- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Statistiken

Stuxnet nach wir vor aktiv


24,5 Prozent mehr Exploit-basierte Cyberangriffe
Studie über Angriffe im Jahr 2016 auf Heimanwender und Unternehmen, die Softwareschwachstellen ausnutzen

- Anzeigen -





Das Jahr 2016 zählte 702 Millionen Angriffsversuche durch Exploits, also durch Malware, die vorhandene Softwarefehler ausnutzt, um Geräte mit weiterer Schadsoftware wie Banktrojanern oder Ransomware zu infizieren. Das entspricht gegenüber 2015 einem Anstieg von 24,54 Prozent. Damals hatten die Schutzlösungen von Kaspersky Lab etwa 563 Millionen solcher Versuche abgewehrt. Der wachsende Einsatz von Exploits ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der Kaspersky-Studie "Attacks with Exploits: From Everyday Threats to Targeted Campaigns".

Angriffe mit Hilfe von Exploits sind besonders effektiv, da sie in der Regel keine Aktivität des Nutzers voraussetzen und ohne Verdacht zu erregen, Schadsoftware platzieren können. Entsprechende Angriffe werden sowohl von Cyberkriminellen durchgeführt, mit dem Ziel, Geld oder Daten von Heimanwendern oder Unternehmen zu stehlen, als auch von Akteuren, die hinter hochentwickelten und zielgerichteten Angriffen stehen. Speziell im Unternehmensbereich wurden im vergangenen Jahr 28,35 Prozent mehr Firmennutzer von Exploits angegriffen als im Jahr zuvor. Die Gesamtzahl stieg damit auf über 690.000, das entspricht 15,76 Prozent aller im Jahr 2016 von Exploits attackierten Anwender.

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie

• >> Die Topziele:
Browser, Windows, Android und Microsoft Office werden am häufigsten von Exploits attackiert. Bei 69,8 Prozent aller im Jahr 2016 von Exploit-Attacken betroffenen Nutzer bezog sich der Angriff auf eine dieser Anwendungen.

• >> Stuxnet nach wir vor aktiv: Betrachtet man die Zahl der betroffenen Anwender liegt der unrühmliche Exploit "Stuxnet" (CVE-2010-2568) [2] weiter an der Spitze: 2016 kam jeder vierte aller überhaupt von einem Exploit attackierten Nutzer damit in Berührung.

• >> Mehr Zero-Days: Weltweit betrachtet wurden im Jahr 2016 mehr als 297.000 Nutzer von noch unbekannten Exploits angegriffen (Zero-Day-Exploits oder bereits bekannte Exploits, die jedoch stark verschleiert wurden). Das entspricht einem Anstieg von knapp unter 7 Prozent gegenüber 2015. Der Marktpreis für noch unbekannte Exploits kann bis zu mehrere zehntausend US-Dollar betragen. Sie werden in der Regel im Zuge ausgefeilter Angriffe auf hochrangige Ziele eingesetzt.

• >> 80 Schwachstellen für gezielte Angriffe: Alle gezielten Cyberangriffe und -kampagnen, über die Kaspersky Lab von 2010 bis 2016 berichtet hat, nutzten zusammengenommen mehr als 80 Schwachstellen. Zwei Drittel davon wurden von mehr als einem Angreifer ausgenutzt.

Obwohl immer mehr Attacken auf Exploits beruhen und sich die Angriffe verstärkt gegen Unternehmen und Organisationen richten, fiel die Zahl der von Exploits betroffenen Heimanwender überraschend um 20 Prozent. Sie reduzierte sich von 5,4 Millionen im Jahr 2015 auf 4,3 Millionen im Jahr 2016. Eine mögliche Begründung: 2016 gab es weniger Quellen für Exploits als im Jahr zuvor. So sind im Lauf des vergangenen Jahres verschiedene große und populäre Exploit Kits wie Neutrino und Angler vom Untergrundmarkt verschwunden. Einige Gruppen Cyberkrimineller haben offenbar so die Möglichkeit verloren, ihre Malware zu verbreiten. Ein weiterer Grund liegt in schnelleren Reaktionszeiten der Software-Anbieter nach der Entdeckung neuer Sicherheitsprobleme. Damit ist es für Cyberkriminelle weit teurer geworden, ein wirkungsvolles zu entwickeln, das solange eingesetzt werden kann, bis es seine Kosten wieder eingespielt hat. Das gilt aber nicht für Angriffe auf Unternehmen.

"Sowohl unsere Erkennungsstatistiken als auch die Beobachtung der Aktivitäten von Akteuren, die hinter zielgerichteten Angriffen stehen, zeigen uns, dass professionelle Gruppen im Bereich der Cyberspionage über Geldmittel und Fähigkeiten verfügen, um hochentwickelte Exploits zu entwickeln und zu verbreiten. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die unfreiwillige Veröffentlichung schadhafter Tools, die mutmaßlich von der Equation Group eingesetzt wurde", warnt daher Alexander Liskin, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab. "Das heißt aber nicht, dass es unmöglich wäre, Organisationen gegen Exploit-Attacken zu schützen. Um die schädlichen Angriffe abzuwehren, empfehlen wir besonders Unternehmen, auf etablierte Cybersicherheitslösungen zu setzen, um Rechner, mobile Geräte sowie Netzwerke wirksam abzusichern."

Schutzmaßnahmen gegen Exploits
Die Experten von Kaspersky Lab empfehlen zum Schutz vor Exploit-basierten Angriffe auf Heim- und Unternehmensanwender folgende Maßnahmen:

• >> Die auf dem PC installierte Software sollte auf dem neuesten Stand gehalten werden und – wenn möglich – eine automatische Update-Funktion genutzt werden.

• >> Software-Anbieter, die verantwortlich mit Schwachstellen-Problemen umgehen, sollten nach Möglichkeit präferiert werden, beispielsweise wenn sie ein eigenes Bug-Bounty-Programm betreiben.

• >> Werden mehrere, miteinander vernetzte PC verwaltet, sollte eine Lösung für ein Patch-Management zum Einsatz kommen. Damit kann die Software aller Endpoints zentral und kontrolliert aktualisiert werden.

• >> Die IT-Infrastruktur im Unternehmen sollte regelmäßig Sicherheitsüberprüfungen (Security Assessments) unterzogen werden.
• >> Mitarbeiter müssen beispielsweise mittels Schulungen über die Gefahren durch Social Engineering unterrichtet werden, da mit dieser Methode Opfer oft veranlasst werden, ein kompromittiertes Dokument zu öffnen oder einem ebensolchen Link zu folgen.

• >> Es sollten Sicherheitslösungen eingesetzt werden, die über spezielle Mechanismen zur Exploit-Abwehr oder zumindest über verhaltensbasierte Erkennungstechnologien verfügen.
(Kaspersky Lap: ra)

eingetragen: 14.05.17
Home & Newsletterlauf: 09.06.17


Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Statistiken

  • Kampf gegen "wurmähnliche" Angriffe

    Fortinet veröffentlichte die Ergebnisse ihres neuesten "Global Threat Landscape"-Berichts. Aufgrund schlechter Sicherheitspraktiken und einer riskanten Applikationsnutzung können "wurmähnliche" Angriffe Hot Exploits in Rekordgeschwindigkeit ausnutzen. Die Angreifer müssen nur wenig Zeit in die Entwicklung von Angriffstechniken investieren und konzentrieren sich zunehmend auf den Einsatz von automatisierten und intentionsbasierten Tools, um das System zu infiltrieren und die Business Continuity zu stören. "Die technischen Innovationen, die unsere digitale Wirtschaft vorantreiben, bieten im Bereich der Cyber-Sicherheit leider auch die gleichen Chancen für Gut und Böse. Dennoch hat jeder die Möglichkeit, die Folgen von Infektionen durch konsequente und effektive sicherheitsrelevante Cyber-Praktiken zu begrenzen", sagt Phil Quade, Chief Information Security Officer bei Fortinet.

  • Anstieg der Bot-Infektionen

    Ein Jahr nach der verheerenden Mirai-Attacke enthüllt Norton by Symantec (NASDAQ: SYMC), einer der weltweit führenden Anbieter für Cybersicherheit, wie drastisch sich das weltweite Botnet im vergangenen Jahr ausgebreitet hat. Dabei stellt die Studie insbesondere heraus, welche Länder und Städte 2016 (interaktive Europakarte) ohne es selbst zu bemerken am stärksten betroffen sind. Insgesamt ist das weltweite Botnet - also die Anzahl aller weltweiten Bots - im vergangenen Jahr um 6,7 Millionen zusätzliche Bots gewachsen. Fast jedes fünfte infizierte Gerät befindet sich in Europa. Deutschland nimmt den dritten Platz im europäischen Ranking ein.

  • Cyberangriffe auf Unternehmen nehmen weiter zu

    Trend Micro veröffentlichte ihren Halbjahresbericht zur Lage der IT-Sicherheit. Dieser zeigt: Cyberangriffe auf Unternehmen nehmen weiter zu. Neben bekannten Bedrohungen wie Ransomware und Business E-Mail Compromise stellen vor allem Angriffe auf IoT-Geräte eine Gefahr dar. Der veröffentlichte Bericht "2017 Midyear Security Roundup: The Cost of Compromise" dokumentiert, dass Unternehmen sich vermehrt gegen Ransomware, Business E-Mail Compromise (BEC) und Angriffe auf das Internet der Dinge (IoT) verteidigen müssen. Dazu kommt eine zusätzliche Bedrohung durch rufschädigende Online-Kampagnen. Auch über die erste Hälfte des Jahres 2017 hinaus ist kein Rückgang der Cyber-Bedrohungen zu erwarten.

  • Ausbreitung von Ransomware verdoppelt

    Check Point Software Technologies stellt ihre neue Online-Untersuchungsplattform "Check Point Research" vor. Sie soll eine Grundlage für den Austausch und Information in der Threat Intelligence-Community schaffen, die es so vorher nicht gegeben hat. Über das Portal teilt und diskutiert Check Point seine Forschungsergebnisse, wichtige Sicherheitstrends im Cyberraum und Details über die aktuelle Gefahrenlandschaft. Zeitgleich mit der neuen Plattform präsentiert Check Point ihren "Cyber Attack Trends: Mid-Year Report". Er zeigt die aktuell größten Gefahren, die von Januar bis Juli 2017 global aufgetreten sind. Speziell untersucht werden neben Ransomware auch Banking-Malware und Bedrohungen für Mobilgeräte. Die Informationen basieren auf Untersuchungen der Check Points ThreatCloud World Cyber Threat Map.

  • Mehr Geräte mit aktueller Android-Version

    Alle 11 Sekunden entdecken die Analysten eine neue Android Schad-App. Das sind über 333 pro Stunde und somit rund 8.000 pro Tag. Im ersten Halbjahr 2017 zählten die G Data Sicherheitsexperten somit 1,5 Millionen Android-Schaddateien. Die Bedrohungslage bleibt hoch, derzeit scheinen Cyberkriminelle ihre Malware-Kampagnen etabliert zu haben und setzen auf andere Methoden wie Datendiebstahl.