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BlueKeep-Sicherheitslücke Wochen bekannt


Knapp 800.000 Systeme weiterhin für BlueKeep-Sicherheitslücke anfällig – erste Exploits existieren schon
Das Department of Homeland Security (DHS) hat einen funktionierenden Exploit entwickelt und auch Personen aus dem Privatsektor berichten, dass sie über einen Remote Code Exploit verfügen

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Von Patrick Steinmetz, DACH Sales Manager, BitSight

Vor ein paar Wochen wurde die BlueKeep-Sicherheitslücke bekannt. Trotz des enormen Gefahrenpotenzials und obwohl Microsoft zeitnah einen Patch bereitgestellt hat, sind viele Systeme weiterhin ungepatcht und bleiben damit anfällig für Cyberangriffe. Das ist riskant, denn die Sicherheitslücke BlueKeep im Remote Desktop Protocol (RDP) weist ein ähnlich hohes Gefahrenpotenzial wie EternalBlue auf. EternalBlue war die Sicherheitslücke, die die verheerende Ransomware-Attacke WannaCry im Jahr 2017 ausnutzte.

Die Bedrohung durch BlueKeep wird immer mehr zu einem realen Risiko, denn mittlerweile existieren erste Exploits, die die Sicherheitslücke ausnutzen können. Das Department of Homeland Security (DHS) hat einen funktionierenden Exploit entwickelt und auch Personen aus dem Privatsektor berichten, dass sie über einen Remote Code Exploit verfügen. Neben Microsoft raten daher auch Organisationen wie der BSI und die NSA dringend zu Gegenmaßnahmen.
BitSight, Anbieterin von IT-Sicherheitsratings, hat Ende Mai bereits eine erste Dateneinsicht veröffentlicht. BitSight hat nun erneut untersucht, inwiefern der Patch für BlueKeep in der Zwischenzeit in verschiedenen Branchen und Ländern ausgerollt wurde.

Im Vergleich zum Stand vom 31. Mai ist die Zahl der für BlueKeep anfälligen Systeme bis zum 2. Juli um 17,18 Prozent gesunken. Das entspricht 167.164 gepatchten Systemen. Weltweit waren am 2. Juli noch 805.665 Systeme online, die für die Sicherheitslücke anfällig sind.

Anfälligkeit für Bluekeep nach Branchen Ende Mai und Anfang Juli
Mittlerweile haben Organisationen aus allen Branchen mit Patches auf die Sicherheitslücke reagiert. Besonders häufig haben Unternehmen aus der Rechtsbranche (32,0 Prozent weniger betroffene Systeme), Nonprofit/NGOs (27,1 Prozent weniger) und Luft- und Raumfahrt/Verteidigung (24,1 Prozent weniger) reagiert. Unternehmen anderer Branchen haben seltener gepatcht: In der Konsumgüterbranche hat BitSight 5,3 Prozent weniger, bei Versorgern 9,5 Prozent weniger und in der Technologiebranche 11,7 Prozent weniger betroffene Systeme gezählt.

Stark gefährdet sind demnach weiterhin die Telekommunikationsbranche und der Bildungssektor, gefolgt von der Technologiebranche, Versorgern sowie Regierung/Politik. Die hohe Gefährdungsrate von Organisationen aus Telekommunikation und Bildung liegt teilweise daran, dass sie oft Transit Services anbieten und sich viele der Sicherheitslücken auf den Systemen ihrer Kunden befinden.

Einfluss von Patchen auf das IT-Sicherheits-Rating
In fast allen Branchen schneidet die Gruppe der Organisationen, die bereits gepatcht haben, besser ab als die Gruppe der Organisationen, die noch verwundbare Systeme haben.

Organisationen, die dafür sorgen, dass ihre Systeme gepatcht sind, erhöhen augenblicklich die Cybersicherheit ihrer IT. Das führt auch zu Verbesserungen ihres IT-Sicherheitsratings. Organisationen, die zeitnah gepatcht haben, erhalten überwiegend eine höhere und somit bessere Einstufung beim IT-Sicherheitsrating, als Unternehmen, deren Systeme noch anfällig sind.

Bluekeep Anfälligkeit und Patch-Rate nach Ländern
Konkret ist in einigen Ländern ein deutlicher Rückgang angreifbarer Systeme sichtbar. China weist mit einem Rückgang von 23,9 Prozent und 109.670 gepatchten Systemen die höchste Verbesserung in absoluten Zahlen auf. In den USA sank die Anzahl der gefährdeten Systeme auf 26.787, was einem Rückgang von 20,3 Prozent entspricht. Kolumbien (21,3 Prozent Rückgang), Lettland (20,7 Prozent Rückgang) und Guatemala (45,4 Prozent Rückgang) weisen ebenfalls eine hohe Patch-Rate auf. Auch nach den jüngsten Fortschritten haben China und die USA weiterhin die meisten exponierten Systeme.

BitSight beobachtete allerdings auch in einigen Ländern eine Ausbreitung von Bluekeep. Vor allem in Südkorea wurden zusätzliche 3.430 gefährdete Systeme gezählt, was einem Anstieg um 14,5 Prozent entspricht. In Estland wurden 146 mehr angreifbare Systeme gezählt, der Anstieg beträgt hier 32,2 Prozent. (BitSight: ra)

eingetragen: 06.08.19
Newsletterlauf: 06.09.19

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Meldungen: Sicherheitslecks

  • BlueKeep-Sicherheitslücke Wochen bekannt

    Vor ein paar Wochen wurde die BlueKeep-Sicherheitslücke bekannt. Trotz des enormen Gefahrenpotenzials und obwohl Microsoft zeitnah einen Patch bereitgestellt hat, sind viele Systeme weiterhin ungepatcht und bleiben damit anfällig für Cyberangriffe. Das ist riskant, denn die Sicherheitslücke BlueKeep im Remote Desktop Protocol (RDP) weist ein ähnlich hohes Gefahrenpotenzial wie EternalBlue auf. EternalBlue war die Sicherheitslücke, die die verheerende Ransomware-Attacke WannaCry im Jahr 2017 ausnutzte. Die Bedrohung durch BlueKeep wird immer mehr zu einem realen Risiko, denn mittlerweile existieren erste Exploits, die die Sicherheitslücke ausnutzen können. Das Department of Homeland Security (DHS) hat einen funktionierenden Exploit entwickelt und auch Personen aus dem Privatsektor berichten, dass sie über einen Remote Code Exploit verfügen. Neben Microsoft raten daher auch Organisationen wie der BSI und die NSA dringend zu Gegenmaßnahmen.

  • Ein Hardware-Designfehler

    Ein Bitdefender-Forscherteam hat eine Schwachstelle bei einigen modernen Intel-CPUs aufgedeckt. Diese wird in einem Sicherheitshinweis dokumentiert, der am 14. Mai 2019, 19 Uhr deutscher Zeit, veröffentlicht worden ist. Die neue Schwachstelle namens YAM ("Yet Another Meltdown") überwindet die architektonischen Sicherheitsvorkehrungen des Prozessors und ermöglicht es unprivilegierten Anwendungen im normalen Benutzermodus, auf dem betroffenen Computer verarbeitete Kernel-Modus-Speicherinformationen zu stehlen.

  • Privilegien-Erweiterung durch Dritte

    Kaspersky Lab hat eine zuvor unbekannte Schwachstelle - eine so genannte Zero-Day-Schwachstelle - in Microsoft Windows entdeckt. Eine bisher nicht identifizierte kriminelle Gruppe war dadurch in der Lage, die volle Kontrolle über ein anvisiertes Gerät zu erlangen. Die Cyberkriminellen hatten es auf den Kernel des Systems mittels einer Backdoor abgesehen, die aus einem wesentlichen Element des Windows-Betriebssystems aufgebaut war.Mittels Backdoors können Bedrohungsakteure infizierte Computer diskret für bösartige Zwecke nutzen. Eine solche Privilegien-Erweiterung durch Dritte ist in der Regel schwer vor Sicherheitslösungen zu verbergen. Eine Backdoor, die allerdings einen unbekannten Fehler, also eine Zero-Day-Schwachstelle, im System ausnutzt, kann unentdeckt bleiben. Die Exploit-Prevention-Technologie von Kaspersky Lab konnte den Versuch, die unbekannte Schwachstelle im Windows-Betriebssystem von Microsoft auszunutzen, jedoch erkennen.

  • Neue Technik findet Sicherheitslücke

    Als Forscher 2018 die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre bei bestimmten Prozessoren entdeckten, waren vor allem Chiphersteller von High-end-Prozessoren wie Intel betroffen. Zunutze gemacht hatten sie sich hier sogenannte Seitenkanäle der Hardware, mit denen sie an Daten gelangt sind. Dass es ähnliche Lücken auch bei anderen Prozessoren gibt, haben nun Forscher aus Kaiserslautern und Stanford gemeinsam erstmals gezeigt. Diese Prozessoren spielen etwa in sicherheitsrelevanten Bereichen von eingebetteten Systemen eine Rolle, zum Beispiel beim Autonomen Fahren. Abhilfe schafft ein Verfahren, das die Forscher entwickelt haben. Es spürt die Lücken schon beim Entwickeln der Hardware auf.

  • Sicherung industrieller Steuerungssysteme

    Die Experten von Kaspersky Lab haben in der IoT-Plattform "ThingsPro Suite" sieben neue, bisher unbekannte Schwachstellen (Zero Day) entdeckt und geholfen, diese zu schließen. Die im industriellen Umfeld eingesetzte Lösung ermöglicht die Datenerfassung und Remote-Analyse industrieller Kontrollsysteme (ICS, Industrial Control Systems). Einige der identifizierten Sicherheitslücken hätten Cyberangreifern die Möglichkeit eröffnet, umfassend auf industriell genutzte IoT-Gateways zuzugreifen und für Arbeits- und Produktionsabläufe folgenschwere Befehle auszuführen. Alle identifizierten Schwachstellen sind inzwischen von Moxa, dem Entwickler der Plattform, behoben worden.