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Adwind: König der Trojaner


Geschäftsmodell RATs: AlienSpy und TaaS (Trojans-as-a Service)
Raffiniertere RATs wie KilerRAT haben viel zu bieten: Sie sind in der Lage, Tastatureingaben zu erfassen, auf Laptop-Kameras zuzugreifen und die Windows Registry direkt zu manipulieren

(22.04.16) - Remote-Access-Trojaner (RATs) sind so etwas wie die Mausefallen der Hackerwelt und als solche sind sie kaum noch zu verbessern. Mit Hilfe von RATs gelingt es Hackern in ein Zielsystem einzudringen. Sobald die schädliche Fracht (meist über eine Phishing-E-Mail) auf Client-Seite installiert ist, kann der Angreifer sich Dateien anzeigen lassen und abgreifen, zusätzliche Malware laden, Anwendungen starten und Shells erstellen.

Der RAT sitzt auf dem C2-Server des Hackers und lauscht an Port 80. So bleibt der RAT-Datenverkehr verborgen und sieht wie eine ganz normale Web-Interaktion aus. Zudem verfügen RATs über integrierte Funktionen, die ihre Anwesenheit verschleiern.

Kurz gesagt: Es ist nicht ganz so einfach sie zu bemerken.

Raffiniertere RATs wie KilerRAT haben noch mehr zu bieten. Sie sind in der Lage, Tastatureingaben zu erfassen, auf Laptop-Kameras zuzugreifen und die Windows Registry direkt zu manipulieren.

Doch abgesehen von solchen Neuerungen sind aktuelle RATs den ersten Varianten, die wir in der Blog-Serie zu Penetrationstests beschrieben haben, im Grunde genommen sehr ähnlich.

Adwind, AlienSpy & Co. ändern die Spielregeln
Nun scheint allerdings ein Hacker-Labor eine noch bessere Art von RAT entwickelt zu haben. Sie nennt sich Adwind und ist quasi der König der Trojaner.

Laut Angaben der Spezialisten von Kaspersky, tauchte der RAT bereits 2013 zum ersten Mal auf.

Dass es für RATs und Schadprogramme im Internet einen florierenden Markt gibt auf dem man sie wie handelsübliche Software erwerben kann ist bekannt. Das Interessante speziell an diesem RAT aber ist, dass man die Schadsoftware nicht unbedingt kaufen muss.

Im Fall von Adwind wird die Malware in der Cloud gehostet und die Hacker bezahlen lediglich eine monatliche Gebühr. Je nach Bedarf kann man zusätzliche Features buchen und geeignete Phishing-E-Mail-Kampagnen auswählen. Das macht die ganze Sache auch für "Möchtegern"-Hacker und Anfänger in diesem Business interessant. Bei diesem Modell muss man nicht ein Mal selbst die Software installieren. Das wird alles für den Kunden erledigt.

Hinter diesem Trojan-as-a-Service-Geschäftsmodell stecken also ganz offensichtlich kluge Köpfe mit einem ausgeprägten Sinn fürs Geschäftliche.

Und noch etwas ist an Adwind ungewöhnlich: Er basiert auf Java und funktioniert deshalb unabhängig vom Betriebssystem. Es läuft auf Windows, Linux und jeder anderen Plattform mit einer Java-Laufzeitumgebung. Die Phishing-Mail mit der schädlichen Payload ist eigentlich eine JAR-Datei.

Die Malware-Szene ist äußerst lebendig, und es werden laufend Produktnamen geändert und neue Features hinzugefügt. 2015 kam AlienSpy als verbesserte Version von Adwind auf den Markt. Dieser innovative RAT kann Antiviren-Software nicht nur besser erkennen und deaktivieren – er ist sogar in der Lage die Benutzerkontensteuerung für Windows ausschalten. Auch er setzt den Allatori Java Obfuscator ein, ein Tool zum Verschleiern des Java-Codes. Hacker sind also durchaus darauf bedacht, ihr geistiges Eigentum zu schützen.

Der Nachfolger von AlienSpy
AlienSpy und sein Vorgänger waren bisher ziemlich erfolgreich. Laut Kaspersky haben sie in unter-schiedlichen Versionen mehr als 400.000 Systeme weltweit infiziert.

AlienSpy ist aber inzwischen sehr bekannt und umfassend untersucht worden. Deshalb wollten die Entwickler ein wenig Verwirrung stiften und benannten den RAT vor kurzem um. Er treibt jetzt als JSocket sein Unwesen. Angeblich wurden die Selbstverschlüsselungs-Funktionen optimiert, sodass es nun noch schwieriger ist, ihn zu analysieren.

Man darf also getrost davon ausgehen, dass es immer wieder neue Bedrohungen geben wird, die man nicht auf Anhieb erkennen wird. RATs sind inzwischen einfach zu einem Teil der IT-Welt geworden. (Varonis: ra)

Varonis Systems: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

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  • Phishing ist ein langfristiges Problem

    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

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    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

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