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Locky mutiert wie ein Virus


Fast jede 5. Spam-Mail enthält den Krypto-Trojaner Locky
Weil die Urheber von Locky auf das gleiche Botnetz Zugriff haben, das für den Versand der Banking-Malware Dridex verantwortlich war, ist Locky besonders erfolgreich

(13.04.16) - Der Verschlüsselungs-Trojaner Locky verbreitet sich scheinbar ungebremst. Das Team von Trustwave SpiderLabs, das aus Sicherheits-Experten, Forschern und ethischen Hackern besteht, hat innerhalb von sieben Tagen über vier Millionen Spam-Mails aufgespürt, die den gefährlichen Krypto-Trojaner Locky enthalten. Das entspricht etwa 18 Prozent des gesamten Spam-Mail-Volumens. Doch gegen Locky ist ein Kraut gewachsen. Die Experten des Trustwave SpiderLabs zeigen, wie Locky arbeitet und wie man den Krypto-Trojaner mit wenigen Handgriffen daran hindern kann, sich auf den Rechner einzunisten.

Die Zahlen basieren auf den von Trustwave verbreiteten Web Honeypots. Diese digitalen Honigtöpfe wirken von außen wie ein regulärer Bestandteil einer Webseite, sie sind aber vom restlichen IT-System isoliert und werden von den Trustwave SpiderLabs überwacht. So lässt sich Schadsoftware anlocken und ausgiebig analysieren.

Obwohl Locky in den letzten Wochen so etwas wie eine Art zweifelhafter Berühmtheit erlangt hat, ist die Vorgehensweise des Verschlüsselungs-Trojaner keineswegs neu oder innovativ. Ransomware, wie diese Art von Trojanern auch genannt wird, wird von Cyber-Kriminellen schon seit Jahren eingesetzt. Weil die Urheber von Locky auf das gleiche Botnetz Zugriff haben, das für den Versand der Banking-Malware Dridex verantwortlich war, ist Locky besonders erfolgreich. Zur Erinnerung: Der Banking-Trojaner Dridex hat im letzten Jahr mindestens einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht.

Zudem weist Locky eine Besonderheit auf, die seinen Siegeszug bisher so unaufhaltbar machte: Wie ein Virus mutiert Locky und wird immer wieder den veränderten Abwehrmechanismen angepasst. Anfänglich waren es Office-Makros, die Locky nutzte, um sich auf einem System auszuführen. Jetzt sind es größtenteils Java-Script-Dateien, die für die Installation von Locky verantwortlich sind.

In den Spam-Mails befindet sich als Anhang eine ausführbare Java-Script-Datei. Wird diese angeklickt, lädt sie den Trojaner auf die Festplatte herunter. Sobald Locky auf der Festplatte ist, legt der Trojaner einen neuen Registrierungsschlüssel an (Registrierungsschlüssel HKEY_CURRENT_USER \ Software \Locky) und verschlüsselt die Daten auf dem infizierte System, auf Netzlaufwerken sowie auf allen ins System eingebundenen Cloud-Speichern. Bisher war es nicht möglich, Krypto-Trojaner mit herkömmlichen Sicherheitsprogrammen wieder vom System zu entfernen. Hat sich Locky oder ein anderer Krypto-Trojaner erst einmal auf dem System eingenistet, bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als das von den Cyber-Kriminellen geforderte "Lösegeld" - bei Locky in Form von Bitcoins - zu zahlen, um wieder Zugriff auf ihre Daten zu bekommen.

Besonders in den letzten sieben Tagen hat Locky noch einmal mit aller Vehemenz zugeschlagen. Fast jede fünfte Spam-Mail hat den gefährlichen Krypto-Trojaner im Gepäck, insgesamt sind das vier Millionen Mails alleine in den letzten sieben Tagen. Dabei erreicht der Versand so extreme Spitzenwerte wie 200.000 Spam-Mails pro Stunde.

So kann man Locky ausbremsen
Hat Locky erst einmal den Rechner erreicht, ist es für eine Bekämpfung also zu spät. Wer sich gegen Locky wirksam schützen will, sollte also grundsätzlich keine Mail-Anhänge mit ausführbaren Java-Script-Dateien oder Office-Dokumenten anklicken. Firmenkunden empfehlen die Trustwave SpiderLabs außerdem, eingehende JavaScript-Anhänge und Office-Dokumente die Makros enthalten, direkt am Gateway zu blockieren. (Trustwave: ra)

Trustwave: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

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