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Großbritannien weltweit Ransomware-Hochburg


34 Prozent der im letzten halben Jahr weltweit erfassten Ransomware-Attacken fanden in Großbritannien statt
Deutschland belegt mit unter 1 Prozent Platz 7 - PDFs und Office-Dokumente sind die häufigsten "Transportmittel" für Schadsoftware

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Seit der WannaCry-Attacke kommt das Thema Ransomware nicht mehr aus den Schlagzeilen. Unternehmen müssen schlichtweg akzeptieren, dass diese Form der Schadsoftware dauerhaft für Probleme sorgen und die tägliche Arbeit der IT-Sicherheitsexperten noch eine Weile dominieren wird.

Erpressertrojaner Cerber und Locky sind am aktivsten
SophosLabs nahm die produktivsten Ransomware-Familien und Angriffsvektoren über einen Zeitraum von sechs Monaten unter die Lupe und korrelierte die Ergebnisse zu einer grafischen Übersicht von Oktober 2016 bis April 2017. Die Analyse beinhaltet noch nicht den WannaCry-Ausbruch von Mitte Mai 2017. Zunächst nahmen die Experten spezifische Ransomware-Familien unter die Lupe: Cerber war für die Hälfte aller Aktivitäten während der Beobachtungsperiode verantwortlich – WannaCry dürfte in kommenden Analysen eine ähnliche Größenordnung erreichen. Auf Locky fallen immerhin noch knapp ein Viertel aller Aktivitäten (24 Prozent).

Der Erpressertrojaner Cerber – nicht ohne Grund nach dem mehrköpfigem Hund Cerberus benannt, der in der griechischen Mythologie die Unterwelt bewacht – durchlief zahlreiche Mutationen. Er wurde gezielt entwickelt, um Sandboxing und Antiviren-Programme zu umgehen. Eine Version verbreitete sich zum Beispiel via Spam-Mails, getarnt als Paket-Lieferankündigung. Die Ransomware Locky hat mittlerweile eine Historie in der Neubenennungen wichtiger Daten seiner Opfer, so dass diese mit dem Fortsatz .locky. enden. Wie bei Cerber auch haben sich die Vorgehensweise und das Aussehen über die Zeit immer wieder gewandelt.

Deutschland belegt Platz 7 auf der weltweiten Angriffskarte
Weltweit betreffen die größten Ransomware-Aktivitäten Großbritannien (34 Prozent), gefolgt von Belgien (20 Prozent), der Niederlande (14 Prozent) und den USA (13 Prozent). Nach Italien und Frankreich steht Deutschland mit einer anteiligen Bedrohungsquote von unter 1 Prozent an Platz 7. Nach der Überprüfung der Attackenfrequenz nahm sich SophosLabs die Verbreitungsmethoden und Evolutionskreisläufe von Malware vor: So kristallisieren sich verschiedene Verbreitungswege heraus: Spam, Web-Malvertisement (schadhafte Werbung auf einer Website) und Drive-by-Downloads, also das unbewusste Herunterladen von Malware.

Die vorherrschende Angriffstaktik von Ransomware war das Versenden von Email-Anhängen. Besonders beliebt dabei: PDFs und Office-Dokumente. Im Dezember 2016 ließ sich zudem ein auffallend starker Spam-Rückgang feststellen. "Das hat möglicherweise mit dem stillgelegten Botnet Necurs zu tun", so Michael Veit, Security Experte bei Sophos. "Das heißt aber nicht, dass da nicht noch etwas vor sich hinschlummert und den nächsten Peak vorbereitet.". Entsprechend wichtig ist die Prävention.

Und das kann jeder:
1. Dem gesunden Menschenverstand vertrauen, bei Zweifeln keine Datei oder Emailanhänge öffnen.
2. Regelmäßige Backups seiner Daten erstellen und diese verschlüsselt hinterlegen.
3. Konstant Updates und Sicherheits-Patches einspielen.
4. Auf dem Gerät einstellen, dass Dateiendungen auf den ersten Blick zu sehen sind, so dass man sie nicht extra anklicken muss und damit möglicherweise Malware öffnet.
(Sophos: ra)

eingetragen: 21.06.17
Home & Newsletterlauf: 05.07.17


Sophos: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Statistiken

  • Schürfen von Krypto-Währungen lag 2017 im Trend

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes veröffentlichen ihren jährlichen Report "Malwarebytes Cybercrime Tactics and Techniques: 2017 State of Malware Report", mit einer Analyse der wichtigsten Malware-Bedrohungen im Jahr 2017 und die wichtigsten Erkenntnisse für 2018. Dabei zeigt dieser Report eine deutliche Veränderung der Angriffsmethoden durch Cyber-Kriminelle: Zwar war Ransomware die beliebteste Angriffsart in 2017, aber es gab auch einen massiven Anstieg an Krypto-Schürfern, Bankentrojanern und Adware. Beispielsweise blockte Malwarebytes im Durchschnitt 8 Millionen Drive-By Mining-Versuche pro Tag im September 2017.

  • Abwehr von DDoS-Attacken

    F5 Networks hat ermittelt, dass im Jahr 2017 die registrierten IT-Sicherheitsvorfälle um 64 Prozent angestiegen sind. Das zeigen Kundendaten aus dem "F5 Security Operations Center" (SOC) in Polen. Dabei steht das Gebiet Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) im Brennpunkt: 51 Prozent der weltweit gemeldeten DDoS-Angriffe trafen Unternehmen aus dieser Region. Die Zunahme der Aktivitäten spiegelt sich in einer Erhöhung der Abwehrmaßnahmen wider: Laut F5 verdoppelte sich die Zahl der neu implementierten Web Application Firewalls (WAFs) im EMEA-Raum im letzten Jahr. Die Einführung von Lösungen gegen Betrugsversuche stieg um 76 Prozent und gegen DDoS um 58 Prozent.

  • Infektionen mit Crypto Mining-Malware

    Check Point Software Technologies stellt im "Global Threat Impact Index" im Dezember 2017 einen Anstieg von Infektionen mit Crypto-Mining-Malware fest. Weltweit sind demnach bei 55 Prozent der Unternehmen entsprechende Programme im Einsatz. Insgesamt finden sich 10 verschiedene Varianten in den Top 100 der aktuell im Umlauf befindlichen Malware und 2 Varianten sind unter den Top drei. Cyberkriminelle kapern die CPU oder GPU Power ihrer Opfer und nutzen die Ressourcen, um Crypto-Währungen zu minen.

  • SCADA ist kritisch

    Wie der "Global Threat Landscape Report" von Fortinet zeigt, werden viele Unternehmen wiederholt Opfer von Botnet-Angriffen. Auch der Anstieg bei automatisierter Malware belegt, dass immer mehr Cyber-Kriminelle gängige Exploits mit automatisierten Angriffsmethoden zu schnellen, breit angelegten Attacken kombinieren. Phil Quade, Chief Information Security Officer, Fortinet: "Ob WannaCry im Mai oder Apache Struts im September: Lang bekannte und dennoch nicht gepatchte Schwachstellen öffnen Angreifern immer wieder Tür und Tor. Unternehmen müssen nicht nur bei Bedrohungen und Schwachstellen auf dem neuesten Stand sein, sondern auch wissen, was in ihrer eigenen Umgebung vor sich geht. Sicherheitspraktiken müssen unbedingt Priorität haben und mit einem Fabric-basierten Security-Konzept einhergehen, das Automatisierung, Integration und strategische Segmentierung nutzt. Angreifer bedienen sich zunehmend automatisierter und Scripting-Techniken - das ist mittlerweile die Norm und wir müssen ihnen das Leben so schwer wie möglich machen."

  • Ransomware dominierte Bedrohungslandschaft

    Ransomware ist auch 2017 auf Platz eins der weltweiten Cyberattacken. Dies zeigt die Jahresanalyse von Bitdefender. Der Cybersecurity-Anbieter schützt 500 Millionen Nutzern weltweit vor Bedrohungen aus dem Internet und fasst seine Expertise im globalen Threat Report zusammen. So zeigt sich, dass Cyberkriminelle verstärkt neue Variationen von erpresserischer Software herstellen und auch Crypto-Currency-Miner die cyberkriminellen Aktivitäten weiter befeuern - sie adaptieren die neuesten Exploits, um schneller die digitale Währung zu errechnen. Zudem ist ein alter Bekannter in neuem Gewand auf der Malware-Bühne: Der Wurm Qbot ist wieder da.