gefährlicher denn je

    Das Internet vergisst nichts. Diese Erfahrung müssen leider auch Sicherheitsanbieter und Ermittlungsbehörden immer wieder machen. Zwar werden die Schlagzeilen von den neuesten Bedrohungen und Abwehrtechniken beherrscht, doch sollte man nicht den Fehler machen, "alte" Bedrohungen und Taktiken von Cyberkriminellen zu unterschätzen. Der totgeglaubte Bankentrojaner RAMNIT, der 2016 ein wahres Comeback gefeiert hat, ist ein perfektes Beispiel dafür. RAMNIT ist ein Banken-Trojaner, der seit 2010 sein Unwesen treibt und vertrauliche Informationen wie Kontodaten stiehlt. Europol wollte dem Treiben Einhalt gebieten und nahm im Februar 2015 einige Befehls- und Kontrollserver vom Netz, von denen aus der Trojaner auf den infizierten Rechnern der Anwender gesteuert wurde. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Behörden von 3,2 Millionen erfolgreichen Infektionen aus.

  • Unklar, wer hinter den Angriffen steckt

    Die Experten von Kaspersky Lab haben eine Reihe zielgerichteter und nahezu unsichtbarer Attacken entdeckt, die ausschließlich mittels legitimer Software durchgeführt wurden. Die Angreifer nutzen weitverbreitete Tools für Penetrationstests und Administratoren sowie das PowerShell-Framework zur Aufgabenautomatisierung unter Windows. Es werden keine Malware-Dateien auf der Festplatte hinterlassen, sondern lediglich kurzeitig im Speicher versteckt. Der Ansatz verhindert eine Entdeckung durch Whitelisting-Technologien und hinterlässt Forensikern kaum analysierbare Spuren oder Malware-Muster. Die Angreifer verbleiben nur im System, solange sie Informationen sammeln. Mit dem nächsten Systemneustart sind alle Spuren beseitigt. Die Angreifer sind noch aktiv.

  • Gefährlicher Code frei verfügbar

    Erneut wurde der Google Play Store zum Einfallstor für Cyberkriminelle: Nachdem der europäische Security-Software-Hersteller Eset bereits im Sommer 2016 mehrere gefälschte Pokémon-Apps entdeckt hat, enttarnte das Unternehmen jetzt zwei als Wetter-Apps getarnte Android-Trojaner. Die Trojaner verbreiteten ein Botnet, das nach einem Tipp von Eset ausgeschaltet werden konnte. Die beiden scheinbar harmlosen Wetter-Apps "Good Weather" und "World Weather" waren mehrere Tage lang im Google Play Store verfügbar, bevor sie von Eset entdeckt und vom Google Sicherheitsteam gelöscht wurden. Sie bildeten ein Botnet, das es auf die Anmeldeinformationen von Banken abgesehen hat. Außerdem konnte es Android-Smartphones ferngesteuert sperren und SMS-Nachrichten mitlesen.

  • Gut dokumentierte Infektionskette

    Forscher von Proofpoint haben eine neue Angriffsmethode entdeckt, die versucht, Google Chrome-Nutzer zum Herunterladen von Malware zu veranlassen. Erreicht werden soll dies durch selektive Injektionen in Websites, die das Auftreten von Problemen zusammen mit dem Angebot von gefälschten Lösungen vortäuschen. Benutzer in vielen verschiedenen Regionen sind betroffen. Die Infektionsmethode kombiniert kompromittierte Websites, Browser-Targeting und Social-Engineering, um Nutzer zu täuschen. Dieser neue Infektionsweg ist die letzte Entwicklung in der ElTest-Kette, einer gut dokumentierten Infektionskette, die kompromittierte Webseiten nutzt, um die betroffenen User auf EK-Landing-Seiten zu verweisen.