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Bedrohung durch Ransomware


Ransomware ist eine der gefährlichsten Bedrohungen überhaupt
Neuere Varianten zielen insbesondere auf Android-Anwender ab

(09.10.15) - Ransomware ist in diesem Jahr eine der zehn größten Bedrohungen für Computernutzer. Zu diesem Ergebnis kommt Bitdefender. Von Januar bis Juni 2015 hat das Unternehmen die Erpresser-Malware JS:Trojan.Ransom.A besonders häufig identifiziert und blockiert.

Trojan.Ransom.A
Trojan.Ransom.A ist ein Plattform-unabhängiger Sperrbildschirm, der dem Nutzer vorgaukelt, dass eine Behörde wegen illegaler Aktivitäten die Kontrolle über seinen Computer übernommen hätte. Der Sperrbildschirm sorgt dafür, dass der Nutzer keinen Zugriff mehr auf die gespeicherten Daten und/oder seinen Browser hat.

Bedrohungen dieser Art sind erstmals im Jahr 2014 bekannt geworden. Die Schadsoftware Icepol war der erste Erpresser-Virus, der ein Todesopfer verursacht hat. Aus Angst vor den angedrohten Konsequenzen hat ein Mann aus Rumänien sich damals das Leben genommen. Neuere Varianten zielen insbesondere auf Android-Anwender ab. Mit gefälschten FBI-Meldungen werden die Opfer zur Zahlung von Bußgeldern für den Besuch pornografischer Webseiten aufgefordert.

Laut Bitdefender treibt auch die bereits seit zwölf Jahren bekannte Malware Sality weiterhin ihr Unwesen. Experten betrachten sie bis heute als einen der komplexesten Schadcodes. Sality ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass alte, nicht gepatchte Software zu den beliebtesten Einfallstoren von Hackern gehört. Auch die höchst widerstandsfähige Malware Conficker wurde von Bitdefender wiederholt blockiert.

Auf Basis von Erhebungen von Bitdefender ist die nachfolgende Top Ten-Liste der Viren für 2015 entstanden. Sie alle wurden von den Bitdefender Anti-Schadsoftware-Technologien blockiert. Das Ranking basiert auf der Anzahl der infizierten Rechner.

Trojan.LNK.Gen
Die Erkennung von Shell Link Verknüpfungsdateien wird für die Distribution von Schadcode, wie beispielsweise den berühmten Stuxnet-Virus, genutzt.

Win32.Sality.3
Der Datei-Infizierer verbreitet sich über ausführbare Dateien. Der Grund für seine Widerstandsfähigkeit (er wurde bereits im Jahre 2003 entdeckt) ist seine Fähigkeit, Sicherheitseinstellungen zu deaktivieren und laufende Sicherheitssoftware zu beenden. Der Virus kann sich in alle ausgeführten Prozesse einklinken und kopiert sich selbst zusammen mit einer Autorun-Datei, um Wechsellaufwerke zu infizieren. Er kontaktiert einen Command-and-Control-Server und lädt Schadcode sowie weitere ausführbare Dateien herunter. Dadurch werden Angreifern Hintertüren zu den befallenen Rechnern geöffnet.

"Trotz seiner Hartnäckigkeit gegenüber Anti-Schadsoftware-Mechanismen ist Sality nicht unfehlbar", so Bogdan Botezatu, Senior E-Threat Analyst bei Bitdefender. "Der Virus ist anfällig, denn er überprüft seine Updates nicht. So kann er mit einem Desinfektionstool unschädlich gemacht werden."

Trojan.AutorunINF.Gen
Diese Autorun-Datei wird üblicherweise zur Verbreitung von Würmern wie Conficker genutzt. Sobald ein externer Datenträger wie ein USB-Stick oder ein DVD-Laufwerk an das befallene System angeschlossen werden, wird der Virus automatisch ausgeführt.

"Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, dass weltweit mehr als elf Prozent der Anwender noch Windows XP nutzen", so Botezatu. "Allerdings wurde der Support bereits im Frühjahr 2014 eingestellt, so dass die Gefahr von Sicherheitsschwachstellen besonders hoch ist."

Win32.Worm.Downadup.Gen (Conficker)
Der Downadup Wurm, auch Conficker genannt, verbreitet sich durch schwach geschützte Netzwerke, Wechseldatenträger und eine Schwachstelle in Windows XP, die inzwischen gepatcht wurde. Dieser Wurm kann beliebige Dateien herunterladen und ausführen sowie Sicherheitssoftware deaktivieren. Zudem verhindert er den Aufruf von Webseiten sämtlicher Sicherheitssoftware-Hersteller oder die Ausführung von Sicherheits- und Updateprogrammen, um seine eigene Entfernung zu verhindern.

"Dieser Botnet ist seit 2008 aktiv, auch wenn seine Urheber ihn nicht mehr weiterentwickeln", so Botezatu. "Seine lange Lebensdauer verdankt er alten, ungepatchten Systemen. Obwohl Updates verfügbar sind, haben nicht alle Anwender ihre Computer aktualisiert."

Gen:Variant.Buzy.298 (Ramnit)
Als Teil der Win32/Ramnit-Schadsoftware-Familie verbreitet sich dieser Wurm durch Wechsellaufwerke und Exploit-Kits oder in Kombination mit unerwünschten Apps. Er kann unter anderem zum Download beziehungsweise zur Verbreitung von Schadsoftware eingesetzt werden.

Worm.VBS.Dunihi.W
Der Daten-stehlende Visual Basic Script Wurm kopiert sich bei der Inbetriebnahme und in den Temp-Ordner. Er wird üblicherweise durch USB-Sticks übertragen, die für die Aktivierung des Virus sorgen.

Er kann als Hacker-Tool dienen, markiert seine Anwesenheit durch einen Registry-Key und kontaktiert einen Remote-Server, um infizierte Systeminformationen zu schicken. Der Remote-Server kann dem infizierten System mit Ausführungs-Befehlen antworten, den Wurm updaten oder andere schädliche Dateien ausführen oder herunterladen.

Exploit.CVE-2010-2568.Gen
Diese schädliche .lnk Datei nutzt eine Schwachstelle in Windows aus. Wenn die Datei abgerufen wird, können Verknüpfungen keine Icons mehr anzeigen, einschließlich des Start-Menüs und der Quick-Launch-Icons.

Win32.Virtob.Gen.12
Dieser Datei-Infizierer enthält eine Hintertür, die ausführbare Dateien infizieren kann. Dies betrifft sowohl von Windows System File Protection geschützte Dateien als auch beschädigte Browser und Systeme. Er dringt in wichtige Systemprozesse ein und benutzt iFrames, die er selbst in HTML-Dateien schreibt, um mit seinem Remote-Server zu kommunizieren. Er kann weitere Schadsoftware-Dateien aus dem Internet herunterladen und ausführen.

Trojan.HideLink.A
Die schädliche JavaScript-Datei ist in HTML-Dateien eingebettet, die genutzt werden, um den Stil oder Inhalt von Webseiten beim Laden zu verändern. Sein Ziel ist es, das Ranking von Inhalten in Suchergebnissen zu verbessern.

JS:Trojan.Ransom.A
Dieser in JavaScript geschriebene Ransomware-Sperrbildschirm gaukelt dem Nutzer vor, dass die Polizei wegen illegaler Aktivitäten die Kontrolle über seinen Computer übernommen hätte. Es erscheint ein Sperrbildschirm, der den Anwender daran hindert, seine Dateien oder einen Großteil der Browser-Funktionalität abzurufen.

"Ransomware ist eine der gefährlichsten Bedrohungen überhaupt", so Botezatu. "Dieser Virus ist Web-basiert, so dass er beliebige Endgeräte infizieren kann, egal ob diese mit Windows, Mac OS oder Linux ausgestattet sind." (Bitdefender: ra)

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Statistiken

  • Spam-Mails als normale Geschäftsvorgänge

    Die Macher des Trojaners Emotet verantworten die aktuell produktivste Cybercrime-Kampagne. Im ersten Halbjahr 2019 hat G Data bereits mehr Versionen entdeckt als im gesamten Jahr 2018: Durchschnittlich mehr als 200 neue Versionen am Tag. Der Trojaner Emotet ist eine der häufigsten und gefährlichsten Bedrohungen für Unternehmen. Die Allzweckwaffe des Cybercrime wird von Kriminellen meist zur gezielten Spionage in Unternehmen genutzt. Im ersten Halbjahr 2019 registrierten die Sicherheitsexperten von G Data bereits mehr als 30.000 Varianten der Schadsoftware - mehr als im gesamten Jahr 2018. Im vergangenen Jahr beobachtete G Data rund 28.000 Versionen der Malware - ein Durchschnitt von etwa 70 Versionen am Tag.

  • Überblick: Aktuelle Cyber-Sicherheitslandschaft

    62 Prozent mehr Malware im Vergleich zum Vorquartal und Cyberkriminelle, die zunehmend verschiedene Angriffstechniken kombinieren - der vierteljährliche Internet Security Report von WatchGuard für das erste Quartal 2019 zeichnet ein klares Bild der aktuellen Bedrohungssituation. In den ersten drei Monaten dieses Jahres verdoppelten die Angreifer ihre Anstrengungen, um über bösartige Microsoft Office-Dokumente, Mac-Malware und Web-Anwendungs-Exploits an Daten für Identitäten und Netzwerkzugänge zu kommen. Dies spiegelt eine Entwicklung, auf die Unternehmen reagieren sollten. "Die wichtigsten Ergebnisse des letzten Berichts heben deutlich die Notwendigkeit eines mehrschichtigen Sicherheitskonzepts hervor", so Corey Nachreiner, Chief Technology Officer bei WatchGuard Technologies. "Angesichts der Bedrohungslandschaft müssen Unternehmen eine Rundumverteidigung etablieren - angefangen bei DNS-Filtern, um Verbindungen zu bösartigen Websites und Phishing-Versuche zu blockieren, über Intrusion Prevention Services (IPS) zur Abwehr von Angriffen auf Webanwendungen bis zur Multifaktor-Authentifizierung, um persönliche Anmeldeinformationen zu schützen. Es ist notwendig, der Vielzahl verschiedener Angriffsmethoden und -vektoren eine einheitliche Sicherheitsplattform mit entsprechenden Sicherheitsdiensten entgegenzusetzen."

  • Gaming-Branche ein attraktives Ziel für Hacker

    Laut dem "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 / Angriffe auf Webanwendungen und die Gaming-Branche von Akamai haben Hacker die Gaming-Branche ins Visier genommen: Mit 12 Milliarden Credential Stuffing-Angriffen in 17 Monaten (November 2017 - März 2019) waren Gaming-Websites ein häufiges Ziel von Hackern. Damit leidet die Gaming-Community unter dem schnellsten Zuwachs an Credential Stuffing-Angriffen und ist eines der lukrativsten Ziele für Kriminelle, die schnell Gewinn machen wollen. Die Gesamtzahl der Credential Stuffing-Angriffe in allen Branchen belief sich laut Akamai im selben Zeitraum auf 55 Milliarden.

  • Millionen betrügerischer Domains

    Proofpoint hat ihren "Domain Fraud Report 2019" veröffentlicht. Darin widmet sich das Unternehmen den neuesten Trends im Bereich betrügerischer Domains sowie den Taktiken und Aktivitäten der in diesem Feld tätigen Cyberkriminellen. Im Untersuchungszeitraum stieg die Anzahl betrügerischer Domains um 11 Prozent. Schwerwiegender ist jedoch, dass für 96 Prozent aller Unternehmen Fake-Domains bestehen und die Einführung neuer Top-Level-Domains (TLDs) die Möglichkeiten des Domain-Betrugs für Cyberkriminelle noch erweitert. Die Anzahl betrügerischer Domains wuchs im vergangenen Jahr analog zu den Wachstumsraten aller insgesamt registrierten Domains weltweit. Zwischen dem ersten und vierten Quartal 2018 stieg die Anzahl an Registrierungen betrügerischer Domains um 11 Prozent an. Nahezu alle von Proofpoint identifizierten betrügerischen Domains blieben über den Beobachtungszeitraum hinweg aktiv - sie blieben also weiterhin registriert - und konnten daher für Angriffe genutzt werden, wobei mehr als 90 Prozent mit einem Live-Server in Verbindung standen. Von diesen betrügerischen Domains verfügten mehr als 15 Prozent über ein Mail Exchanger Record (MX Record), der darauf schließen lässt, dass über diese Domain E-Mails gesendet und/oder empfangen werden.

  • Beleg für die Popularität von Emotet

    Proofpoint hat ihren neuesten Threat Report für das erste Quartal 2019 veröffentlicht. Dem Bericht zufolge konnten die Experten von Proofpoint beobachten, dass sich Emotet hinsichtlich seiner ursprünglichen Klassifizierung stark verändert hat. So entwickelte er sich von einem reinen Banking-Trojaner hin zu einem Botnetz, das Credential Stealern, eigenständigen Downloadern und Remote-Acces-Trojanern (RATs) zunehmend den Rang abläuft. Das Unternehmen stellte in seiner neuesten Untersuchung in diesem Zusammenhang fest, dass hinter 61 Prozent aller im ersten Quartal dieses Jahres beobachteten bösartigen Payloads nur ein einziger Akteur steckte: Die Betreiber des Emotet-Botnetzes. Ein Beleg für die Popularität von Emotet ist vor allem die anhaltende Zunahme von Angriffen mit gefährlichen URLs - verglichen mit Attacken, die auf schädliche Datei-Anhänge setzen. Proofpoint konnte im Rahmen seiner Untersuchung für das vergangene Quartal belegen, dass bösartige URLs in E-Mails diejenigen mit gefährlichen Datei-Anhängen um etwa das Verhältnis fünf zu eins überstiegen. Damit wuchs diese Art von Bedrohung um 180 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2018 an. Ein Großteil dieses Aufkommens an Cyberbedrohungen, sowohl insgesamt als auch im Hinblick auf die Verbreitung bösartiger URLs in Nachrichten, wurde durch das gleichnamige Emotet-Botnet verbreitet.