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Ransomware mit Exploit-Kit-Kampagnen sehr populär


Proofpoints Bericht "The Human Factor 2016": Angreifer nutzen menschliche Schwächen aus
Jahresbericht deckt neue Taktik der Cyber-Kriminellen auf: Statt auf Technik zu setzen, locken sie ihre Opfer mit E-Mail, Social Media und mobilen Apps in die Falle

(18.04.16) - Proofpoint hat ihren Jahresbericht "The Human Factor 2016" veröffentlicht. Die Angreifer haben 2015 die Strategie grundlegend geändert, mit der sie an Informationen und Geld kommen: Sie machen die ahnungslosen Nutzer zu Komplizen. Der Bericht basiert auf Nutzerdaten und beschreibt detailliert die Trends in E-Mails, Social Media-Plattformen und mobilen Applikationen, um das Verhalten der Angreifer aufzudecken und Organisationen zu zeigen, wie sie ihre Systeme sichern, damit sie den menschlichen Faktor in den Griff bekommen.

"Die Angreifer sind 2015 von den technischen Stärken zu den menschlichen Schwächen übergegangen", erklärt Kevin Epstein, Vice President of Threat Operations bei Proofpoint. "Sie setzten in nie gekanntem Ausmaß gezielt auf die natürliche Neugier und Leichtgläubigkeit von Menschen. Statt sich auf hochentwickelte, teure technische Exploits zu verlassen, führten sie meist einfache, an Social Engineering aufgehängte Kampagnen durch. So machten sie ahnungslose Menschen zu Schachfiguren, die ihre eigenen Computer mit Malware infizieren, ihre Login- und andere sensible Daten preisgeben und betrügerische Überweisungen im Auftrag der Angreifer durchführen."

Wichtige Erkenntnisse aus "The Human Factor 2016"
Angreifer infizierten Computer so, dass die Benutzer selbst und nicht automatische Technologien ihnen schadeten. Mehr als 99 Prozent aller bösartigen E-Mail-Kampagnen mit angehängten Dokumenten basierten auf menschlicher Interaktion. Allein Ransomware war 2015 mit Exploit-Kit-Kampagnen sehr populär und auch 2016 schon erfolgreich.

Banking-Trojaner gehörten zur beliebtesten Form bösartiger Dokumente-Payloads in E-Mail-Kampagnen. Das Dridex-Nachrichtenvolumen war fast zehnmal so hoch wie die am zweithäufigsten genutzte Payload-Form. Die Dokumente selbst nutzten in großem Umfang schädliche Makros und vertrauten auf Social Engineering, um den Benutzer mit allen Tricks zum Ausführen von Schadcodes zu bringen.

Hacker servierten Phishing-Mails zum Frühstück und Social-Media-Spam zum Kaffee. Cyber-Kriminelle planten ihre Angriffe zeitlich so, dass die Opfer optimal abgelenkt waren: Beispielsweise war der Dienstagmorgen zwischen 9 und 10 Uhr der beliebteste Zeitraum für Phishing-Kampagnen, während Social-Media-Spam nachmittags seinen Höhepunkt erreichte.

Social Media-Phishing Scams kommen zehnmal häufiger vor als Social Media-Malware. Im letzten Jahr wurden zahlreiche betrügerische Social Media Accounts gelöscht, die vorgaben, eine bekannte Marke zu vertreten. 40 Prozent der Facebook- und 20 Prozent der Twitter-Accounts, die angeblich eine der 100 Weltmarken vertreten, hatten keine Berechtigung.

Gefährliche mobile Apps aus fragwürdigen Märkten bedrohen 40 Prozent der Unternehmen. Benutzer, die Apps von fragwürdigen Märkten herunterladen - wobei sie mehrfach Sicherheitswarnungen umgehen - gehen ein viermal höheres Risiko ein, dass die heruntergeladenen Apps schädlich sind. Solche Apps stehlen persönliche Informationen, Passwörter und Daten.

Benutzer luden bereitwillig mehr als zwei Milliarden mobile Apps herunter, die persönliche Daten stehlen. Proofpoint entdeckte sogar mehr als 12.000 schädliche mobile Apps in autorisierten Android-App-Stores. Viele davon konnten Informationen stehlen oder Backdoors erstellen oder hatten andere schädliche Funktionen. (Proofpoint: ra)

Proofpoint: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Statistiken

  • Malware- & Netzwerkangriffe nehmen zu

    Wie der aktuell veröffentlichte "WatchGuard Internet Security Report" für das dritte Quartal 2019 belegt, sollte bei per E-Mail eingehenden Word-, RTF- oder anderen Office-Dokumenten weiterhin besondere Vorsicht gelten. Diesmal haben es gleich zwei einschlägige Malware-Varianten in die Top 10 geschafft. Die Nase vorn hat dabei ein Angriffsversuch, der auf einer Schwachstelle des Word-Formeleditors basiert. Dieser ermöglicht es Hackern beliebigen Code auszuführen, sobald das manipulierte Dokument geöffnet wird. Sowohl hinsichtlich der Gesamtmenge als auch der Verbreitung solch Office-basierter Übergriffe wurden dabei im dritten Quartal neue Bestmarken erreicht: Neben der Anzahl entsprechender Attacken verdoppelte sich auch der Adressatenkreis im Vergleich zum Vorquartal. Die Übermittlung erfolgte in der Mehrzahl aller Fälle per E-Mail. Daher wird es gerade für Unternehmen immer wichtiger, ihre Mitarbeiter gezielt zu sensibilisieren. Schulungen und Aufklärungsinitiativen können dazu beitragen, dass Anwender solche und andere Übergriffe sowie Phishing-Versuche besser erkennen.

  • Ein Drittel mehr DDoS-Attacken

    Im dritten Quartal 2019 stieg die Anzahl der DDoS-Angriffe gegenüber dem Vorquartal um ein Drittel (30 Prozent) an; mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Attacken fand im September statt. Darüber hinaus gab es einen Anstieg einfacherer DDoS-Angriffe, die vor allem akademische Webseiten im Visier hatten. Der Anstieg ist durch eine Vielzahl einfacherer Angriffe bedingt, während in den vorherigen Quartalen das Wachstum auf eine Zunahme intelligenter Angriffe zurückzuführen war, die von erfahrenen Cyberkriminellen auf Anwendungsebene durchgeführt wurden. In diesem Quartal sank der Anteil dieser Art von Angriffen auf 28 Prozent aller DDoS-Angriffe, im zweiten Quartal machten intelligente Angriffen noch die Hälfte (50 Prozent) aus.

  • Vermehrt Ransomware-Angriffe auf NAS-Systeme

    Kaspersky-Forscher haben im Rahmen einer aktuellen Studie eine neue Art von Ransomware-Angriff identifiziert, der im Hinblick auf Network Attached Storage (NAS) ein neues Risiko für Backup-Daten darstellt, die in der Regel auf solchen Geräten gespeichert werden. Da NAS bislang weitgehend als sichere Technologie galt, sind Nutzer hinsichtlich potenzieller Infektionen zumeist unvorbereitet - wodurch deren Daten einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Um Network Attached Storages anzugreifen, scannen Cyberkriminelle IP-Adressverzeichnisse und suchen dort nach NAS-Systemen, die über das Internet erreicht werden können. Auch wenn Webschnittstellen nur mittels Authentifizierung zugänglich sind, läuft auf einer Reihe von Geräten Software, die Schwachstellen enthält. Dies ermöglicht es Angreifern, einen Trojaner mittels Exploits zu installieren, der alle Daten auf den mit dem NAS verbundenen Geräten verschlüsselt.

  • Cyberkriminelle schlagen bevorzugt an Werktagen zu

    Barracuda Networks hat ihren aktuellen Spear-Phishing-Report veröffentlicht. Im Zeitraum von Juli bis September 2019 identifizierte der Sicherspezialist 1,5 Millionen Spear-Phishing-Attacken bei über 4.000 Unternehmen oder Institutionen, die "Barracuda Sentinel" einsetzen, ein Cloud-Service mit KI-Lösung zur Echtzeit-Abwehr von Spear-Phishing-Attacken und Betrugsversuchen. Folgender vier Vektoren bedienten sich die Angreifer hauptsächlich: Scamming (39 Prozent): Diese Angriffe zielen ab auf private, sensible und persönliche Informationen wie etwa Kontodaten oder Kreditkartennummern.

  • Sextortion ein sehr großes Problem

    Proofpoint hat ihren neuesten Threat Report für das dritte Quartal 2019 veröffentlicht. Darin zeigt das Unternehmen aktuelle Trends und Bedrohungen im Bereich Cybersecurity auf. Besonders auffällig ist dabei, dass die Schadsoftware Emotet allein bei 12 Prozent aller E-Mails mit Malware im Anhang zum Einsatz kam - obwohl Emotet nur in den letzten beiden Wochen des Septembers nennenswert aktiv war. Das heißt demnach, dass in diesem kurzen Zeitraum mehrere Millionen von Nachrichten mit bösartigen URLs oder Anhängen versandt wurden. Eine der treibenden Kräfte hinter der weltweiten Verbreitung von Emotet ist die in Fachkreisen als TA542 (Thread Actor 542) bezeichnete Gruppierung. Diese Gruppe Cyberkrimineller ist für den Vertrieb von Emotet "zuständig" und erweiterte in diesem Zeitraum auch ihr regionales Targeting auf eine Reihe neuer Länder, darunter Italien, Spanien, Japan, Hongkong und Singapur. TA542 hat dabei Methoden angewandt, von denen sich die Gruppe Anfang 2019 zunächst getrennt hatte. Dazu gehören beispielsweise sehr gezielte eingesetzt saisonale und topaktuelle Köder. In diesem Zusammenhang beobachtete Proofpoint zum Beispiel am 23. September, dass in den Nachrichten häufiger als sonst von Edward Snowden die Rede war und die Cyberkriminellen ihre Köder entsprechend anpassten.