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Malware: Europa am meisten betroffen


Vorhersagen zu wachsenden IT-Sicherheitsbedrohungen werden Realität - Deutschland Spitzenreiter bei Ransomware-Entdeckungen in Europa
Report über IT-Sicherheitslage 2016: Cyber-Kriminelle zeigen neue globale Verhaltensmuster in der Verbreitung von Ransomware, Werbebetrug (Ad Fraud) und Bot-Netzen

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Malwarebytes veröffentlicht einen Report über die größten Malware-Bedrohungen aus dem Jahr 2016. Die im "Malwarebytes State of Malware Report" präsentierten Ergebnisse zeigen eine signifikante Verschiebung der Cyber-kriminellen Bedrohungslage und von Malware-Methoden im Vergleich zu vorhergehenden Jahren auf. Ransomware, Werbebetrug (Ad Fraud) und Bot-Netze – in der jüngeren Vergangenheit noch ungerechtfertigt im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit – haben sich drastisch weiterentwickelt und zeigten 2016 mittlerweile messbare Relevanz. Cyber-Kriminelle haben sich diesen Bereichen stark zugewandt und zielen damit auf eine breitere Masse ab.

Bot-Netze zielen direkt auf die Infizierung und Übernahme von IoT-Geräten ab
Um die drastische Weiterentwicklung der Bedrohungslage 2016 besser verstehen zu können, erhob Malwarebytes Daten von Windows- oder Android-basierten Geräten in über 200 Ländern, die Malwarebytes installiert hatten. Dabei waren sowohl Daten zwischen Juni und November 2016 und von privaten als auch gewerblichen Nutzern Teil der Analyse. Innerhalb des sechsmonatigen Untersuchungszeitraums wurden nahezu eine Million Malware-Fälle gemeldet. Darüber hinaus gewann Malwarebytes auch Daten über eigene Honeypots und über die Identifizierung und Verbreitung von Malware.

"Wir müssen die Methoden und Taktiken von Cyber-Kriminellen vollkommen verstehen, um Nutzer bestmöglich davor zu schützen", so Marcin Kleczynski, CEO von Malwarebytes. "Die Ergebnisse unserer Studie liefern den Beweis, dass die Frequenz und Vielfalt von Cyber-Attacken mit denen Privatnutzer und Unternehmen konfrontiert sind, auf alarmierende Art und Weise zugenommen haben. Im letzten Jahr konnten wir Anstürme von Ransomware, eine Zunahme von schädlichen Ad-Fraud-Fällen sowie neue und gefährliche Einsätze von Bot-Netzen verzeichnen. Diese Bedrohungen bergen grundsätzlich die Gefahr, viele der Vorteile, die moderne Technologien für die Gesellschaft mittlerweile ermöglichen, zunichte zu machen. Unternehmen und Privatanwender müssen verstehen, welche Folgen diese Art von Bedrohungen nach sich ziehen können."

Wesentliche Erkenntnisse aus dem Bericht beinhalten:

Ransomware geriet in die Schlagzeilen und wurde zur meist genutzten Angriffsmethode auf Unternehmen, speziell in den Regionen Europa und Nordamerika.

Die Verbreitung von Ransomware stieg zwischen Januar und November 2016 um 267 Prozent an.

Allein im vierten Quartal 2016 spürte Malwarebytes 400 verschiedene Arten von Ransomware auf.

Ransomware machte 12,3 Prozent aller Bedrohungen für Unternehmen aus, allerdings nur 1,8 Prozent bei Privatanwendern.

81 Prozent der Ransomware-Angriffe wurden im Unternehmensumfeld in Nordamerika entdeckt.

Europa ist der am meisten von Malware betroffene Kontinent – dafür ausschlaggebend ist die starke Verbreitung der Malware-Entdeckungen.

Im Vergleich zu Nordamerika wurde Europa 20 Prozent öfter mit Malware infiziert und über 17-mal mehr als die gesamte Region Ozeanien.

Deutschland nimmt hinter den USA den zweiten Platz der Länder mit den höchsten Ransomware-Zahlen auf.

Dabei waren die Länder Frankreich, Großbritannien, und Spanien in Europa am stärksten betroffen. Den höchsten Anstieg in allen Malware-Bereichen verzeichnete 2016 allerdings der Vatikan mit 1.200 Prozent mehr Entdeckungen.

In Großbritannien ereigneten sich fast doppelt so viele Malware-Fälle wie in Russland. Russland taucht trotz seiner Größe und Bevölkerungsdichte nicht in den Top 10 der Länder mit den meisten Ransomware-Fällen auf.

Angeführt von der Malware "Kovter", übertrafen die Entdeckungen von Ad Fraud-Malware die Ransomware-Fälle zeitweise und stellten damit eine erhebliche Bedrohung für Unternehmen und Privatnutzer dar.

2016 wurde Kovter eingehend von Malwarebytes beobachtet. Diese vorzugsweise für Ad Fraud verwendete Bedrohung zählt zu den gefährlichsten Malware-Familien ihrer Art.

Kovter war vor allem in Amerika eine der größten Bedrohungen des letzten Jahres – 68,64 Prozent aller Angriffe, und damit mehr als in allen anderen Regionen – fanden in den USA statt.

Die Verbreitung und die Methodik von Kovter haben sich signifikant verändert: Das spiegelt ein Trend wider, der auch mit dem Aufkommen von Ransomware zu verzeichnen war: Kovter und Ransomware ermöglichen Angreifern einen direkte Quelle für potentiellen Profit.

Bot-Netze infizieren Internet of Things-Geräte und machen sie sich zu eigen, um damit massive DDoS-Attacken zu starten.

Im letzten Jahr kam eine neue Nutzungsart von Bot-Netzen auf, die direkt auf den Bereich Internet of Things (IoT) abzielt und Geräte aus dem IoT-Universum infizieren und beeinträchtigen.

In Europa und Asien nahm die Vielfalt an weit verbreiteten Bot-Netz-Familien zu. Als Beispiel: Das Kelihos Bot-Netz wuchs bis Juli um 785, bis Oktober sogar um 960 Prozent. Der Bot-Netz-Typ IRCBot stieg im August um 667 Prozent, Qbot um 261 Prozent im November.

Deutschland stand ebenfalls einem erheblichen Bot-Netz-Problem gegenüber: Im Vergleich zu den Bot-Netz-Fällen in 2015 stieg die Anzahl an Entdeckungen um 550 Prozent.

Mobile Malware findet Wege, aktuelle Mobile Security-Lösungen zu umgehen, was einen Anstieg der Entdeckungen von mobiler Malware zur Folge hat.
2016 konnte man eine zunehmend wahllose Verwendung von mobiler Malware beobachten. Damit versuchten Cyber-Kriminelle die Erkennungsmechanismen von Mobile Security-Lösungen zu umgehen. Im letzten Jahr hat sich dadurch ein Anstieg an mobiler Malware abgezeichnet.

Brasilien, Indonesien, die Philippinen und Mexiko sind in den Top 10 Ländern mit den meisten Android-Malware-Fällen. Die hohe Verbreitung von Android-basierter Malware in Entwicklungsländern lässt sich damit erklären, dass gerade in diesen Ländern unsichere Third-Party App-Stores zum Herunterladen mobiler Anwendungen zum Einsatz kommen.

"Im letzten Jahr konnten wir eine starke Verschiebung der größten Malware-Bedrohungen und wie sie verbreitet werden, mitverfolgen," so Adam Kujawa, Direktor von Malware Intelligence bei Malwarebytes. "Angreifer halten immer Ausschau nach dem größtmöglichen Profit. Dadurch werden Methoden auf die jeweiligen Region und deren geografischen Gegebenheiten angepasst und auf den größtmöglichen Erfolg sowie die Nutzer-Aufmerksamkeit ausgerichtet. Die Zahlen von Ransomware und Ad-Fraud, im Speziellen Kovter, haben sich im letzten Jahr überschlagen, was den Grund hat, dass sie für Angreifer eine direkte Quelle für Profit versprechen. So sieht die Zukunft der Cyber-Kriminalität aktuell aus. Es ist unerlässlich, dass wir auch weiterhin untersuchen, wie sich Praktiken und Methoden mit der Zeit weiterentwickeln." (Malwarebytes: ra)

eingetragen: 09.02.17
Home & Newsletterlauf: 27.02.17


Malwarebytes: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Statistiken

  • Ransomware bleibt ein Problem

    SophosLabs analysiert in einem Whitepaper die diesjährige Schadsoftware und beschreibt die voraussichtlichen Gefahren für 2018. Ransomware ist gefährlicher denn je und hat zunehmend Linux, Mac und Android-Systeme im Blick. Ransomware hat Unternehmen und Privatanwender in diesem Jahr auffällig zugesetzt. SophosLabs kommt nach seiner Analyse von Daten aus April bis Oktober 2017 zur Prognose, dass auch das nächste Jahr von Ransomware und RaaS (mit DIY-Bausätzen) geprägt sein wird. Neben Windows müssen sich zukünftig auch Linux, Mac und Android User wappnen.

  • Mafia war 2017 digital unterwegs

    Malwarebytes, Anbieterin von Lösungen zur Vermeidung und Behebung von Malware-Bedrohungen, präsentiert seinen Report über das neue Zeitalter des organisierten Cyberverbrechens. Die Angriffe im Jahr 2017 stiegen nicht nur in ihrer Häufigkeit an, sondern waren auch ausgereifter und erzeugten mehr Schaden. Der Report "The New Mafia: Gangs and Vigilantes - A Guide to Cybercrime for CEOs" entmystifiziert Cybersicherheit und zeigt, welche Parallelen sich zwischen heutigen Cyberkriminellen und den Mafia-Gangs aus den 30er Jahren auftun. Diese neue Generation an Cyberkriminellen ähnelt traditionellen Mafia-Organisationen: Die professionelle Koordinierung sowie Einschüchterungen der Opfer sind nur zwei der sich überschneidenden Punkte. Die Daten von Malwarebytes bestätigen, dass diese Gangs, die sich zurzeit professionalisieren, Unternehmen großen Schaden zufügen können.

  • 57,6 Millionen neue Malware-Samples

    Der neue McAfee Labs Threat Report für Dezember 2017 untersucht den Anstieg und die Trends bei neuer Malware, Ransomware und anderen Bedrohungen im dritten Quartal 2017. Mit 57,6 Millionen neuen Malware-Samples - vier neuen Samples pro Sekunde - verzeichnet der Bericht einen neuen Rekordwert. Darunter finden sich Entwicklungen wie neue dateilose Malware mit bösartigen Makros, eine neue Version der Locky-Ransomware namens "Lukitus" sowie neue Varianten der Banking-Trojaner Trickbot und Emotet. Der Report verzeichnet auch eine hohe Anzahl von Angriffen auf die Sicherheitslücken in der Microsoft-Technologie - obwohl der Plattformanbieter bereits im ersten Quartal 2017 entsprechende Patches veröffentlichte.

  • Kennzahl für neue Malware steigt wieder an

    Im Jahr 2017 wurden täglich weltweit durchschnittlich 360.000 schädliche Dateien von den Technologien von Kaspersky Lab verarbeitet - das bedeutet einen Zuwachs um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nachdem die Anzahl gefährlicher Dateien im Jahr 2015 noch leicht rückläufig war, steigt das Aufkommen von Schadprogrammen im zweiten Jahr in Folge kontinuierlich an. Dieser Trend geht unter anderem aus der Jahresstatistik von Kaspersky Lab für 2017 hervor. Die Anzahl der täglich entdeckten schädlichen Dateien zeigt, wie aktiv Cyberkriminelle bei der Entwicklung und der Verbreitung von Malware sind. Die Kennzahl wurde von Kaspersky Lab erstmalig im Jahr 2011 berechnet - mit damals 70.000 schädlichen Dateien pro Tag und einem Zuwachs bis heute um das Fünffache.

  • Wiederholte Botnet-Infektionen

    Fortinet veröffentlichte die Ergebnisse ihres neuesten "Global Threat Landscape Report". Wie der Bericht zur aktuellen Bedrohungslage zeigt, werden viele Unternehmen wiederholt Opfer von Botnet-Angriffen. Auch der Anstieg bei automatisierter Malware belegt, dass immer mehr Cyber-Kriminelle gängige Exploits mit automatisierten Angriffsmethoden zu schnellen, breit angelegten Attacken kombinieren.